Die Eckdaten der neuen Sony A9 haben wir heute Nachmittag schon veröffentlicht. Hier nun ein etwas ausführlicher Blick auf die Pressemitteilung, in der nichts weniger angekündigt wird, als die professionelle Fotografie zu revolutionieren.

Die 24 Megapixel auf dem Vollformatsensor klingen zunächst einmal nicht nach Revolution – aber es geht bei der A9 nicht um höchste Auflösung (dafür gibt es immer noch A7 R II mit 36 MPix), sondern um Geschwindigkeit.

Sony A9 Front

Die kann sich mit 20 B/Sek. sehen lassen, auch wenn sich andere Vollformatmodelle wie die Nikon D5 (14 B/Sek.) oder Canon EOS-1D X Mark II (16 B/Sek.) durchaus nicht plötzlich zum alten Eisen zählen müssen.

Die hohe Geschwindigkeit und die langen Serien (die Rede ist von 362 JPEGs oder 241 RAWs ohne Unterbrechung) wird durch eine Sensortechnik erzielt, die es schon länger gibt, die nun aber zum ersten Mal im Vollformat genutzt wird. Der mehrschichtig Sensor (stacked sensor) weist eine Zwischenschicht mit Speicherzellen auf, die schnell ausgelesen werden können. Damit die Höchstgeschwindigkeit erzielt werden kann, muss eine UHS-II-Speicherkarte verwendet werden.

Zudem ist der Sensor als Backlit-Sensor ausgeführt, wodurch eine gößere Fläche für die Bildaufzeichnung verwendet werden kann, als bei herkömmlichen Sensoren. Das soll zu geringem Rauschen und hohem Dynamikumfang beitragen.

Als typische spiegellose Vollformatkamera der A-Serie weist auch die Sony A9 einen elektronischen Sucher auf, der unter einem SLR-typischen Sucheraufbau steckt. Mit einer Vergrößerung von 0,78x zeigt er ein etwas größeres Bild, als etwa die Canon EOS-1D X Mark II (0,76x) oder die APS-Kamera Fujifilm X-T2 (0,77x). Auch die mFT-Kamera Panasonic Lumix GH5 kommt auf 0,76x (immer bezogen auf Vollformat) und sie bietet auch die selbe hohe Sucherauflösung von 3,68 Mio. Dots.

Eine sehr angenehme Neuerung ist, dass der Suchermonitor unterbrechungsfrei arbeitet und dadurch das Motiv immer im Auge behalten werden kann.

Damit das Bild immer scharf und klar gesehen werden kann, kommt im Sucher ein doppelseitiges asphärisches Element zum Einsatz und eine Zeiss T* Beschichtung soll Reflexe reduzieren. Gegen Schmutz soll die Fluorbeschichtung des äußeren Glaselements sorgen. Insgesamt soll der Sucher doppelt so hell sein, wie bei der Sony A7R II

Sony A7R II Top

Sony A9 Top

 

Anders als bei den A7 Modellen (oben die A7R II) sind bei der A9 nun beide Gehäuseschultern mit Einstellrädern besetzt, die auf den Bildern einen sehr griffigen Eindruck machen. Rechts ist das Betriebsartenwählrad untergebracht, links das Einstellrad für die Bildfolgefunktionen und darunter kann man „im Erdgeschoss“ die AF/MF-Funktionen ansteuern.

Dazu kommen das bekannte Rad für die Belichtungskorrekturen und je ein Einstellrad oben im ausgeprägten Handgriff und oben rechts auf der Rückwand.

Sony A9 Back

Auch darüber hinaus ist die Sony A9 ist mit einer ganzen Reihe von physischen Einstellelementen versehen, die zusammen mit der Steuerung über den Touchscreen-Monitor den Umgang mit der Kamera einfach machen dürften. Besonders die Positionierung des Messfeldes wahlweise mit dem kleinen Joystick oder mit der Fingerspitze auf dem Monitor ist immer wieder praktisch (aber natürlich nichts, was die A9 neu zu bieten hätte).

Wie von den anderen Vollformat CSCs von Sony bekannt, können eine Reihe von Einstellelementen mit den Funktionen belegt werden, die man dort gerne hätte.

Der Monitor ist beweglich gelagert und weist eine Auflösung von 1,44 Mio. Dots auf.

Zurück zu den inneren Werten.

Der Empfindlichkeitsbereich für den Sensor geht bis ISO 51.200 und weiter bis ISO 204.800, wenn man den erweiterten Modus wählt. Das ist viel, aber nicht revolutionär – vor allem, wenn man sich die ISO 3.280.000 der Nikon D5 anschaut. Dieser Wert ist in der Praxis bedeutungslos, bringt es aber mit sich, dass das Rauschverhalten der D5 im hohen ISO-Bereich hervorragend ist. Wie es bei der Sony A9 aussieht, wird sich in der Praxis zeigen.

