Nach der Pflicht des Praxistests kommt oft die Kür eines entspannten Fotobummels, bei dem ich die getestete Kamera und/oder das getestete Objektiv einfach mal aus Spaß am Fotografieren (der mich seit rund 55 Jahren nicht verlassen hat) einsetze.
Eine Kür nach dem Praxistest gönne ich mir auch mit der Sony A7 V, nachdem sie den Praxistest mit der Bestnote „Exzellent“ bestanden hat. Der Test mit der ausführlicheren Präsentation der Kamera steht in d-pixx foto 1/2026 – die Ausgabe kann als Heft und ePaper hier nachbestellt werden.
Wo wollen wir (meine Frau ist natürlich mit von der Partie) bummeln? Es soll nicht zu weit weg sein und fotogene Ecken haben. Nachdem Bad Kissingen, Schweinfurt, Würzburg, Fulda, Bamberg und Rothenburg ob der Tauber schon als Kulissen dienten (und wohl immer wieder mal dienen werden) kommen für den Ausflug mit der Sony A7 V dieses Mal auch Iphofen und Aschaffenburg in die engere Wahl. Die Entscheidung fällt dann aber für die Schneewittchen-Stadt Lohr am Main – mehr dazu dann weiter unten.
Als Objektiv setze ich das Sony FE 28-70mm F2 GM an. Auch wenn das Zoom eine wahre Wuchtbrumme ist (das gilt nicht nur für die Größe, sondern auch für die top Leistung!), liegt die Kamera sehr gut in der Hand!
Dazu trägt der gut ausgeformte Griff ebenso bei, wie die ergonomisch angeordneten Einstellelemente, die ich von der Sony A7R V kenne.
Wenn beide Gehäuse nebeneinanderstehen, muss ich tatsächlich …
… auf das kleine Typenschild schauen.
Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung ist robust und gegen Staub und Spritzwasser umfassend abgedichtet – was bei unserem Ausflug aber keine Rolle spielt. Es ist noch nicht sommerlich, aber schön warm, sonnig und trocken.
Eine Rolle spielen dagegen der hervorragende Sucher (OLED, 3,68 Mio. RGB-Dots, Vergrößerung 0,76x) und der ausgezeichnete Monitor, der sich vom Gehäuse wegklappen, seitlich schwenken und um die Längsachse drehen lässt. Damit komme ich aus allen erdenklichen Blickwinkeln zum Bild, ohne mich verrenken zu müssen.
Dass die Bilder scharf und richtig belichtet sind und dass die Farben (wenn ich sie nicht absichtlich in irgendeine Richtung drehe) natürlich sind, weiß ich aus dem erwähnten Praxistest. Praktisch: Für Hochformataufnahmen werden das Sucherbild und die Informationen angepasst.
Das Power-Duo in der Kamera bilden der teilweise gestapelte Exmor RS Sensor und der Bildprozessor Bionz XR2.
Der Vollformatsensor bietet eine Auflösung von 7008 x 4672 Pixeln, also rund 33 MPix. Das liegt zwar deutlich unter den 60 MPix einer A7R V, ist aber für sehr sehr viele Zwecke mehr als ausreichend. Für eine Doppelseite (A3) in unserer d-pixx foto mit einer Druckauflösung von 300 ppi reichen 4960 x 3490 Pixel! Leinwandprints im Meterbereich sind kein Problem.
Die Ausführung als teilweise gestapelter Sensor sorgt für mehr Tempo beim Auslesen der Bilddaten. In der Praxis heißt das: Die Bilder landen schneller auf dem Speicherkärtchen, das natürlich mitspielen muss. Mit meiner SanDisk SD Extreme Pro 128 GB ist das kein Problem. Statt SD-Karten kann man auch CFexpress Typ A Karten verwenden.
Dass KI auch in der Kameratechnik mehr und mehr wichtige Unterstützer-Rollen übernimmt, ist kein Geheimnis. Die KI-Einheit des Bionz XR2 der Sony A7 V ist z. B. dafür verantwortlich, dass der AF automatisch blitzschnell und sicher Motive erkennt und ebenso blitzschnell darauf fokussiert. Man kann natürlich auch wählen, auf welche Motive (z. B. Menschen, Tiere oder Autos) geachtet werden soll. Dabei ist es egal, wo sich das Hauptmotiv im Bildfeld befindet. Die 759 AF-Punkte decken es praktisch komplett ab.
Das ist für mich auch wichtig, weil ich das AF-Messfeld gern mit dem griffigen Joystick-Knubbel auf ein bestimmtes Detail ausrichte, was schnell und sicher geht.
Sehr oft wähle ich dafür eine kleine Messfeldgröße und die kleinste, wenn ich durch einen störenden Vordergrund hindurch das gewünschte Hauptmotiv anvisieren möchte. Wenn ich danach den Bildausschnitt noch ändere, klebt die Schärfe bei aktiviertem Tracking förmlich auf dem bildwichtigen Detail. Noch wichtiger ist das allerdings für Action-Fotografinnen und -Fotografen..
Sehr gut gefällt, dass der Autofokus mit sehr wenig Licht auskommt, um zwischen scharf und unscharf zu unterscheiden. Dazu passt dann auch der effektive IBIS, der bis zu 7,5 EV ausgleichen kann.
Wenn ich auf einem Fotobummel einfach nur so fotografiere, wie in eben auch in Lohr am Main, spielen viele Aspekte der umfassenden Ausstattung der Sony A7 V keine Rolle. Das gilt unter anderem für Bildserien bis maximal 30 B/Sek. ohne Blackout im Sucher, Pre-Capture oder auch für die Wahl zwischen verschiedenen RAW-Varianten (ich bin da konservativ und wähle unkomprimiertes RAW). Ich weiß aber aus dem Praxistest, dass das alles bestens funktioniert, wenn ich es doch brauchen sollte.
Das gilt auch für die Video-Kamera in der A7 V. Ich bin kein Video-Fan – aber sollte ich ein Filmchen machen wollen, bietet mir die Sony A7 V auch dafür eine hochwertige umfassende Ausstattung. Das fängt bei Full-HD an und geht bis zu 4K, das aus 7K-Material heruntergerechnet wird und dadurch hervorragend scharfe Videos mit präzisen Farben liefert. Wie gesagt: Kein Video-Fan, aber beim Ausprobieren für den Praxistest gab es etwas, das gut gefallen hat, nämlich die Möglichkeit, Zeitlupenaufnahmen mit 120 B/Sek. zu machen. Das ist zwar auf APS-C-beschränkt, tut dem Spaß aber keinen Abbruch.
Hinweis: Ein Klick auf eines der folgenden Praxisbilder bringt es in einer Breite bzw. Höhe von 1800 Pixeln auf Ihren Bildschirm.
Nachdem ich mich überzeugt habe, dass der Akku geladen und die Speicherkarte wirklich eingesetzt ist (ich kenne mich inzwischen) fahren wir die rund 36 km bis zur Kreuzung nach Lohr am Main (der Zusatz ist wichtig, da es mehrere Orte namens Lohr gibt), die wir normalerweise geradeaus überqueren, um Freunde im Spessart zu besuchen oder zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Dieses Mal biegen wir links ab in die Ludwigsstraße, wo wir tatsächlich auch gleich einen Parkplatz finden.
Gerade aus geht es in die Innenstadt …

