Nikon Z7 und Z6 offiziell vorgestellt

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Nikon Z-Serie

Nach vielen – mehr oder weniger zutreffenden – Spekulationen im Netz und etlichen Teasern von Nikon sind die beiden spiegellosen Systemkameras von Nikon nun offziell. Es sind die Vollformat DSLMs Nikon Z7 und Nikon Z6.

Was hat Friedrich von Schiller mit Nikon zu tun? Im „Wallenstein“ heißt es: „Spät kommt Ihr. Doch Ihr kommt.“

Im Wallenstein ist Graf Isolan gemeint („Der weite Weg, Graf Isolan, entschuldigt Euer Säumen.“), bei Nikon die spiegellosen Systemkameras.

Ganze 10 Jahre nach der Einführung der DSLMs mit der Panasonic Lumix G1 mit mFT-Sensor und ganze 5 Jahre nach der Einführung der Sony A7 mit Vollformatsensor mussten vergehen, ehe Nikon wirklich in den zukunftsweisenden Sektor der DSLMs eintritt. Wieso „wirklich“? Richtig, es gab ab 2011 die DSLMs der Serie 1 mit 1“ Sensor, aber die waren nicht das, was eingefleischte Nikon-Fotografen von ihrem Hersteller erwarteten.

Wer es nach 2008 und 2013 wagte, bei Nikon nach spiegellosen Systemkameras zu fragen, erhielt Jahre lang dieselbe Antwort: Nikon habe Top-DSLR-Kameras und brauche so etwas nicht.

Diese Einstellung hat sich angesichts der Erfolge der Spiegellosen, insbesondere auch der Vollformatmodelle von Sony, dann irgendwann doch geändert, und nun gibt es tatsächlich gleich zwei spiegellose Vollformatkameras von Nikon.

Nikon Z-Serie

Seit den ersten offiziellen Nikon Teaser-Videos war klar, dass sich Nikon vom Design her an den DSLRs orientiert. Das tut auch Sony mit den diversen A7-Modellen – aber die neuen Nikon DSLMs wirken wuchtiger, obwohl sie mit 134 x 100,5 x 67 mm gar nicht so viel größer sind (Sony A7 III: 127 x 96 x 74 mm). Zu diesem Eindruck trägt der ausgeprägte Handgriff bei, der übrigens wieder den F3-Gedächtnisstreifen in Rot trägt, der nun seit 1980 das Nikon-Design mit prägt.

Das Bajonett

Mit dem Z-System führt Nikon ein neues Bajonett mit größerem Durchmesser ein und stellt neue Objektive vor. Durch das neue Bajonett wird auch das mit 1:0,95 lichtstärkste Objektiv in der Nikon-Geschichte möglich. Der Bajonettadapter FTZ macht es möglich, Nikkor-Objektive mit F-Anschluss an den neuen Kameras zu verwenden.

Die Sensoren

Sowohl die Z7 wie auch die Z6 biete neuen Vollformatsensoren, die als CMOS-Sensoren mit rückwärtiger Belichtung (BSI) ausgeführt sind. Die Z7 bietet 45,7 Megapixel (effektiv) und einen Standard-Empfindlichkeitsspielraum von ISO 64 bis 25 600, erweiterbar auf ISO 32 bis 102.400 (auf die exorbitanten Werte der D5 wird also verzichtet).

Die Z6 ist eine universell einsetzbare Basismodell mit einer effektiven Auflösung von 24,5 Megapixel und Empfindlichkeiten von ISO 100 bis ISO 51 200 (ISO 50 bzw. ISO 204 800 möglich).

Nikon Z-Serie

Autofokus

Der Hybrid-AF deckt mit 493 Messfeldern (Z7) bzw. 273 Messfeldern (Z6) jeweils rund 90 % des Bildfelds ab.

Der für FX-Format-Sensoren optimierten Algorithmus schaltet bei der Fokussierung automatisch zwischen Autofokus mit Phasenerkennung und Autofokus mit Kontrasterkennung um. Mit den neuen Nikkor Z-Objektiven soll die Präzision des Autofokus beim Fotografieren und Filmen noch erhöht werden.

Bildprozessor

Der neue Prozessor EXPEED 6 soll zusammen mit dem Sensor und den neuen Objektiven laut Nikon dafür sorgen, dass Motive schärfer als je zuvor dargestellt werden. Auch das Rauschen wird wirksam reduziert.

Zudem kann nun die Schärfung mittelfeiner Strukturen gezielt gesteuert werden. Über „Scharfzeichnung“ und „Detailkontrast“ lassen sichverschiedene Texturen im Bildausschnitt schärfer oder weicher abbilden. Das gilt fürs Fotografieren und Filmen. Dazu stehen 20 Optionen der Creative Picture Control zur Verfügung, um die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Die Effektstärke kann von 0 und 100 geregelt werden.

