Olympus OM-D E-M1 Mark II drängt an die Spitze

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Dass ein Nachfolgemodell für die Olympus OM-D E-M1 nach Köln zur photokina 2016 kommen würde, stand fest – auch dass sie sich ganz oben bei den Systemkameras einsortieren würde, DSLRs inklusive. Aber die Olympus OM-D E-M1 Mark II übertrifft diese Erwartungen.

Eine schlechte und eine gute Nachricht schon mal vorne weg. Die schlechte: Wer die Olympus E-M1 Mark II haben möchte, muss sich noch gedulden. Die gute: Das Warten lohnt sich.

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Wenn es um die übertroffenen Erwartungen geht, stimmt das bei der Auflösung des 4/3-Sensors zwar, für manche aber vielleicht nicht so genug. 20 MPix sind zwar eine gute Hausnummer und 4 MPix mehr als bei der ersten E-M1 – aber der ein oder andere Olympus Fan hatte wohl doch auf die 24-MPix-Marke geschielt.

Die 24 MPix werden nun einerseits also doch nicht erreicht – andererseits aber deutlich übertroffen. Auch die E-M1 II beherrscht die Technik, durch Verschieben des Sensors nach oben, unten, rechts und links um jeweils 1/2 Pixelbreite die Zwischenräume zwischen den Pixeln zu erfassen. Sie kann so ein Bild mit einer Auflösung von 50 MPix aufnehmen.

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Die Rechenleistung des neuen Bildprozessors TruePic VIII ermöglicht es dabei, Bewegungen im Motiv bis zu einem gewissen Grad auszugleichen. Das ist wichtig, weil die Bewegung des Sensors einen Moment dauert – einen sehr kurzen Moment zwar, aber in dieser Zeit kann können sich eine Blüte oder ein Kornfeld im Wind bewegen. Wie gut sich dieser Algorithmus nutzen lässt, um höchst auflösende Bilder aus der freien Hand zu machen, muss der Praxistest zeigen.

Ein großer Schritt nach vorn ist auf jedes Fall das AF-System. Beim ersten Ausprobieren nach der offiziellen Präsentation in einer eher spärlich beleuchteten Ecke stand die Schärfe sofort, egal, ob von nah nach fern oder von fern nach nah fokussiert werden musste. Der Sucher zeigte sich dabei wieder einmal als Lichtblick.

Dafür ist in erster Linie der Phasen-AF auf dem Bildsensor verantwortlich, dem 121 Sensoren – alle 121 sind Kreuzsensoren – zur Verfügung stehen. Bis zur welcher minimalen und maximalen Lichtstärke der AF funktioniert, wurde noch noch nicht mitgeteilt. Aber es sollen Serienaufnahmen mit 18 B/Sek. möglich sein, bei denen die Schärfe von Bild zu Bild nachgeführt wird.

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Die genannten 18 B/Sek. werden noch deutlich übertroffen, wenn die Entfernungseinstellung für das erste Bild für die folgenden Bilder beibehalten wird. Dann bringt es die E-M1 auf 60 B/Sek. Die genannten Frequenzen gelten, wie während der Präsentation in Köln betont wurde, für Aufnahmen mit voller Auflösung und auch für RAW-Aufnahmen.

Im engen Zusammenhang mit dieser Geschwindigkeit steht, dass nun auch eine Olympus die Möglichkeit bietet, Bilder mit hoher Frequenz zu schießen, die aber nicht gespeichert werden. Erst, wenn man den Auslöser nicht nur halb, sondern ganz durchdrückt, werden das aktuelle Bild und 14 Bilder davor gespeichert. Aus diesen Aufnahmen kann man dann die aussuchen, mit der genau der richtige Moment eingefangen wurde.

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Auch der Bildstabilisator wurden verbessert. Bis zu 6,5 Verschlusszeitenstufen soll er gegenüber der Freihandgrenze gut machen. Nimmt man für 300 mm Brennweite [@KB] also 1/500 Sek. als Freihandgrenze an, sollten unverwackelte Freihandaufnahmen noch mit rund 1/6 Sekunde möglich sein. Das gilt es in der Praxis zu überprüfen.

Auf die Filmer profitieren vom neuen Stabi – und davon, dass man mit der E-M1 II nun auch in Cinema 4K (mit 30 fps) filmen kann. Zudem steht eine Bildrate von 24p, verbunden mit einer Bitrate von 237 MBit/Sekunde zur Wahl.

Das Gehäuse hat sich auf den ersten Blick gegenüber der ersten E-M1 wenig geändert. Da wo etwas anders ist, unterstützt das den Fotografen bei seiner Arbeit oder seinem Hobby. Der Handgriff ist nun etwas tiefer: Es stehen zwei Slots für SD-Karten zur Verfügung (einer davon ist UHS-II-kompatibel). Der Akku läuft 40 % länger, sein Ladestand wird nun in Prozent angezeigt, was nach einer Kleinigkeit klingt, aber im Fotoalltag eine große Hilfe ist, wie auch die um die Hälfte (auf 2 Stunden) reduzierte Ladezeit. Für die schnelle Datenübertragung gibt es einen USB 3.0 Typ-C-Anschluss.

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Gleich geblieben ist, z. B., dass das Gehäuse staub- und spritzwassergeschützt sowie frostsicher ist, oder dass sich der Monitor schwenken und drehen lässt.

Preis

noch keine Angabe

Verfügbarkeit

noch keine Angabe

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