Bisher galt es, sich zu entscheiden: Vollformat oder spiegellos. Wer für Vollformat votierte, musste dann noch wählen: Spiegelreflex mit dem typischen Schwingspiegel (aktuell von Canon und Nikon in jeweils mehreren Modellen im Angebot) oder SLT mit teildurchlässigem feststehenden Spiegel, der nicht mehr für den Sucher, sondern nur noch für die AF-Funktion gebraucht wird (aktuell in der Sony SLT-A99 zu haben).

Ehe Sie weiterlesen noch ein Hinweis: Durch einen Klick auf die Praxisbilder gelangen Sie zum großen Bild, das immer einen 100 % Crop aus einem unbearbeiteten JPG darstellt.

Sensor und Objektive

Sony stellte am Mittwoch nun die ersten Vollformatkameras vor, die ganz ohne Spiegel auskommen – die Sony Alpha 7 und die Sony Alpha 7R, die  einander gleichen, wie ein Ei dem anderen. Mit rund 127 x 95 x 49 mm sind die Kameras sogar etwas kleiner als die Olympus OM-D E-M1 (131 x 94 x 64 mm) und deutlich, sehr deutlich kleiner als die oben angesprochenen DSLR- und SLT-Modelle.

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Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Schwester-Modellen sind die Sensoren. In der a 7 kommt ein 24,3-MPix-Chip mit Tiefpassfilter zum Einsatz (bekannt aus der SLT-A99), in der a 7R ein 36,4-MPix-Sensor ohne Tiefpassfilter, was zu einem besseren Auflösungsvermögen beitragen soll. Es handelt sich um eine Neuentwicklung, nicht identisch mit dem Chip der Nikon D800.

Dass die Mikrolinsen ohne Zwischenraum auf dem Sensor sitzen, ist schon von anderen Kameras bekannt und sorgt für eine bessere Lichtausbeute, was letztendlich auch dem Rauschverhalten zugutekommt. Eine wesentliche Neuerung beim 36-MPix-Chip ist das Design in den Randpartien. Die lichtempfindlichen Flächen der Pixel werden gegenüber den davor liegenden Licht sammelnden Linsen ein wenig verschoben, um die am Rand schräg einfallenden Lichtstrahlen optimal für die Aufzeichnung des Bildes nutzen zu können.

Eine andere Lösung dieses Problems wären telezentrische Objektive, wie sie z. B. im mFT-System zu finden sind. Bei ihnen treffen auch die Randstrahlen (annähernd) senkrecht auf den Sensor. Das geringe Auflagemaß und die Sensorgröße von 36 x 24 mm machen solche Objektivrechnungen für die neuen Vollformatkameras von Sony allerdings schwer.

Hinzu kommt, dass sowohl die Alpha 7 wie auch die Alpha 7R per Adapter mit vorhandenen Vollformatobjektiven mit A-Bajonett bestückt werden können, deren Abbildungsqualität beim 36,4-MPix-Chip dank der neuen Technologie besser ausgenutzt werden kann.

Am Anfang werden solche Objektive wahrscheinlich oft an der Alpha 7 oder Alpha 7R zum Einsatz kommen, denn es steht nur eine Handvoll von FE-Objektiven zur Auswahl, die speziell auf den Einsatz an diesen Kameras gerechnet wurden. Die besondere Rechnung ist wegen des bereits erwähnten geringeren Auflagemaßes gegenüber DLSR/SLT-Modellen nötig, da das Objektiv ja näher am Sensor sitzt.

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Es sind folgende Objektive:

Sonnar T* FE 2,8/35 mm ZA für 799,- Euro (November 2013)

Sonnar T* FE 1,8/55 mm ZA für 999,- Euro (Januar 2014)

Vario-Tessar T* FE 4/24-70 mm ZA OSS für 1199,- Euro (Januar 2014)

FE 3,5-5,6/28-70 mm OSS … nur im Kit mit der Alpha 7 (November 2013)

FE 4/70-200 mm G … Preis noch nicht bekannt (Frühjahr 2014)

Bis Ende 2014 sollen insgesamt 10 FE-Objektive zur Verfügung stehen, darunter auch ein Makro-Objektiv.

