Momentan ist es sommerlich warm (32 °C im Schatten), dazu schwül und die Regentonnen sind ziemlich leer gegossen. Aber der Sommer hat für Fotofans auch seine guten Seiten.

Segelboote sind (natürlich nicht nur) im Sommer schöne Motive, mit denen man dann gleich den Bildaufbau in Drittellinien üben kann, um die Ruhe ins Bild zu holen, die sie auf einem ruhigen Gewässer ausstrahlen. Problem: Im Sommer liegt über großen Seen – hier ist es der Bodensee – gern eine Dunstglocke. Bei der Entwicklung der RAW-Dateien kann man den dadurch verursachten flauen Bildeindruck sehr gut korrigieren. Aber warum? Der Dunst vermittelt, unterstützt vom Hitzeflimmern in der Ferne, einen Eindruck der Wärme. Am Abend sieht die Sache dann anders aus, wie das Beitragsbild (ganz oben) zeigt. Es entstand am Ammersee und das weiche Licht schmeichelt der Szenerie (ein bisschen Photoshop ist auch dabei).

 

Kinder, die sich im Wasser des Pools gleichermaßen abkühlen und austoben sind ein Motiv, für das sich die Serienbildfunktion der Kamera und ein großes AF-Messfeld anbieten. Wenn ein Spritzer auf der Kamera landet – nicht abrubbeln, sondern abtupfen, die Frontlinse des Objektivs gegebenenfalls mit einem weichen Microfasertuch nachreinigen. Wenn solche Bilder immer wieder gemacht werden sollen, kann die Anschaffung einer wasserdichten Kompaktkamera sinnvoll sein, die dann neue Perspektiven unter der Wasseroberfläche  eröffnet.

 

Im Sommer ist es kein Problem, wenn man nasse Füße bekommt – also einfach ein Gefäß mit Wasser füllen, etwas hineinplumpsen lassen und die abstrakten Formen des aufspritzenden Wasser im Bild festen. Den Tipp dazu finden Sie hier.

 

Natürlich ist es schön, dass man Erdbeeren schon früh im Jahr kaufen kann. Andererseits ist es nicht so toll, wenn sie dafür über tausende von Kilometern transportiert werden müssen – und die Vorfreude auf den Sommer und die ersten Erdbeeren frisch aus dem Beet oder vom Feld entfällt. Wie dem auch sei: Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch ein Motiv. Wenn sie wie hier auf einem weißen Teller liegen, der auf einer weißen Platte steht, führt Spotmessung auf die Erdbeeren zu einer guten Belichtung – eventuell wird das Weiß bei der Nachbearbeitung noch etwas aufgehellt.

 

Manchmal ist Eis essen wichtiger als Fotografieren – besonders, wenn es leckeres dänisches Softeis ist. Wenn sich dann der leere Becher stylisch präsentiert, kann man immer noch Bilder machen und beispielsweise mit der selektiven Schärfe spielen. Wer bei diesem Bild auf Blende Eins-komma-irgendwas tippt, liegt falsch. Es ist Blende 4 bei 35 mm Brennweite – aber aus allernächster Nähe.

 

Weil wir gerade beim Genießen waren: Hier wächst der Genuss für spätere Jahre. Weinberge sind natürlich im Spätsommer/Herbst eine Wonne, wenn die Trauben sich als Motive anbieten und die Blätter sich verfärben. Wer in einer Weingegend wohnt (Hammelburg, die Heimat der d-pixx foto, ist die nördlichste Weinstadt Bayerns) sollte auch immer auch mal im Sommer einen Spaziergang zu den Reben machen, wenn die Blätter im Sonnenlicht leuchten.

 

Beängstigend. Gefährlich. Aber auch wunderschön. Gewitter gehören zum Sommer wie früher Schnee zum Winter gehörte. Wichtig: Sich nicht für ein Bild in Gefahr begeben. Die Kamera auf dem Stativ so aufstellen, dass das Geschehen erfasst wird. Dann entweder immer wieder ein paar Sekunden belichten und hoffen, dass es in dieser Zeit blitzt. Viele Kameras bieten aber mittlerweile die Möglichkeit, Bildserien in den Pufferspeicher zu legen, die erst wirklich gespeichert werden, wenn man auf den Auslöser drückt – in diesem Fall eben sobald es blitzt! Bild © James Horn | Dreamstime.com

 

Text © Herbert Kaspar

Bilder © Herbert Kaspar (sofern nicht anders angegeben)

 

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