Die Olympus PEN-F ist nicht das neueste Modell unter den spiegellosen Systemkameras von Olympus – aber ein überaus interessantes. Sie bietet sehr sehr

Olympus PEN-F

Wer in Farbe fotografiert, möchte in der Regel, dass die Farben so im Bild erscheinen, wie man sie in der Natur gesehen hat. Wer genau darauf Wert legt, muss bei der Olympus PEN-F nichts weiter tun.

Hausnummer, Kamera: Olympus PEN-F

Natürliches Grün, die abgestuften Töne im Holz und die Blaugrün des Hausnummernschildes …

In der Grundeinstellung bringt die kleine Kamera feine Hauttöne, ein sauberes Himmelblau, gut abgestufte natürliche Grüntone, zarte Pastelltöne in Blüten oder kräftig farbiges Geschirr kommen gut und sauber.

 

Geschirr, Kamera: Olympus PEN-F

… wie auch kräftige und pastellige Farben – alle kommen sauber und ordentlich ins Bild.

Das eben Gesagte gilt allerdings nur für die Bilder aus der Kamera. Wie das Bild auf dem Monitor oder im Ausdruck aussieht, ist eine ganz andere Sache. Wer das von der Kamera gelieferte Material optimal nutzen möchte, muss den Monitor kalibrieren (was einfach geht) und auch den Drucker (was etwas mehr Aufwand bedeutet und manchmal auch ausgeglichene Menschen dazu bringt, zu schimpfen wie ein Rohrspatz).

Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel. (Abgedroschen, aber richtig!) Und so sind manche Bilder deswegen ein Hingucker, weil die Farben anders sind, als in der Natur.

Dazu gehört z. B., dass man Bilder von Kindern oder Blüten gern mal etwas entsättigt, den Sonnenuntergang oder andere Blüten etwas satter ins Bild holt. Hier ist ein Blick in die Galerie der ART-Filter ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wichtig: Man muss den Filter nicht so nehmen, sondern kann die Wirkung über die Gradationskurve beeinflussen.

Aber erst wenn man nutzt, was sich hinter den Einstellungen CRT und COLOR am Kreativeinstellrad verbirgt, kommt die kreative Arbeit mit der Farbe erst wirklich in Schwung. Hier hat man die Möglichkeit, einen eigenen Look für die Bilder zu schaffen.

CRT steht für COLOR CREATOR. Um damit arbeiten zu können, braucht man wieder einmal den kleinen Hebel unter dem Betriebsartenwählrad (er kam in unserer kleinen Serie schon mehrfach zum Einsatz). Schiebt man ihn nach rechts, erscheint auf dem Monitor ein Farbrad. Mit dem vorderen Einstellrad umkreist man es in 30 Schritten. Das heißt, dass man 30 verschiedene Farbtöne beeinflussen kann. Das wiederum geht mit dem hinteren Einstellrad, mit dem man die Sättigung des gewählten Farbtons um +- 3 Werte verändern kann. Diese Änderungen gelten für das ganze Bild und alle Farben. Entscheidet man sich für höhere Sättigung in Rot, werden in Folge auch Gelb-, Blau- oder Grüntöne etwas rötlicher. Wählt man weniger gesättigtes Gelb, werden auch die Gelbanteile in Rot-, Blau- und Grüntönen heruntergefahren.

Olympus PEN-F, Detail

COLOR ist anders strukturiert, wenn es um die Beeinflussung von Farben geht. Wieder erscheint nach dem Druck auf die inzwischen wohlbekannte Taste ein Farbrad, das man durch Drehen umkreist. Hier sind es 12 Farben, die man beeinflussen kann – aber jede für sich. So kann aus dem Farbkreis, wenn man will, ein Farbstern werden. Damit kann man sich einen besonderen Farblook konstruieren.

Strand Blavand, Kamera: Olympus PEN-F

Das Motiv einmal mit der Standard-Farbeinstellung …

Strand Blavand, Kamera: Olympus PEN-F

… und einmal mit einem selbst erstellten Farbprofil aufgenommen.

Wichtig dabei: Während man den Farbkreis beeinflusst, sieht man das aktuelle Motiv und wie die Änderungen es beeinflussen. Tipp: Eines der drei Farbprofile öffnen, ein Motiv mit vielen Farben suchen (Farbstifte im Urlaub, eine kleine Farbtafel zu Hause) und in Ruhe den gewünschten Look erpröbeln. Er steht dann immer zur Verfügung, wenn man das entsprechende Farbprofil wieder öffnet.