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Für den Einsatz vorhandener Objektive mit A-Anschluss können zwei neue Adapter verwendet werden. Der LA-EA4 für 349,- Euro ist mit einem teildurchlässigen Spiegel à la SLT ausgestattet und macht Phasen-AF im LiveView-Modus möglich macht. Der LA-EA3 für 199,- Euro bietet dieses Feature nicht.

Beim Objektivanschluss der Alpha 7er Modelle handelt es sich um das E-Bajonett, wie es bei allen NEX-Kameras zum Einsatz kommt. Entsprechend lassen sich auch alle E-Objektive an die neuen Vollformatmodelle ansetzen. Die Kameras können sie erkennen und  nutzen dann nur noch einen 23,6 x 15,7 mm großen Ausschnitt in der Mitte des Sensors, also das APS-Format, für das die Objektive gerechnet sind. Wer mag, kann auch den kleineren Bildkreis der APS-Objektive auf dem Vollformatsensor aufnehmen und das Bild später selbst zurecht schneiden. Ein orange-glänzender Ring rund ums Bajonett zeigt, dass dahinter ein Vollformatsensor sitzt.

Ausstattung, Design, Handling

Die Ausstattung der Kameras ist umfangreich und auf dem Stand der Technik. So genügt es beispielsweise, ein Smartphone oder Tablet an die Kamera zu „dotzen“, um dann dank des Near Field Communication Moduls Bilder übertragen zu können. Die Berührung muss dort erfolgen, wo auf der rechte Seite das NF-Logo zu sehen ist. Ein WiFi-Modul steht ebenfalls zur Verfügung, sowie die Möglichkeit, Apps zu installieren. (Dabei fällt mir meine alte Minolta Dynax 9xi von 1992 ein. Ihr Funktionsumfang konnte durch sogenannte „Chipkarten“ erweitert werden.)

Im Laufe einer Pressekonferenz in Berlin und einer Fotosession im Bode-Museum, das, nebenbei bemerkt, sehr besuchenswert ist, konnte ich beide 7er Varianten in Augenschein nehmen und für einige Aufnahmen nutzen .

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Das Gehäusedesign der Alpha 7 / a7R verbindet die Formgebung der NEX-7 mit der Linienführung einer klassischen SLR. Es gibt also das typische Sucherdach, unter dem aber kein optischer Sucher steckt, sondern ein Monitor, der auf der OLED-Technik basiert. Er wartet mit einer Diagonalen von 1,3 cm und einer Auflösung von 2.359.296 Dots auf, das entspricht 1024 x 768 Bildpunkten, die von jeweils einer roten, grünen und blauen Leuchtdiode (den RGB-Dots) gebildet werden. Das Sucherbild ist auch für mich als Brillenträger gut zu überschauen. Es ist mit einer Vergrößerung von 0,71x nicht so groß wie das der Olympus OM-D E-M1 (1,48x), zeigt aber ebenfalls 100 % des späteren Bildes.

 

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 1600 – 1:2,8 – 1/60 Sek.

Der Sucher machte sowohl an gut ausgeleuchteten Sets, in den eher schummrigen Museumsräumen und auch bei Nachtaufnahmen draußen eine sehr gute Figur und zeigte ein knackscharfes Bild, praktisch ohne Nachzieheffekte.

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Sony Alpha 7 (Vorserienmodell) mit 28-70 mm OSS
28 mm – ISO 320 – 1:11 – 1 Sek. – -1EV

Auch das Display auf der Rückwand ist sehr gut zu gebrauchen. Es hat eine Diagonale von 3“ bei einer Auflösung von 921.000 Dots und verzichtet auf eine berührungssensitive Oberfläche. Das geht inzwischen zwar etwas besser, aber man kommt mit dem Gebotenen sehr gut zurecht. Der Rückwandmonitor ist beweglich gelagert und kann, wie anderen Sony Modellen gewohnt, nach oben (90°) und unten (45°) geklappt, aber nicht zur Seite geschwenkt werden. Dass beide Monitore zusätzlich zum Motiv eine Vielzahl von Informationen zeigen können, wenn man das möchte, ist inzwischen üblich – dazu gehören z. B. eine Zwei-Achsen-Wasserwaage, ein Histogramm und Rasterlinien.

