Zusammen mit der Nikon Z fc wurde auch das Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE vorgestellt, das als Vollformatobjektiv auch an die entsprechenden spiegellosen Systemkameras von Nikon passt.

Die Nikon Z fc soll an die Nikon Kameras der 1970er / 1980er Jahre erinnern – und tut das auch. Deutlich ist die Verwandtschaft des zweifarbigen Gehäuses – Kappe und Boden in Silber, dazwischen Schwarz – mit den Serien Nikon FE / Nikon FM zu erkennen.

Passend gibt es auch zwei nostalgisch angehauchte Objektive. Das Set Zoom Nikkor Z DX 16-50 mm 1:3,5-6,3 VR ist auf den APS-C-Sensor der Nikon Z fc (und natürlich auch der Nikon Z 50) zugeschnitten. Es weist einen silberfarbenen Tubus auf, wenn es in Ruhestellung an der Kamera sitzt. Für Aufnahmen schiebt sich ein innerer schwarzer Tubus nach vorn. Das passt sehr gut zum Gehäuse.

Mein Favorit in Sachen Nostalgie ist aber das zweite neue Objektiv, das Nikon Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE (SE = Special Edition), das sowohl an den Vollformatkameras der Nikon Z Familie eingesetzt werden kann, wie auch den Z Modellen mit APS-C_Sensor, da alle das gleiche große Z Bajonett aufweisen.

An den Kameras mit dem kleineren Sensor bietet das 28er den Bildwinkel eines 42-mm-Objektivs an einer Vollformatkamera (53°) und wird dadurch zum vielseitigen „Standardobjektiv mit erweitertem Bildwinkel“).

An den Vollformatmodellen ist das 28er ein klassisches Weitwinkel mit 75° Bildwinkel, das sich z. B. für Architektur, Landschaft, Innenaufnahmen oder Streetfotografie eignet.

Die neue Festbrennweite ist nur 43 mm lang und hat einen Durchmesser von rund 72 mm. Das, und das Gewicht von gerade mal rund 160 g machen das 28er zu einem idealen ständigen Begleiter.

Das Objektiv weist nur einen Einstellring auf. Die Noppen der Gummiarmierung erinnern an die Fokussierringe der Nikkor Objektive aus der Zeit der Nikon FE / Nikon FM.

Man kann den Ring wie bei den alten Vorbildern als Fokussierring verwenden – aber so weit gehen meine nostalgischen Gefühle denn doch nicht. Ich verlasse mich auf den bekannt schnellen und sicheren Nikon Autofokus, der auch mit dem 28er bestens und sehr leise funktioniert.

Den Einstellring nutze ich als Blendenring, denn leider haben die Entwickler versäumt, dem 28 mm einen echten Blendenring zu spendieren.

Man kann dem Ring auch die Funktionen Wahl der Empfindlichkeit oder eines Korrekturfaktors zuweisen.

Hinter dem Einstellring sitzt ein silberfarbener Zierring. Er ist nur ein paar Millimeter breit, stellt aber eine Verbindung zu den silberfarbenen Elementen der Nikon Z fc her.

Ganz hinten ist das Objektiv rechts und links mit einer griffigen Struktur versehen, die beim Objektivwechsel sicheren Halt gibt.

Die Scharfstellung erfolgt per Innenfokussierung. Weder Länge des Objektivs noch die Ausrichtung der Frontfassung ändern sich. Dank der Geradführung müssen Verlaufs- oder Polarisationsfilter nach einer Änderung der Entfernung nicht neu ausgerichtet werden. Es werden 52-mm-Filter gebraucht.

Die Nahgrenze liegt bei 19 cm und man erreicht einen größten Abbildungsmaßstab von 1:5.

Ich habe das Objektiv sowohl an der Nikon Z fc wie auch an der Nikon Z 5 eingesetzt.

An der Z fc ist die Abbildungsleistung etwas höher – was logisch ist. Der APS-C-Sensor nutzt nicht den ganzen auf Vollformat abgestimmten Bildkreis aus, sondern nur das zentrale „Sahnestück“. Die Leistung ist hier über das gesamte Bildfeld etwas gleichmäßiger als an der Z 5. Aber auch am Vollformatmodell ist der Abfall zwischen Bildmitte und -ecken gering und fällt nur auf, wenn man ein planes Motiv fotografiert.