@ 33 mm | ISO 100 | F2,2 | 1/2000 Sek. | +0,3 EV
… aber zunächst lockt eine zauberhaft blühende Magnolie für einige Aufnahmen, …

@ 42 mm | ISO 100 | F4 | 1/1000 Sek. | +0,3 EV

@ 70 mm | ISO 100 | F2 | 1/2000 Sek. | +0,3 EV
… bei denen Blende 2 ein samtiges Bokeh ins Bild bringt.
Ein Stückchen weiter erhaschen wir links einen Blick auf die weißen Türme des Lohrer Schlosses und biegen kurzentschlossen ab.
Vor dem Schloss der erste Hinweis auf das märchenhafte Lohr am Main, die Schneewittchen-Stadt: eine Gruppe, die Schneewittchen und die sieben Zwerge als Silhouette zeigt.
Die ganz offene Blende des 28-70 bringt das Schloss dahinter schon ein bisschen unscharf ins Bild, …

@ 37 mm | ISO 100 | F2 | 1/4000 Sek.

@ 37 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/250 Sek.
… aber der Blick aus dem (vermutlich) ehemaligen Schlossgraben zeigt die Gruppe besser vor einem strahlend blauen Himmel.
Im Schloss mit seinen hoch aufragenden runden Türmen ist das Spessartmuseum untergebracht.

