Mit dem Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/25-50 mm ASPH ergänzte Panasonic das zwei Jahre alte Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/10-25 mm ASPH zu einem attraktiven Paar.

Mit der Lumix G1 stellte Panasonic zur photokina 2008 die erste spiegellose Systemkamera mit 4/3-Sensor vor und gab den Fotofans ein neuartiges Werkzeug in die Hand. Gerade mal ein halbes Jahr später wurde die Lumix GH1 präsentiert. Das „H“ im Namen steht für Hybrid und zeigt an, dass man die Kamera sowohl zum Fotografieren, wie auch zum Filmen verwenden kann.

Die GH-Serie wurde in der Folge ein wichtiges Standbein. Im Mai 2021 wurde das System um die GH5 II erweitert und momentan wird die bereits angekündigte Lumix GH6 als neues Top-Modell der GH-Kameras erwartet.

Bei dieser Ausrichtung ist es kein Wunder, dass auch bei den Objektiven auf Movie-Tauglichkeit geachtet wird – das heißt z. B., dass sie die Kommandos der AF-Einheit der Kamera schnell und leise ausführen.

Besonders deutlich wird die Ausrichtung aufs Filmen bei zwei Objektiven, die beide aus der Zusammenarbeit mit Leica stammen:

  • Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/10-25 mm ASPH (Mai 2019)
  • Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/25-50 mm ASPH (Mai 2021)

Zusammen decken  die beiden Zooms den Bildwinkelbereich von 20-100 mm [@KB] ab – und das mit einer durchgehend hohen Lichtstärke von 1:1,7. Sie liegt gerade mal eine halbe Stufe unter 1:1,4.

Beide Objektive sind nicht nur gleich groß, sondern auch exakt gleich aufgebaut.

Bei beiden kann man die Blende am schmalen, griffig geriffelten Blendenring, der ungewohnt ganz vorn liegt, einstellen. Bringt man die Ring in die „A“-Position, wird die Blende bei Zeitvorwahl und manuellem Abgleich mit einem Einstellring am Gehäuse gewählt.

Auch ungewohnt: Am Blendenring sind zwar im Bereich von 2 bis 16 Markierungen für Drittelstufen angebracht, die man  exakt einstellen kann – aber der Ring dreht sich stufen-, klick- und lautlos. Beim Blick auf die Blendenanzeige im Sucher oder auf dem Monitor stutzt man dann. Der Blendenwert verändert sich zwischen F2 und F10 in 1/10-Schritten und zwischen F10 und F16 liegen sechs Schritte.

Gerade bei der professionellen Movie-Produktion wird die Belichtung sehr oft / fast immer mit Handbelichtungsmessern und Lichtmessung bestimmt und dabei können 1/10 Stufen angezeigt werden. An den beiden Zooms kann man solche Vorgaben exakt einstellen.

Hinter dem Blendenring ist der Fokussierring angeordnet. Um ihn als solchen zu verwenden, zieht man ihn ein Stückchen nach hinten. Dann lässt sich die Entfernung leicht aber exakt einstellen – wie die fein abgestufte Blendeneinstellung ein Muss beim Filmen. Beim Fotografieren braucht man das selten und kann sich auf den schnellen DFD-AF der Panasonic Lumix Kameras verlassen. Fokussieren von Unendlich bis zur Nahgrenze von 28 cm (10-25 mm) bzw. von  31 cm (25-50 mm) geht rasend schnell und sicher.

Ganz hinten dann der Zoomring. Mit einer gut gedämpften Drehung um 90° durchfährt man den Zoombereich.

Andere Einstellelemente gibt es nicht.

Die Gehäuse besteht außen aus Metall und sind gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, wie es sich für Zooms dieser Klasse gehört.

Beide Zooms weisen das gleiche Filtergewinde (77 mm) auf, was praktisch ist und Ausgaben reduziert.

Zum Lieferumfang gehört jeweils eine Streulichtblende. An die Zoombereiche angepasst handelt es sich um eine 4-Segment-Blende beim 10-25 mm und um eine runde Blende beim 25-50 mm. Beide rasten beim Einsetzen ein.

Filmen ist bei d-pixx foto, wie der Name schon sagt, nicht so wichtig – die Qualität von Kameras und Objektiven aber schon. Und hier können das Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/10-25 mm ASPH und das Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/25-50 mm ASPH sowohl von der mechanischen wie auch von der optischen Qualität überzeugen. Und auch wenn mein Schwerpunkt darauf liegt, Fotos zu machen – an diese beiden Zooms könnte ich mich gewöhnen. Sie brauchen zwar Platz in der Fototasche (jeweils 128 mm lang, 88 mm Durchmesser), sind aber mit  690 g (10-25 mm) und 660 (g 25-50 mm) angenehm leicht.

