Nach gut vier Jahren stellt Nikon ein neues Top-Profimodell vor – die DSLR Nikon D6, deren Entwicklung schon im Herbst letzten Jahres angekündigt worden war.

Die Nikon D5 wurde im Januar 2016 vorgestellt und ist seitdem das Arbeitsgerät vieler Profis, die eine robuste, schnelle Kamera brauchen und auf Höchstwerte in Sachen Auflösung verzichten können (dafür gibt es bei Nikon die D8xx).

Gelobt wurde die D5 nicht nur für die Schnelligkeit – beim Autofokus ebenso wie bei der Serienbildgeschwindkeit (bis 12 B/Sek), sondern auch für das stabile Magnesium-Gehäuse, den Wetterschutz, die Zuverlässigkeit bei Temperaturen bis -20° und die Akku-Laufzeit (3500 Aufnahmen laut CIPA und in der Praxis auch mehr).

Das alles soll nun die neue Nikon D6 auch können – dabei die Vorgängerin in vielerlei Hinsicht übertreffen.

Ein erster Blick und bei schnelle Aufnahmen (das Kärtchen blieb in der Kamera!) bei der Pressekonferenz zeigen, dass der Umstieg von der D5 auf die D6 keine Probleme machen wird. Das Gehäuse ist fast identisch, allerdings minimal höher, um dem GPS-Modul im Sucheraufbau Platz zu bieten.

Auch die Einstellelemente auf der Oberseite sind wie gewohnt.

Wie die D5 ist auch D6 auf einem Chassis aus Magnesium aufgebaut und mit zahlreichen Dichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit versehen.

Und wie alle Vorgänger ist die D6 mit einem integrierten Hochformat-Batteriegriff ausgestattet, der dem großen Akku EN-EL 18c Platz bietet. Diesen Akku verwendet auch die D5 – bei einem Wechsel können die Energiespender weiter verwendet werden.

Sucher und Rückwandmonitor (3,2“, 2,36 Mio. RGB Dots, Touchscreen, fest eingebaut) entsprechen denen der D5 (es gab daran ja auch nichts zu mäkeln).

Dass es Nikon nicht darum geht, einfach irgendwie irgendetwas mehr zu bieten, zeigt der Vollformat-Sensor. Es bleibt bei 20,8 MPix – was zum einen für die Arbeit von Profis im Sport- und Reportagealltag reicht und zum anderen die Möglichkeit eröffnet, die Datensätze schnell zu übermitteln.

Der Empfindlichkeitbereich geht regulär von ISO 100 bis 102.400 und im erweiterten Bereich von ISO 50 bis 3.280.000.

Auch beim AF-System geht es nicht um „mehr“, sondern um „besser“. Statt 153 AF-Messfelder (davon 99 Kreuzsensoren) wie die D5 bietet die neue D6 105 Messfelder, die aber mehr Bildfeld abdecken und durch ihren besonderen Aufbau noch präziseres Scharfstellen beim Einzelschuss und bei Serien mit AF-Tracking ermöglichen.

Alle 105 AF-Felder der D6  sind natürlich auf einem AF-Sensor im Boden des Spiegelkastens untergebracht (die D6 ist ja eine DSLR). Es sind nicht einfach nur Kreuzsensoren, sondern sie bieten jeweils 3 vertikale und 3 horizontale Zeilen.

Alle 105 AF-Sensoren können bis Blende 5,6 scharf stellen, einige auch bis Blende 8.

Jedes der 105 Felder kann einzeln angewählt werden, aber es stehen auch 17 Gruppen zu Wahl, die man im Menü aktiviert. Zwei Gruppen können vorgewählt und dann entsprechend schnell aufgerufen werden.

Eine Neuerung ist, dass man bei sich bei der Schärfenachführung auf ein Objekt in Bewegung wieder auf eine Automatik verlassen kann – dass man aber selbst einen Startpunkt festlegen kann, an dem die Automatik die Arbeit aufnimmt.

Beim Tracking wird auch die Farbigkeit des Motivs zur präzisen Erkennung herangezogen (3D Tracking).

Der Arbeitsbereich des AF geht bis EV -4,5.

Mit der Nikon D6 sind im Sucherbetrieb bis zu 14 B/Sek. mit Nachführung von Schärfe und Belichtung möglich. Im Live-View-Modus mit reiner Kontrastdetektion (keine Phasendetektions-Pixel auf dem Sensor) schafft sie 10,5 B/Sek.

Da auch beim Zusammenspiel einer Nikon DSLR mit Nikon Objektiven Back- und/oder Frontfokus nicht ausgeschlossen werden können, gibt es auch bei der D6 die Möglichkeit der Af-Feinjustierung. Neu ist, dass bei Zooms zwei Werte (für kürzere und längere Brennweiten) regeln kann.

Neu ist dabei auch, dass die Kamera Objektive an der Seriennummer erkennt und die passenden Korrekturen einspielt. 20 Speicherplätze stehen dafür zu Wahl.

Wer Bildstabilisierung möchte, muss die entsprechenden Objektive aus dem Nikon-Programm verwenden – gehäuseinterne Stabilisierung gibt es auch bei der D6 nicht.

Gespeichert wird auf XQD- und CFexpress-Karten, wobei bis zu 1,7 GByte pro Sekunde übertragen werden.

Für die Übertragung auf externe Geräte gibt es WLAN und Bluetooth on board. Es kann aber auch der externe WT-6 Wireless Transmitter verwendet werden.

Für Profis interessant und wichtig: Wenn gerade eine Reihe von Bildern übertragen wird, kann ein neueres wichtigeres Bild an den Anfang der Warteschlange gestellt werden und wird entsprechend als nächstes übertragen.

Über die neueste Version von SnapBridge kann die D6 auch ferngesteuert werden.

Die Nikon D6 ist als Fotoapparat konzipiert, Filmen steht in zweiter Reihe. Dennoch sind Aufnahmen mit 4K / 30p möglich.

Abmessungen (B  x H x T): 160 x 163 x 92 mm

Gewicht (inkl. Akku und 2x CFexpress): 1450 g

 

Verfügbarkeit

Ende März

 

Preis (UVP)

7299,- € für das Gehäuse

 

 

 

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