Wenn man die Kamera ans Auge nimmt oder sie wieder davon entfernt, wird automatisch zwischen Sucher- und Rückwandmonitor umgeschaltet. Um zwischen den verschiedenen Anzeigemodi zu wechseln, betätigt man die Display-Taste auf der Rückwand – die immer diese Funktion erfüllt.

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Neun andere Einstellelemente können dagegen mit insgesamt 49 Funktionen frei belegt werden. Leider war beim ersten Kennenlernen keine Zeit, die Kamera ganz nach eigenen Wünschen zu konfigurieren, aber das wird nachgeholt, wenn die erste 7er (welche der beiden es auch sein mag) in der Redaktion ist.

Aber auch mit der Grundeinstellung der Tastenbelegung gab es keinerlei Probleme im Umgang mit der Kamera, die dank des ausgeprägten und griffig belegten Griffes sehr gut in der Hand liegt – in großen Händen noch besser, wenn man den Batterie-Hochformatgriff ansetzt, der unter der Bezeichnung VG-C1EM in der Zubehörliste steht und auch den Energievorrat vergrößert. Laut den technischen Daten sind mit einer Ladung des Akkus im Gehäuse rund 270 Aufnahmen im Suchermodus möglich. Das ist nicht sehr viel …

Details, die bei den ersten Aufnahme auffielen: Die SD-Karte (oder der Memory-Stick, dem Sony immer noch die Treue hält) wird von hinten in die Kamera eingesetzt. Der Extra-Auslöser für Movies sitzt so weit rechts außen, dass man ihn praktisch nicht mehr versehentlich betätigen kann. Auf einen eingebauten Blitz wird verzichtet.

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Dass die Gehäuse der beiden 7er Modelle, die beide auf einem Magnesiumchassis aufgebaut sind, und auch die der neu entwickelten Objektive gegen Staub und Spritzwasser geschützt sind, konnten wir in Berlin nicht überprüfen, worüber ich aber auch nicht sehr traurig bin.

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Insgesamt fünf Einstellräder machen es leicht, die Kamera in jeder Situation zu beherrschen. Eines hat seinen Platz oben im Handgriff (1), eines oben rechts auf der Rückwand (2). Beide sind teilweise versenkt und lassen sich dank ihrer Riffelung schnell und sicher drehen. Hier werden je nach Betriebsart oder Voreinstellung Blende und Verschlusszeit geändert oder die Empfindlichkeit im Bereich von ISO 50 bis 25600 eingestellt. Für Belichtungskorrekturen im Bereich von +-3 EV steht ein drittes Rad zur Verfügung (3). Wenn diese Spanne nicht reicht, kann man mit dem vierten Einstellrad auf der Rückwand im Menü Werte von +5 EV bis -5 EV wählen. Dieses vierte Rad (im Bild oben nicht zu sehen), sitzt auf der Rückwand und dient gleichzeitig als Vierrichtungswippe, mit dem man in der Grundeinstellung die Funktionen „Display“, „Weißabgleich“ und „Bildfolge/Selbstauslösereinstellungen“ aufrufen kann.

Das fünfte Einstellrad ist das Betriebsartenwählrad (5). Hier kann man zwischen Blenden- und Zeit- und Programmautomatik wählen, sowie den manuellen und den Movie-Modus aktivieren. Obwohl die 7er Modelle Profis und versierte Amateure als Zielgruppe im Blick haben, gibt es zudem eine Vollautomatik und Motivprogramme, die man über die Einstellung SCENE erreicht. Dazu kommen Raststellungen des Rades für das Schwenkpanorama und zwei individuell zu gestaltende Modi.

Außer dem großen Menü mit der üblichen Vielfalt an Einstellmöglichkeiten wird das Quickmenü „Intuitive Quick Navi Pro“ angeboten, wo alle wesentlichen Einstellmöglichkeiten auf einer grafischen Oberfläche zusammengefasst und schnell zu erreichen sind. Dazu kommt eine doppelzeilige Menüleiste, auf der man sich Icons für die Funktionen anzeigen lassen kann, die man besonders oft benötigt. Wer mag, kann auch das Kachel-Menü der NEX-Modelle aktivieren, das aber aus den Sony Systemkameras verschwinden soll (wie übrigens auch die Bezeichnung NEX – alle Systemkameras von Sony werden Alphas, wenn ich das richtig verstanden habe).