Weniger angenehm ist wie so oft und wie bei so vielen Herstellern der Preis. Der UVP liegt bei 1999,- € … leider für jedes der beiden Zooms.

Fehlt nach oben noch ein 1:1,7/50-75 mm. Ob das im vorgegebenen Gehäuse machbar ist …?  Aber auch ein bisschen weniger Lichtstärke wäre OK, wenn alles andere zu den beiden vorhandenen Zooms passen würde.

Zurück von den Wünschen in die Realität. Es folgen einige Bilder, die mit den beiden Zooms an einer Panasonic Lumix G91 entstanden. Die Kombination 1,7er Zoom und Lumix G91 mit angesetztem Griff DMW-BGG1 liegt immer schön ausgewogen in der Hand!

 

Text und Bilder © Herbert Kaspar

 

PRAXISBILDER

Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es in der Größe von 1800 Pixeln über die lange Seite auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.

Zu einigen Bildern zeigen wir einen entsprechend gekennzeichneten 100-%-Crop aus dem 5184 x 3888 Pixel großen Originalbild.

Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

Objektiv Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/10-25 mm ASPH  
Kamera Panasonic Lumix G91

 

@10 mm | ISO 200 | F6,1 | 1/500 Sek.
Die Saline, richtiger: Der Gradierbau in Bad Kissingen konnte aus geringer Entfernung ganz ins Querformat gesetzt werden (heftig stürzende Linien natürlich inbegriffen). An den Reisigbündeln verdunstet herabrieselndes Salzwasser und die Luft ist angenehm frisch.
@10 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/3200 Sek. | -0,33 EV
Der Gegenschuß auf die Überreste eines ehemaligen Gradierbaus.
@10 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/1300 Sek. | -0,33
Im Fachwerkhäuschen von 1883 war ein Pumpwerk untergebracht.
@10 mm | ISO 200 | F7 | 1/1000 Sek. | -0,66 EV
Auf dem Gelände der unteren Saline in Bad Kissingen dient ein moderner Bau als Informationszentrum. Die Minus-Korrektur war nötig, um den dunklen Ton der Wände ins Bild zu bringen,
100-%-Crop
@12 mm | ISO 200 | F8,1 | 1/1600 Sek. | -0,66 EV
Das Metallgitter umgibt im Halbrund den „Runden Brunnen“, wo man durch eine Glaskuppel beobachten kann, wie Wasser von Zeit zu Zeit hochsteigt und wieder zusammenfällt.
@10 mm | ISO 200 | F8,1 | 1/400 Sek.
An der Fränkischen Saale in Hammelburg, Heimat der d-pixx foto, mit Blick auf Schloß Saaleck. Ab hier starten viele Paddler und Kanuten eine Fahrt.
@17 mm | ISO 200 | F5 | 1/1000 Sek.
7 mm mehr Brennweite bringen einen deutlichen Unterschied.
@10 mm | ISO 200 | F6,1 | 1/500 Sek.
Dräuende Wolken über der Hammelburger Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer, die 1461 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Ende der 1950er Jahre wurde das Hauptschiff verlängert. (Quelle: wikipedia.de)
100-%-Crop

 

Objektiv Leica DG Vario-Summilux 1:1,7/25-50 mm ASPH  
Kamera Panasonic Lumix G91

 

@25 mm | ISO 200 | F1,7 | 1/400 Sek.
100-%-Crop
@25 mm | ISO 200 | F1,7 | 1/4000 Sek. | -0,33 EV
@25 mm | ISO 200 | F1,9 | 1/1300 Sek. | +0,66 EV
Leider nahm die Biene keine attraktiveren Platz ein.
100-%-Crop
@25 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/100 Sek. | +0,66 EV
Die von den Blättern gebildeten Lichtpunkte kommen in der Unschärfe als runde Scheibchen ins Bild.
@25 mm | ISO 200 | F4,8 | 1/1600 Sek. | -0,33 EV
Reste eines Turms der Ruine der Burg Botenlauben über Bad Kissingen, die um das Jahr 1200 entstand.
@50 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/2500 Sek.
@50 mm | ISO 200 | F2,8 | 1/4000 Sek.
Um die flatternde Fahne mit dem Wappen des Minnesängers Otto von Botenlauben so einzufangen war die 1/4000 Sek. nötig.
@48 mm | ISO 200 | F4,2 | 1/125 Sek.

 

Brennweitenserie mit beiden Zooms

10-25 mm @ 10 mm
10-25 @ 14 mm
10-25 @ 25 mm
25-50 mm @ 25 mm
Da die Serie aus der freien Hand aufgenommen wurde, ist der Bildausschnitt ein klein wenig anders, als bei der Vergleichsaufnahme mit dem Superweitwinkelzoom.
25-50 mm @ 35 mm
25-50 mm @ 50 mm

 

Bilder © Herbert Kaspar