Die Serie der Olympus M.Zuiko Digital Pro Objektive wird ausgebaut und mFT-Fotografen haben mit dem M.Zuiko Digital 8-25 mm PRO nun ein weiteres Zoom mit sehr kurzer Brennweite zur Wahl.

Erinnern Sie sich auch an die Enttäuschung? Man stieg mit einer APS-C Kamera in die Welt der digitalen Systemkameras ein, konnte vorhandene Objektive weiter benutzen – verlor aber die kurzen Brennweiten. Ein 17-mm-Vollformatobjektiv hatte dank des Crop-Faktors plötzlich den Bildwinkel eines (etwa) 24 mm, während ein 24er zu einem (gerundet) Standardweitwinkel äquivalent zu 35 mm [@KB] wurde.

Das änderte sich freilich im Laufe der Jahre und für alle Formate vom Mittelformat bis microFourThirds gibt es Objektive mit sehr großen Bildwinkeln.

Gerade kommt so ein Objektiv in den Handel: Olympus M.Zuiko Digital 8-25 mm 1:4. Da das mFT-Format (Kameras gibt es von Olympus und Panasonic) einen Crop-Faktor von 2x mitbringt, entspricht der Bildwinkelbereich von 107° bis 47° einem 16-50 mm [@KB].

Das Zoom verbindet also den Bereich der Ultrawinkel- mit dem der Standardbrennweiten und ist daher sehr vielseitig nutzbar. Von der Architektur- bis zur Landschafts- und Streetfotografe, von Aufnahmen mit sehr steiler Perspektive und gegebenenfalls extrem großer Schärfenzone bis zu Bildern mit einer unaufgeregt natürlichen Wiedergabe des Motivs ist mit diesem einen Objektiv alles möglich.

Dazu kommt noch, dass bei 25 mm Brennweite aus 23 cm Entfernung ein größter Abbildungsmaßstab von 0,42x [@KB] erreicht wird. Die kürzeste Einstellentfernung ist bei allen Brennweiten gleich.

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Die Lichtstärke von F4 über den gesamten Zoombereich ist nicht sehr hoch, aber für sehr viele Aufnahmen mehr als ausreichend. Wer ultraweite Bildwinkel und höhere Lichtstärke sucht, wird bei Olympus ebenfalls fündig und kann auf das M.Zuiko Digital 7-14 mm 1:2,8 PRO zugreifen.

Das 8-25 mm PRO ist in der Transportstellung 113 mm lang. Ein Dreh am breitem, griffig fein geriffelten Zoomring macht es aufnahmebereit (diese Funktion wird hier erstmals bei einem Objektiv der PRO-Serie eingesetzt). Es ist jetzt auf 8 mm eingestellt und 138 mm lang. Beim Zoomen wird es bis 20 mm Brennweite etwas kürzer (rund 128 mm) und legt dann wieder ein bisschen zu. Eingestellt auf 25 mm Brennweite ist es 132 mm lang. Das gilt für das Objektiv mit aufgesetzter 4-Segment-Streulichtblende ab Bajonett. Ohne sie sind es jeweils etwa 25 mm weniger.

Der größte Durchmesser des Tubus beträgt 78 mm. Für die Streulichtblende sind es 84 mm. Was dabei auffällt ist, dass die Frontlinse für ein Objektiv mit einer so kurzen Brennweiten klein ausfällt. Sie misst nur rund 33 mm im Durchmesser und ist zwar deutlich, aber nicht übermäßig stark nach vorn gewölbt.

Mit Streulichtblende, Front- und Rückdeckel wiegt das Zoom 467 g.

Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser sind vorhanden (IPX1 Standard). Das ist natürlich nur dann sinnvoll zu nutzen, wenn auch die Kamera abgedichtet ist. Das ist bei den OM-D EM-1 und OM-D EM-5 Modellen der Fall. Die Fluor-Vergütung der Frontlinse soll es einfach machen, sie von Verschmutzungen zu befreien.

Der Zoomring sitzt hinten. Die Brennweiten 8 – 10 – 12 – 18 – 25 mm sind auf dem Ring aufgetragen. Weniger als eine Vierteldrehung reicht, um den Zoombereich zu durchfahren. Ein bisschen mehr wäre nicht schlecht, aber auch so lässt sich der gewünschte Bildausschnitt präzise festlegen. Der Ring läuft mit einem sehr leisen, schabenden Geräusch leichtgängig.

Davor ist der schmalere, ebenfalls griffig fein geriffelte, Fokussierring untergebracht. Wenn man  einmal manuell fokussieren möchte, zieht man ihn einfach ein Stückchen nach hinten. Dabei wird dann die Entfernungsskala sichtbar.

Manuelles Fokussieren bedeutet, wie heute üblich, dass der AF-Motor es übernimmt, die entsprechenden Linsen zu verschieben. Das geht sehr genau. Sehr angenehm: Es gibt einen Stopp bei der kürzesten Einstellentfernung und bei Unendlich. Wie auch bei der exakten und schnellen Scharfstellung per Autofokus ist vom AF-Motor so gut wie nichts zu hören.

Weder beim Zoomen noch beim Fokussieren dreht sich die Frontfassung. Polarisations- und Verlaufsfilter können also problemlos genutzt werden. Es werden Filter mit 72 mm Durchmesser gebraucht. Im Gegensatz zum 7-14 mm kann das neue 8-25 mm nämlich mit Einschraubfiltern versehen werden. Der Einsatz eines 5,5 mm dicken Polarisationsfilters führte nicht zu Vignettierungen.