Meine Güte – was die Olympus PEN-F so alles kann.

Und nun ist der Urlaub ist so gut wie vorbei, und einige Funktionen sind noch gar nicht aktiv gewesen.

Bei der Moviefunktion liegt es daran, dass Filmen nicht mein Hobby ist.

Bei einigen anderen Fotofunktionen spielt es eine Rolle, dass Blåvand nicht immer die passenden Motive bietet. Und dann macht auch noch das Wetter  den ein oder anderen Strich durch die Rechnung.

Aber wenn man die PEN-F nicht draußen einsetzen mag (sie kann Staub und Spritzwasser ab, aber bin da eher kein Freund davon) kann man auch drinnen mit ihr Bilder machen.

Nein, damit ist nicht gemeint, dass ich die Uhr fotografiere, um den Stabilisator und meine ruhige Hand zu testen. Auch nicht, dass ich die künstlichen Blumen aufnehme, während ich sie mit der Taschenlampe ausleuchte. Und auch nicht, dass ich unsere Enkelmädchen knipse, die ich aber nie im Internet zeigen werde. Dabei stellt sich übrigens immer wieder heraus, dass Vollautomatik und Gesichtserkennung wissen, was sie zu tun haben. So bequem kann es sein, zu gelungenen Schnappschüssen zu kommen.

Mit „Bilder drinnen machen“ meine ist, dass die PEN-F es möglich macht, Bilder auf dem Speicherkärtchen auszusuchen und in der Kamera in zwei Instanzen zu bearbeiten. Zum einen kann man mit RAW-, zum anderen mit JPEGs etwas tun, ohne dafür einen Rechner zu brauchen.

Zum Bespiel kann man aus zwei oder drei RAW-Aufnahmen eine Doppel- oder Dreifachbelichtung generieren.

Olympus PEN-F, Monitor Screenshot

Die passenden Bilder sucht man aus einem Raster aus. Danach legt sie die Software übereinander und bietet die Möglichkeit, zu beeinflussen, wie stark jedes der Bilder die Mehrfachbelichtung bestimmt.

Doppelbelichtung, Kamera: Olympus PEN-F

Doppelbelichtung – in der Kamera nachträglich zusammengesetzt.

Anderes Beispiel. Mit der Keystone-Funktion der Olympus PEN-F kann man schon bei der Aufnahme stürzende Linien eliminieren – und zwar vertikale und horizontal stürzende Linien. Letztere werden in der Regel als nicht so störend empfunden, aber auch sie sollten manchmal ausgeglichen werden. Wenn es bei der Aufnahme schnell gehen musste und man keine Zeit hatte, die Keystone-Korrektur anzuwenden, oder wenn man die stürzenden Linien bei der Aufnahme als gar nicht so schlimm empfand, kann man auch im Nachhinein einiges geraderücken.

Olympus PEN-F, Monitor Screenshot

Dafür wird über das geöffnete Bild ein Rechteck gelegt, das man mit den beiden Einstellrädern der PEN-F zu einem Trapez verzerren kann. Wenn die Linien des Trapezes an den stürzenden Linien anliegen, werden die dann senkrecht oder waagrecht ins Bild gebracht.

Aarhus, Kamera: Olympus PEN-F

Die stürzenden Linien stören nicht sehr, aber wenn man möchte …

Aarhus, Kamera: Olympus PEN-F

… kann man sie schnell und bequem ausgleichen.

Wie immer bei solchen Korrekturen, geht Bildinhalt verloren, umso mehr, je stärker korrigiert werden muss!

Zum Schluss

Der Urlaub ist zu Ende, die Heimfahrt droht wieder stressig zu werden, mit Staus Richtung Hamburg und etlichen Baustellen danach. Aber den anderen vor, hinter und neben uns wird es auch nicht besser gehen … und wer weiß, ob sie auch viel Fotospass im Urlaub hatten.

 

Text und alle Bilder: Herbert Kaspar

 

Weiterführende Links

Olympus OM-D E-M10 Mark III – Erster Test und Praxisbilder

Olympus OM-D E-M1 Mark II – ISO-Reihe 

Olympus OM-D E-M1 Mark II – Hands-on 

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus PEN-F / 1

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus PEN-F / 2

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus Pen-F / 3

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus PEN-F / 4

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus PEN-F / 5

Ein paar Tage Urlaub mit der Olympus PEN-F / 6

 

Über den Autor

Herbert ist der Chefredakteur von d-pixx und d-pixx.de.