In der Praxis

Das Zusammenspiel aller bisher aufgeführten Komponenten macht den Umgang mit einer Alpha 7 / Alpha 7R zu einer sehr angenehmen Angelegenheit. Zwar ließ sich mein Vorserienmodell der a 7R von Zeit zu Zeit erst im zweiten Anlauf dazu überreden, eine neue Empfindlichkeitseinstellung zu akzeptieren, aber bis zur Markteinführung im November wird die Firmware natürlich noch optimiert …

Zum Einsatz kamen zwei Vorserienmodelle mit noch nicht finaler Firmware. Die a 7R war mit dem neuen Sonnar T* FE 1,8/55 mm ZA bestückt, das die Rolle des klassischen Standardobjektivs übernimmt, und die a 7 mit ihrem Setzoom FE 3,5-5,6/28-70 mm OSS. Die Buchstaben OSS im Namen des Zooms zeigen, dass Sony bei den 7er Modellen auf einen Bildstabilisator im Objektiv setzt und den Sensor unbeweglich lagert, was vermutlich der Größe der Gehäuse geschuldet ist.

Das 55-mm-Objektiv wurde von der Alpha 7R unter allen Lichtbedingungen sehr schnell scharf gestellt – das Zoom von der a 7 noch ein Stück schneller. Das liegt zum einen an der Rechenleistung des neuen BIONZ X Prozessors, zum andern an den überarbeiteten AF-Systemen. Die Alpha 7 bietet einen Hybrid-Autofokus ähnlich dem, der in der SLT a99 zum Einsatz kommt. In den Aufnahmesensor sind 127 Messfelder für Phasendetektion integriert (mehr als bei der SLT a99), die für die schnelle Voreinstellung sorgen, während 25 Messfelder mit Kontrast-AF die Fokussierung präzise zu Ende führen – so die Aussage von Sony. In der Praxis ist aber nicht zu bemerken, welcher AF-Modus gerade was tut, man sieht nur, dass die Schärfe schnell „steht“. Aber auch die Alpha 7R, die nur den Kontrast-AF mit 25 Messfeldern bietet, machte im ersten Einsatz einen sehr guten Eindruck und keine Probleme bei der Scharfstellung. Dass etliche Bilder im Museum dennoch „unscharf“ ausfielen, liegt daran, dass das neue 55 mm von Zeiss keinen Stabilisator aufweist und ich nicht daran dachte … 🙁

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 2000 – 1:4 – 1/60 Sek.

Das hohe Auflösungsvermögen der Alpha 7R mit 36,4 MPix (was aber, wie  Sony andeutete, noch nicht das Ende der Fahnenstange ist) fordert entsprechend hoch auflösende Objektive und auf den ersten Blick ist das 55er von Zeiss ein passender Partner.

Allerdings ist hier noch der ausführlichere Praxistest abzuwarten, für den dann vielleicht auch das neue 2,8/35 mm von Zeiss zur Verfügung steht. Dann kann auch in Ruhe überprüft werden, wie sich die neue automatische Korrektur von Beugungsunschärfen bei sehr kleinen Blenden auswirkt.

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Sony Alpha 7 (Vorserienmodell) mit 28-70 mm OSS
66 mm – ISO 100 – 1:5,6 – 1/200 Sek.

Auch die Kombination aus Alpha 7 und 3,5-5,6/28-70 mm Objektiv machte einen sehr gute Eindruck. Eine durchgehende Lichtstärke von 1:4 wäre zwar nicht zu verachten, wäre aber bei der geringen Baugröße (83 mm lang, 73 mm Durchmesser) und dem geringen Gewicht (295 g) des Zooms nicht zu realisieren – und die haben auch was, wenn man bis spät nachts draußen rumläuft …

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Sony Alpha 7 (Vorserienmodell) mit 28-70 mm OSS
28 mm – ISO 320 – 1:8 – 4 Sek. – -1EV

Die Serienbildgeschwindigkeit der Alpha 7 liegt zwischen 2,5 und 5 B/Sek., die a 7R schafft wegen der größeren Datenmenge „nur“ 1,5 bis 4 B/Sek. Wie schnell sie wirklich sind und wie es mit der Schärfennachführung klappt, muss ebenfalls im Laufe des ausführlichen Praxistests noch geprüft werden.