Der Sensor ist beweglich gelagert. Die Bildstabilisierung in 5 Achsen, die man etwa auch bei Olympus und Panasonic findet, soll bis zu 5 Verschlusszeitenstufen ausgleichen. Das klingt realistisch.

Der Autofokus der Sony A9 wurde  gegenüber den anderen Sony Vollformatmodellen verbessert. Auf dem Sensor sind 693 Messfelder, in denen die Schärfe auf etwa 93% der Sensorfläche per Phasendetektion ermittelt werden kann. Für Fokusnachführung und -tracking sind bis zu 60 Berechnungen pro Sekunde möglich. Darüber bietet das Fast-Hybrid-AF-System auch die Kontrastdetektion.

Um den Autofokus zu aktivieren ist bei A9 nicht unbedingt das Antippen des Auslösers nötig, sondern man kann, wie bei einer Reihe anderer Kameras auch schon, die Scharfstellung mit der AF-ON Taste starten.

Der elektronische Verschluss soll, auch dank des überarbeiteten BIONZ X-Prozessors, Zeiten bis 1/32000 Sek erreichen, was auch die Fujifilm X-T2 und die Olympus OM-D E-M1 Mark II erreichen.

Gefilmt werden kann mit Sony A9 auch – zeitgemäß in 4K mit 3840 x 2160 Bildpunkten, aber nicht im etwas größeren Cinema 4K. Dabei wird der ganze Sensor genutzt, um die Daten in 6K-Auflösung zu erfassen. Diese Überabtastung macht dann bessere 4K-Filmbilder beim Speichern möglich.

Beschränkt man sich auf Full-HD sollen bis zu 120 B/Sek. mit AF-Tracking möglich sein.

Weiteres: Integriertes Ethernet Modul. Akku, der 2,2x so viel Leistung bringen soll, wie die bisherigen.

 

Verfügbarkeit

noch keine Information

 

Preis (UVP)

5.300,- € für das Gehäuse

 

Sony A9 im Vergleich

 Sony
A9
Canon
EOS 1D X Mark II
Nikon
D5
Fujifilm
X-T2
Olympus
OM-D E-M1 Mark II
Panasonic
Lumix GH5
TypCSCDSLRDSLRCSCCSCCSC
Sensor
Größe / MPix
Vollformat / 24Vollformat / 20Vollformat / 21APS / 24FT / 20FT / 20
max. Empfindlichkeit
Standard
erweitert
51.200
204.800
51.200
409.600
102.400
3.280.000
12.800
51.200
25.600
---
25.600
---
Bildstabilisation
am Sensor
ja, 5 Achsen

neinneinneinja, 5 Achsenja, 5 Achsen
AF-Messfelder69361153325121225
min. Verschlusszeit
mechanisch
elektronisch
1/8000 Sek.
1/32000 Sek.

1/8000 Sek.1/80001/8000 Sek.
1/32000 Sek.
1/8000 Sek.
1/32000 Sek.
1/8000 Sek.
1/16000 Sek.
Sucher
Typ
Vergrößerung [@KB]
EVF, 3,68 Mio. Dots
0,78x
TTL
0,76x
TTL
0,72x
EVF 2,36 Mio. Dots
0,77x
EVF, 2,36 Mio Dots
0,74x
EVF, 3,68 Mio.Dots
0,76x
Monitor
Auflösung
beweglich
3"
1,44 Mio. Dots
1 Achse schwenken
3,2"
1,62 Mio. Dots
nein
3,2"
2,36 Mio. Dots
nein
3"
1,04 Mio Dots
2 Achsen schwenken
3"
1,037 Mio. Dots
2 Achsen drehen und schwenken
3,2"
1,62Mio. Dots
2 Achsen drehen und schwenken
Serienbilder20 B/Sek.16 B/Sek.14 B/Sek.14 B/Sek.15 B/Sek.12 B/Sek.
Speicherkarten2x SDCF + CFast2x CF oder
2x XQD
2x SD2x SD2 SD
Preis (Gehäuse)5.300 € UVPca. 6.480 € amazon.deca. 5.800 € amazon.deca. 1.620 € amazon.de
ca. 2.000 € amazon.deca. 2000 €
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Weiterführende Links

Sony A7R II Praxisbilder

Sony A7R II Erster Test

Sony A7R II ISO-Reihe

Sony A7S II  Praxisbilder

Sony A7S II Erster Test

 

Über den Autor

Herbert ist der Chefredakteur von d-pixx und d-pixx.de.

  • Pingback: Sony NPA-MQZ1K lädt bis zu vier Akkus | d-pixx()

  • Nico

    Der Preis ist heiß … wirklich leider für Berufsfotografen die für ihre Fotos bezahlt werden. Technisch super … obs eine Meisterleistung ist, kann man nach ersten Test bewerten. Wie gerne würde ich mir eine leisten können.