@ 28 mm | ISO 100 | F2 | 1/5000 Sek.
Im Schloss soll das historische Vorbild für Schneewittchen geboren worden sein und passend dazu ist auch der sprechende Spiegel zu bewundern, der mit seinen Aussagen über Schneewittchens Schönheit die Stiefmutter so verärgerte, dass sie das Mädchen ermorden lassen wollte und, weil das nicht passierte, selbst vergiftete. Der Rest ist Märchen-Geschichte … (Dass auch andere Orte Schneewittchen für sich beanspruchen, sei der Vollständigkeit halber erwähnt.)
Wir gehen zurück Richtung Innenstadt. Mandarinen waren zu Schneewittchens Zeiten in Lohr wohl unbekannt …

@ 70 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/640 Sek.
… sind vor einem kleinen Laden für mich heute ein (fast) monochromes Motiv. Der große Dynamikbereich der A7 V bringt von den hellen Reflexen bis zu den Schatten in den Blättern alles sauber ins Bild.
Nächster Fotostopp: Das alte Renaissance-Rathaus …

@ 70 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/500 Sek.

@ 44 mm | ISO 100 | F2 | 1/10000 Sek.
… mit den lichtdurchschienenen Laternen davor.
Dann gilt es umzuparken, die Parkdauer ist abgelaufen (das Knöllchen erwarten wir per Post in den nächsten Tagen).
Vom großen Parkplatz zwischen der neuen und der alten Mainbrücke, geht es nochmal zurück in die Altstadt.
Das Fischerviertel mit seinen schmalen Gassen …

@ 28 mm | ISO 100 | F6,3 | 1/320 Sek.

@ 70 mm | ISO 100 | F6,3 | 1/400 Sek.
… zeigt immer noch, dass der nahe liegende Main lange Zeit eine erträgliche Einnahmequelle war und vielen Familien Mahlzeiten lieferte.
Wo die Steinmühlgasse in die Fischergasse mündet, steht er dann. Er mag keine Schönheit sein, aber er ist ein kerniger Typ – der bärtige Mann, der den Fischerbrunnen bestimmt.

@ 70 mm | ISO 100 | F2 | 1/3200 Sek.
Die Motivautomatik erkennt ihn als Menschen und stellt auch gleich auf das Auge scharf, das der Kamera zugewandt ist.
Die Altstadt wirkt mit ihren vielen fränkischen Fachwerkbauten …

@ 44 mm | ISO 100 | F3,5| 1/1000 Sek.
… schnuckelig und irgendwie beruhigend.
Alle Häuser werden vom Bayersturm überragt, …

@ 70 mm | ISO 100 | F3,5 | 1/2000 Sek.
… der als Wahrzeichen von Lohr am Main gilt.
Hier weht auch die Fahne mit dem Stadtwappen.

@ 28 mm | ISO 100 | F7,1 | 1/400 Sek.
Die blaue Wellenlinie im Wappen symbolisiert nicht den Main, sondern den Lohrbach, dem die Stadt ihren Namen verdankt.
In den Erdgeschossen der Fachwerkhäuser finden sich zahlreiche Geschäfte oder Gaststätten mit fotogenen Auslagen …

@ 70 mm | ISO 100 | F2 | 1/1600 Sek.

@ 70 mm | ISO 100 | F4 | 1/750 Sek.

@ 70 mm | ISO 100 | F4 | 1/1600 Sek.
… und ebenso fotogenen Schildern.
Nach dem Rundgang noch eine kleine Pause auf einer Bank am Main, wo ich mit ein bisschen Geduld …

@ 53 mm | ISO 100 | F5 | 1/800 Sek.
… die alte Mainbrücke ganz autofrei aufnehmen kann.
Als ich abends die Bilder im Büro sichte, fällt mein Blick aus dem Fenster und ich sehe einen Sonnenuntergang, den ich mir nicht entgehen lassen kann. Es sind ja nur ein paar Schritte ins Tal der fränkischen Saale.

@ 28 mm | ISO 320 | F5,6 | 1/30 Sek.
Damit endet dann die Kür mit der Sony A7 V und dem FE 28-70mm F2 GM. Ich freue mich schon auf die nächste.
TEXT UND ALLE BILDER © HERBERT KASPAR
ES IST UNTERSAGT, FOTOS DIE AUF DIESER SEITE GEZEIGT WERDEN FÜR DAS TRAINING VON KI ZU VERWENDEN








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