 

Nikon Z-Serie

Sucher

Der elektronische Sucher der Z7 und der Z6 entsprechen beim Komfort und der Anwendungsfreundlichkeit laut Nikon optischen Suchern.

Bei beiden Kameras kommen OLED-Display smit 3,69 Millionen Bildpunkten zum Einsatz. Die Bildfeldabdeckung liegt bei ca. 100 %, die Vergrößerung bei 0,8x.

Farbfehler sollen reduziert und die Ermüdung des Auges – auch bei langen Aufnahmesessions –minimiert werden.

Das Okular ist zum Schutz vor Verschmutzung mit einem Schutzglas mit Fluorvergütung versehen.

Dass <i>-Menü kann im EVF angezeigt werden, damit Benutzer verschiedene Aufnahmeeinstellungen – z. B. ISO-Empfindlichkeit, AF-Messfeldsteuerung und Picture-Control-Konfiguration –sehen und schnell einstellen können, ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen.

Nikon Z-Serie

Gehäuse

Die Gehäuse sind kompakt und weisen einen komfortablen Griff auf. Dazu kommen ergonomisch platzierte Bedienelemente wie der Sub-Wähler und die Tasten für AF-ON, ISO-Einstellung und Belichtungskorrektur

Ein Statusmonitor findet sich auf der rechten Kamera-Oberseite.

Filmfunktion

Mit der Z7 und der Z6 können nicht nur 4K-UHD-Filme im Vollformat (3840 × 2160) mit 30p auf Basis des FX-Filmformats aufgenommen werden, sondern auch Full-HD-Filme mit 120p.

Im 4K UHD Modus werden alle Pixel ausgelesen.

Funktionen wie Active D-Lighting, der elektronische Bildstabilisator und Focus Peaking stehen beim Filmen zur Verfügung.

Weiteres: Original-N-Log kann mit 10-Bit-HDMI-Ausgabe verwendet werden, Dynamikumfang von 12 Lichtwertstufen, Timecodes für das Synchronisieren Material, das mit mehreren Geräten

Bildstabilisator

Der kamerainterne Bildstabilisator soll bis zu 5 LW-Stufen in 5 Achsen ausgleichen. Da die Stabilisierung am Sensor erfolgt, ist auch mit Nikkor-F-Objetiven wirksam, die mit dem

optionalen Bajonettadapter FTZ verwendet werden.

Weiteres

  • Stabilität und Haltbarkeit sowie Staub-und Tropfwasserresistenz auf dem Niveau der Nikon D850.

  • Neigbarer LCD-Monitor mit Touch-Funktion, 8,0 cm (3,2 Zoll) Diagonale und ca. 2,1 Millionen Bildpunkten.

  • Modus für leises Fotografieren, um vom Auslöser verursachte Verwacklungen und Geräusche zu minimieren.

  • Konturfilterfunktion erlaubt dem Benutzer nach einer Aufnahme mit Fokusverlagerung zu prüfen, ob die richtigen Einstellungen verwendet wurden. Ein simuliertes Schwarz/Weiß-Bild auf Basis von Focus-Peaking emuliert die zu erwartende Schärfenzone, nachdem alle Bilder in einer Bearbeitungssoftware per Focus Stacking verarbeitet wurden.

  • Serienaufnahmen mit ca. 9 Bilder/s (Z 7) und 12 Bilder/s (Z 6) fängt schnelle Bewegungen ein.

  • Aus Intervallaufnahmen können Zeitrafferfilme mit 8K (Z 7) erstellt werden.

  • Erweitertenr Belichtungsmessungsbereich.

  • Integriertes Wi-Fi für direkte Verbindungen zu Smartgeräten bei Verwendung von SnapBridge und die

  • Übertragung von Bildern und Filmen auf einen Computer.

  • Unterstützung von Zubehörkomponenten für digitale Spiegelreflexkameras (z. B. der Wireless-LAN-Sender WT-7 (separat erhältlich)).

 

Verfügbarkeit und Preise

Die Nikon Z7 ist voraussichtlich ab Ende September 2018 und die Nikon Z 6 ab Ende November 2018 im Handel erhältlich.

Unverbindliche Preisempfehlungen

Nikon Z7 Kit Gehäuse + FTZ Bajonettadapter: 3.849,00 €

Nikon Z7 Kit 24-70 mm 1:4 S: 4.299,00 €

Nikon Z7 Kit 24-70 mm 1:4 S + FTZ Bajonettadapter: 4.449,00 €

Nikon Z6 Kit Gehäuse + FTZ Bajonettadapter: 2.449,00 €

Nikon Z6 Kit 24-70 mm 1:4 S: 2.899,00 €

Nikon Z6 Kit 24-70 mm 1:4 S + FTZ Bajonettadapter: 3.049,00 €

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