Rauschverhalten

Besonders bei der Alpha 7R mit ihren 36,4 Millionen Pixeln auf der Fläche von 36 x 24 mm stellt sich natürlich die Frage nach dem Rauschen. Viele Bilder im Bode Museum (wie gesagt: besuchenswert) wurden bei schummrigen Lichtverhältnissen mit ISO 3200 gemacht und sind auf jeden Fall für größere Ausdrucke brauchbar. Welchen Anteil daran die spezielle Rauschreduzierung hat, lässt sich nicht sagen. Sie greift in strukturlosen Bildpartien stärker ein, als dort, wo feine Strukturen abgebildet werden, wie man es schon von Panasonic kennt.

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 100 – 1:4 – 1/25 Sek.

 

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 400 – 1:4 – 1/100 Sek.

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 1600 – 1:4 – 1/400 Sek.

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Sony Alpha 7R (Vorserienmodell) mit 1,8/55 mm ZA
55 mm – ISO 6400 – 1:4 – 1/1600 Sek.

Auch die Alpha 7 kam bei etlichen Aufnahmen mit hohen ISO-Werten zum Einsatz und auch hier sind auf den ersten Blick die Empfindlichkeiten bis ISO 3200 praxistauglich. Selbst Bilder, die bei ISO 6400 und 12800 gemacht wurden, fallen noch nicht durch starke Störungen auf.

Diese Aussagen beziehen sich, wie gesagt, auf Vorserienmodelle und  werden am üblichen Studiomotiv und mehr Praxisbildern überprüft, wenn die finalen Kameras in der Redaktion sind. Und dann kommt auch die Movie-Funktion zum Einsatz, die Filmaufnahmen mit maximal  60 Vollbildern pro Sekunde möglich macht.

Bei allen Bildern handelt es sich übrigens um 100-%-Crops aus einem  6000 x 4000 Pixel großen Bild der Alpha 7 bzw. aus einem 7360 x 4912 Pixel großen Bild der Alpha 7R. Dass ein bisschen geschnitten wurde, dient nur dem besseren Bildausschnitt.

Alles in allem

Natürlich ist nach wenigen Stunden und nicht so sehr vielen Aufnahmen noch keine endgültige Beurteilung möglich, aber Sony zeigt mit der Alpha 7 und Alpha 7R einmal mehr, dass man in der ersten Liga der Kamerahersteller mitspielen möchte – und auch mitspielen kann, sowohl in Sachen Technik wie auch Abbildungsleistung. Besonders die Kombination aus Vollformatsensor und kompaktem, leichtem Gehäuse macht definitiv sehr viel Spaß.

Und da die Alpha 7R als Alpha 7R und nicht als Alpha 9 vorgestellt wurde, kann man schon einmal anfangen zu überlegen, was Sony sich für die nächste Stufe der spiegellosen Vollformat-Systemkamera einfallen lassen wird. Es bleibt spannend.

Apropos „spannend“. Spannend ist auch die Preisgestaltung. Das Gehäuse der a 7 soll 1499,- Euro kosten, für das Set aus a 7 und 28-70 mm liegt der Preis bei 1799,- Euro. Das Gehäuse der a 7R liegt bei 2099,- Euro. Allerdings muss beim 36,4-MPix-Modell bedacht werden, dass das 55-mm-Objektiv mit 999,- Euro zu Buche schlägt, und dass für das Vario-Tessar T* FE 4/24-70 mm ZA OSS, das im Januar 2014 auf den Markt kommen soll, 1199,- Euro zu bezahlen sein werden. (Bei den Preisen handelt es sich um die von Sony genannten UVPs).