Als drittes Einstellelement gibt es die konfigurierbare L-Fn Taste. An der Olympus OM-D E-M5 Mark III kann man ihr 28 verschiedene Funktionen zuweisen. Da man gerade bei den sehr kurzen Brennweiten oft sehr helle und sehr dunkle Partien in einem Motiv erfasst, habe ich die HDR-Funktion auf die Taste gelegt. Standardmäßig ist sie mit der AF-Speicherung belegt.

Der innere Aufbau besteht aus 16 Linsen in 10 Gruppen. Mit dabei sind fünf Linsen aus besonderem Glas, zwei einseitige und eine doppelseitige Asphären. Wie auch die Zero-Beschichtung sollen sie dazu beitragen, Abbildungsfehler zu unterdrücken und  eine hervorragende Abbildungsleistung zu erzielen.

In der Praxis zeigt sich, dass dieses Ziel zu annährend 100 % erreicht wird.

Auflösungsvermögen und Kontrast sind in der Bildmitte über den gesamten Brennweitenbereich ab größter Blende schon hervorragend und Abblenden auf 5,6 bringt nur bei sehr genauem Hinschauen eine geringe Verbesserung. Die Bildränder und -ecken sind bei Blende 4 nur minimal weicher. Abblenden auf 5,6 und 8 bringt dann eine hervorragende gleichmäßige Leistung. Die kleineren Blenden sind dann etwas schwächer, aber immer noch auf einem sehr hohen und praxistauglichen Niveau.

Vignettierung spielt so gut wie keine Rolle. Bei anfälligen Motiven kann es bei den beiden Extrembrennweiten und ganz offener Blende zu minimalen Abschattungen kommen – für ein Zoom mit diesem Brennweitenbereich eine top Leistung.

Die Farbsäume der chromatischen Aberration sind nur selten und dann sehr gering ausgeprägt zu sehen.

Bei Aufnahmen mit der Sonne knapp außerhalb und innerhalb des Bildfeld sowie weit im Bildfeld zeigen, dass die Maßnahmen gegen Reflexe und Überstrahlungen sehr gut gut sind. Nur ab und zu kommen kleine Reflexe ins Bild, die sich bei der Bildbearbeitung leicht korrigieren lassen.

Alles in allem ist das Olympus M.Zuiko Digital 8-25 mm 1:4 PRO ein Zoom, das den Besitzern einer mFT-Kamera empfohlen werden kann. Es bringt in einem sehr großen Einsatzbereich eine hervorragende Abbildungsleistung in einem kompakten und leichten Gehäuse. Man kann nun hoffen, dass OM Digital Solutions weitere neue Objektive dieser Güteklasse folgen lässt. Der Preis von 999,- € (UVP) ist zwar nicht gering, aber durchaus gerechtfertigt, wenn man sieht, viel Spaß das Zoom von der kreativen und auch von der technischen Seite her macht.

 

BEWERTUNG FÜR DAS OLYMPUS M.ZUIKO DIGITAL 8-25 MM 1:4 PRO
AN OLYMPUS OM-D E-M5 MARK III

 

GUT – SEHR GUT – HERVORRAGEND – HERVORRAGEND PLUSHERVORRAGEND DOPPEL PLUS

d-pixx testlogo Hervorragend ++

 

 

 

Text und alle Bilder © Herbert Kaspar

 

PRAXISBILDER

Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es in der Größe von 1800 Pixeln über die lange Seite auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.

Zu einigen Bildern zeigen wir einen entsprechend gekennzeichneten 100-%-Crop aus dem 5184x 3888 Pixel großen Originalbild.

Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

Olympus M.Zuiko Digital 8-25 mm 1:4 PRO
an der Olympus OM-D E-M5 Mark III

 

@ 25 mm | ISO 250 | F8 | 1/60 Sek.
@ 8 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek.
100-%-Crop
@ 16 mm | ISO 200 | F18 | 1/100 Sek.
@ 20 mm | ISO 250 | F8 | 1/320 Sek. | +0,3 EV
Die Plus-Korrektur war für den Vordergrund nötig, brachte aber einen zu hellen Himmel. Er wurde in Photoshop wieder abgedunkelt.
@ 25 mm | ISO 250 | F8 | 1/60 Sek. | +0,3 EV
100-%-Crop
@ 23 mm | ISO 200 | F8 | 1/100 Sek.
100-%-Crop
@ 25 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek. | -0,7 EV
@ 8 mm | ISO 200 | F4 | 1/800 Sek. | -0,3 EV
@ 25 mm | ISO 200 | F4 | 1/800 Sek. | -0,3 EV
@ 25 mm | ISO 200 | F8 | 1/640 Sek. | -0,3 EV
@ 8 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek. | -0,3 EV
@ 25 mm | ISO 200 | F8 | 1/400 Sek. | -0,3 EV
100-%-Crop
@ 8 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek. | -0,3 EV
@ 17 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek. | -0,7 EV
@ 15 mm | ISO 200 | F8 | 1/800 Sek. | -0,3 EV
@ 21 mm | ISO 200 | F4 | 1/2000 Sek. | -0,3 EV
100-%-Crop
@ 25 mm | ISO 200 | F6,3 | 1/400 Sek.
@ 11 mm | ISO 200 | F6,3 | 1/320 Sek.
100-%-Crop
@ 8 mm | ISO 200 | F7,1 | 1/30 Sek. | -1 EV
Für diese Freihandaufnahme war die HDR-Funktion der OM-D E-M5 Mark III aktiviert.

 

 

Alle Praxisbilder © Herbert Kaspar