Mit den aktivierten Korrekturfunktionen der Kameras spielten in der Praxis Vignettierung und Verzeichnung keine Rolle. Die chromatische Aberration ist hervorragend auskorrigiert.

Besonders beim Einsatz an einer Vollformatkamera, wo der Bildwinkel ganz ausgenutzt wird, kam bei Landschaftsaufnahmen oft die Sonne nah von außen oder innen an den Bildrand oder auch weit ins Bild. Dabei zeigte sich, dass Reflexe so gut wie keine Rolle spielen. Wenn überhaupt einmal welche zu sehen waren, waren sie sehr schwach ausgeprägt.

Die sehr kleine Frontlinse (rund 12 mm Durchmesser) wird schon von der Frontfassung gegen seitlich einfallendes Licht abgeschirmt. Trotzdem wäre es angenehm, wenn eine Streulichtblende mitgeliefert würde – schon als Schutz gegen Rempler.

Die Nahgrenze von 19 cm und die größte Öffnung F2,8 lassen sich gut kombninieren, um mit Schärfe und Unschärfe zu spielen.

Das Bokeh ist nicht ganz so samtig, wie bei anderen Nikkor Z Objektiven, aber doch angenehm weich. Für ein Weitwinkel ist das völlig in Ordnung.

Alles in allem ist das Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE ein hervorragendes kleines Weitwinkelobjektiv, das im Test sowohl im Zusammenspiel mit der Nikon F fc (APS-C-Sensor mit 21 MPix) und der Nikon Z 5 (Vollformat-Sensor mit 24 MPix) überzeugte. Schade ist nur, das es aktuell nur im Set mit der Nikon Z fc zu haben ist. Das Set kostet bis zum 30.9. noch 1149,- €.

 

BEWERTUNG FÜR DAS NIKON NIKKOR Z 28 MM 1:2,8 SE
AN DER NIKON Z 5 / NIKON Z fc

 

GUT – SEHR GUT – HERVORRAGEND – HERVORRAGEND PLUSHERVORRAGEND DOPPEL PLUS

 

 

 

Text und Bilder © Herbert Kaspar

 

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PRAXISBILDER

Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es in der Größe von 1800 Pixeln über die lange Seite auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.

Zu einigen Bildern zeigen wir einen entsprechend gekennzeichneten 100-%-Crop aus dem darüber stehenden Originalbild. Die Originalbilder aus der Nikon Z fc sind 5568 x 3712 Pixel groß. Die Originalbilder aus der Nikon Z 5 sind 6016 x 4016 Pixel groß. 

Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

Objektiv Nikon Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE 
Kamera Nikon Z fc

 

28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/800 Sek. | -0,33 EV
100-%-Crop
28 mm | ISO 200 | F16 | 1/160 Sek. | -0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F4,5 | 1/800 Sek. | -0,33 EV
100-%-Crop
28 mm | ISO 100 | F4 | 1/500 Sek.
28 mm | ISO 100 | F3,2 | 1/125 Sek.
28 mm | ISO 200 | F5 | 1/20 Sek. | +0,67 EV
28 mm | ISO 200 | F4 | 1/80 Sek.
100-%-Crop

 

Objektiv Nikon Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE 
Kamera Nikon Z 5

 

28 mm | ISO 200 | F5,6 | 1/1600 Sek. | +1 EV
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/500 Sek. | +0,33 EV
100-%-Crop
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/160 Sek. | -0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/640 Sek. | +0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/160 Sek. | +0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/250 Sek. | +0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F8 | 1/800 Sek. | -0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F8 | 1/640 Sek. | +0,33 EV
100-%_Crop
28 mm | ISO 200 | F4,5 | 1/6400 Sek. | -0,33 EV
28 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/30 Sek.
100-%-Crop
28 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/800 Sek.

 

Alle Bilder (c) Herbert Kaspar

 

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