Anmerkungen

Ach ja: Ein weiterer Unterschied zwischen der Alpha 7 und der Alpha 7R soll nicht unerwähnt bleiben: obwohl beide Kameras einen Verschlusszeitenbereich von 1/8000 bis 30 Sekunden bieten, liegt die Synchronisationszeit der a 7 bei 1/250 Sek., die der a 7R bei 1/160 Sek.

Und noch etwas muss erwähnt werden. Die erste spiegellose Vollformat-Digitalkamera kam schon 2009 heraus, die Leica M9. Allerdings ist sie, wie auch die späteren Modelle, als Messsucherkameras mit manuell zu fokussierenden Objektiven in einem anderen Segment zu Hause.

Herbert Kaspar

Über den Autor

Herbert ist der Chefredakteur von d-pixx und d-pixx.de.

  • Wolfgang Niebel

    Hallo Herr Kaspar,
    hier stellt sich die Frage, warum Sony keinen Bildstabilisator in das Gehäuse einbaut. Wenn das so wäre, wären ja auch Fremdobjektive gut abschließbar, und das Gehäuse sehr interessant
    Schade!
    Viele Grüße,
    Wolfgang Niebel.

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  • Ich hoffe sehr dass es Adapter geben wird für meine vielen Nikon Objektive. Sonst muss ich wohl oder übel doch eine Df kaufen, die ja leider viele Nachteile gegenüber der 7r hat

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  • Christoph Franke

    Hallo, Herr Kaspar,

    leider wird die Blitztechnik nicht erwähnt? Sitzt da immer noch der alte Minolta-Steckschuh drauf, wie bei der Alpha 77? Sie sprechen nebenbei, das Handling mit großen Händen wäre mit dem Batteriegriff ganz gut?: das heißt, ohne diesen Batteriegriff, weiß man nicht, wie man die Kamera richtig halten soll? Ich habe mir die Kamera im Shop angesehen und kann mir nicht vorstellen, wie man diese etwas dickere Metallplatte mit der angedeuteten Griffwölbung in den etwas größeren Händen ( bei mir ist es Bärengroße) halten soll. Was aber das wichtigste ist: bei wie vielen OBjektivwechseln ist der Sensor, der vollkommen ungeschützt da vor einem liegt, hinüber? Wechseln Sie mal mit dieser Kamera Objektive im Regenwald-ich glaube, das geht gar nicht, weil der Sensor sofort Feuchtigkeit „zieht“-oder was gibt Sony zu Einsätzen unter hoher Luftfeuctigkeit an?
    Danek für eine schnelle Antwort.
    Gruß!

    • Manfred

      Hallo, wer kommt denn auf die Idee im Regenwald, oder überhaupt in einer wetter-oder staubbedingten Umgebung ein Objektiv zu wechseln. Das macht man in einer Geschützen Umgebung. Warum haben wohl Profis Helfer und mehrere Kameras dabei, bestückt mit unterschiedlichen Objektiven. Egal ob nun analog oder digital, dringt Feuchtigkeit in das innere ein wenn das Objektiv abgenommen ist dann hat man immer Probleme…das auch mit jeder abgedichteten Kamera.

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  • Grossmann

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    habe mir mal eine alpha 7 besorgt und im Garten fotografiert. Bei Gegenlicht oder speziell bei seitlichen Sonnenlichteinfall ist eine manuelle Einstellung der Kamera nahezu unmöglich, da die Kontrastwiedergabe im Sucher, selbst bei Anwendung der Lupe, miserabel ist. Im Vergleich zum Sucher einer Canon, selbst einer kleinen, (550 D), ist der Sucher der alpha 7 derart überzeichnet, dass bei den o.g. Lichtverhältnissen ein Gebrauch der Kamera mit manueller Bedienung nahezu unmöglich ist.
    Ein weiteres Manko ist, dass die Kamera im Verhältnis zu einer Canon (550 D, oder auch 5D Mark II),, deutlich empfindlicher gegen Verwackeln ist. Um wirklich scharfe Bilder zu erhalten muss generell ein Stativ verwendet werden.
    Fazit: Im Freien macht´s mit der alpha 7 bei Sonnenschein keinen Spass! Da bleib ich lieber bei Canon. In Räumen und bei eher schlechten Lichtverhältnissen, ist die alpha 7 super.

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