Im Mai 2018 wurde die Fujifilm X-T100 vorgestellt – heute präsentiert Fujifilm die X-T200, die viele Ähnlichkeiten zum alten Modell hat, aber in wesentlichen Punkten überarbeitet wurde.

Eine Ähnlichkeit zwischen den spiegellosen Systemkameras X-T100 und X-T200 ist nicht zu leugnen – aber es gibt deutliche Unterschiede.

Der erste fällt gleich ins Auge: Sie X-T200 weist einen Handgriff auf. Er ist nicht sehr groß, wird aber für eine bessere Griffigkeit der Kamera sorgen. Ich selbst finde den Griff nicht so toll, denn die X-T100 sieht ohne Griff den Kameras der 1970er Jahre, an denen sich das Design ja orientiert, ähnlicher.

Durch den Griff vergrößert sich die Tiefe des Gehäuses auf 55,1 mm. Breite und Höhe ändern sich nur minimal (121 x 83,7 mm). Das Gewicht liegt bei 370 g – das sind fast 80 g weniger, als bei der X-T100. Hier wird wohl die Materialwahl eine Rolle spielen.

Auch die Rückwand hat sich geändert. Der Touch-Screen-Monitor ist nun bei gleicher Höhe breiter (3,5“, 2,76 Mio. RGB-Dots, Seitenverhältnis 16:9), was dazu führt,  dass rechts davon weniger Platz für physische Einstellelemente ist. Die Monitorfläche wird allerdings nicht ausgenutzt, wenn man Bilder im Seitenverhältnis des Sensors (3:2) macht!

Beim Sucher hat sich gegenüber der X-T100 nichts geändert: 2,36 Mio. RGB-Dots auf dem OLED-Bildschirm, Vergrößerung 0,62x. Das ist nicht weltbewegend, aber völlig in Ordnung.

Geblieben sind zwei Tasten (Menu OK und Display Back). Dazu kommt ein Mini-Joystick anstelle der Vier-Richtungs-Wippe – sicher keine schlechte Lösung, aber auch nicht optimal, denn der Joystick sitzt recht weit unten auf der Rückwand.

Zwei Einstellknöpfe im Griffbereich des rechten Daumens sind unbeschriftet und können mit verschiedenen Funktionen belegt werden. 

Ergänzend kommen zwei virtuelle Einstellknöpfe dazu.

Auch das Einstellrad auf der linken Schulter kann konfiguriert werden.

Und auf jeden Fall eine gute Lösung: Der Monitor ist nun schwenk- und drehbar!

Wie sich das alles wirklich beim Umgang mit der X-T200 auswirkt, wird ein Praxistest zeigen.

Wie schon bei anderen Fuijifilm-Modellen im SLR-Look gibt einen Blitz unter dem Sucherdach, der auf den ersten Blick nicht auffällt. Er soll bei ISO 200 eine Reichweite von 7 m bieten. Dazu kommt ein Blitzschuh.

Im Zentrum der Kamera steht ein CMOS-Sensor, der nach wie vor 24,2 MPix bietet. Er wird im Pressetext als Hochgeschwindigkeits-APS-C-Sensor bezeichnet, der für eine bessere Leistung mit Kupferleitungen ausgestattet ist. Ähnliches findet man schon bei der X-A7.

Daten können nun 3,5x schneller verarbeitet werden, als bei der X-T100. Damit verbunden ist, dass der Rolling-Shutter-Effekt verringert wird.

Auch beim Autofokus sind Verbesserungen vorgenommen worden. Durch 425 Pixel zur Phasenerkennung (X-T100: 91), die vollflächig über den Sensor verteilt sind, und einen verbesserten AF-Algorithmus soll die Scharfeinstellung schnell und unter unterschiedlichen Aufnahmebedingungen funktionieren.

Der Gesichts-/Augenerkennungs-AF wurde aktualisiert und ermöglicht eine schnelle und einfache Fokussierung auf Einzelpersonen oder Personengruppen. Das gilt auch, wenn der LCD-Monitor der Kamera ausgeklappt ist und die Aufnahme per Selbstauslösung erfolgen soll.

Die automatische Erkennung des Hauptmotivs ermöglicht es, ein Hauptmotiv innerhalb des Bildes zu erkennen und verfolgen. In Kombination mit einem Burst-Modus mit 8 Bildern pro Sekunde (X-T100: 6 B/Sek.) wird es dadurch noch einfacher, wichtigen Momente festzuhalten. Allerdings wird bei 8 B/Sek. die die Schärfe nicht nachgeführt.

Während Fotografen auf einen eingebauten echten Stabilisator verzichten müssen, sollen der neue elektronische Stabilisierungs- und HDR-Videomodus sowie die grundlegende interne Bearbeitungsfunktionen helfen, mit der X-T200 schöne 4K-Videos aufzunehmen, die unverwackelt und gestochen scharf sind. Neben 4K/30p steht auch die „normale“ HD-Auflösung mit 60 fps zur Wahl.

Herzstück des neuen elektronischen Stabilisierungsmodus ist ein  Gyrosensor.

Die neue HDR-Videofunktion erleichtert die Filmaufnahme in kontrastreichen.

Dazu kommen Videobearbeitungsfunktionen in der Kamera. Sie machen es möglich, Clips vor der Weitergabe zu beschneiden und in die richtigen Größe zu bringen. So können z. B. Superzeitlupen-Clips oder 4K-Materials pefekt beschnitten direkt von der Kamera auf ein Smartphone übertragen und geteilt werden – auch wenn kein Computer zur Verfügung steht.

Für Filme mit Ton bietet die kleine Fujifilm X-T200 einen 3,5-mm-Mikrophonanschluss, denn bisher nur die X-T30 zu bieten hatte.

Auch bei der X-T200 setzt Fujifilm auf die bekannten „Filmsimulationen“, mit denen man den Bildern auf die Schnelle einen besonderen Look geben kann.

Dazu kommen 20 Filter, mit denen man die Bilder verändern kann. Neu ist der „Klarheitsfilter“, dessen Funktion noch nicht beschrieben wurde. Es könnte sein, dass, ähnlich wie durch die Einstellung der „Klarheit“ in Adobe PS RAW das Bild knackiger wird. Hier wird der Praxistest für Klarheit sorgen.

Die Fujifilm X-T200 wird in den Farben Silber, Dunkelsilber und Champagner-Gold in die Geschäfte kommen.

WEITERES

Auflösung max. 6000 x 4000 Pixel
Empfindlichkeit ISO 200 – 12.800 / ISO 100 – 51.200 im erweiterten Modus
Verschlusszeiten (mechanisch) 1/4000 – 4 Sek.
Verschlusszeiten (elektronisch) 1/32.000 – 4 Sek.
Belichtungsssteuerung P, A, S, M, Motivprogramme
Dynamiksteuerung Auto, 100%, 200%, 400%
RAW-Aufnahme Ja, mit Entwicklung in der Kamera
WiFi IEEE802
Bluetooth 4.2
Akku-Laufzeit ca. 370 Bilder, ca. 55 Min. 4K/30p

 

Verfügbarkeit

Ab Ende Februar 2020

Preis (UVP)

849,- € mit XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ

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