Canon EOS M50

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Canon EOS M50




Heute stellt Canon mit der EOS M50 eine neue spiegellose Systemkamera vor – überlässt das Segment der Top-CLCs aber weiterhin Anbietern wie Fujifilm, Olympus oder Panasonic.

Canon und die spiegellosen Systemkameras. Ob das noch eine große Liebesgeschichte wird? Vor der CP+, der großen jährlichen Fotomesse in Yokohama, die für die Branche immer wichtiger wird, hatte die einen oder anderen Canon Fans gehofft, dass endlich eine Spiegellose EOS gezeigt werden würde, die einer Olympus OM-D EM-1 Mark II, Panasonic  Lumix G9oder Fuji X-T2 ebenbürtig, vielleicht sogar überlegen sein würde. Oder vielleicht sogar einen Vollformatsensor aufwiese.

Canon EOS M50
So eine Kamera wurde nicht vorgestellt, sondern mit der EOS M50 das neue heimliche Top-Modell der EOS-M-Serie. Die bekannten EOS M5 und M6 sind in Einzeldisziplinen zwar besser, als Gesamtpaket hat die neue aber die Nase vorn.

Wie die EOS M5 folgt auch die EOS M50 dem DSLR-Design, Unter dem Sucherdach steckt ein elektronischer Sucher, der mit einer Auflösung von 2,36 Mio. Dots ordentlich ist.

Der Rückwandmonitor, für Aufsteiger von Smartphones der gewohnte Sucher, bietet 1,04 Mio RGB Dots bei einer Diagonale von 3“.

Canon EOS M50

Erstmals bei einer CSC von Canon kann der Monitor zur Seite geschwenkt und dann gedreht werden, Der Bildschirm kann also auch dann von vorn betrachtet werden wenn die Kamera auf einem Stativ steht, oder ein Blitz oder Mikrophon im Zubehörschuh steckt, Vlogger werden dann zu schätzen wissen. Und alle, die Selfies lieben, auch.

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Canon EOS M50

Als Sensor kommt ein 24-MPix-APS-Modell (genauer: 24,1 MPix) zum Einsatz, der in Dual Pixel Technik ausgeführt ist. Objektivabhängig ist Phasen-AF mit bis zu 143 Messfeldern auf einer Fläche möglich, die horizontal 88% bis 100% und vertikal immer 100% der Bildfläche abdeckt.

Das AF-Messfeld bzw. AF-Messfeld Gruppen – neu ist die Version mit 5 x 5 Feldern – können mit der Fingerspitze auf dem Touchscreen positioniert werden, auch wenn die Kamera mit Sucher verwendet wird,.

Für besonders präzises Arbeiten kann das Messfeld sehr klein gemacht und dann z. B. genau auf ein Auge ausgerichtet werden.

Alternativ kann man sich in vielen Fällen man sich auf die automatische Gesichts- und Augenerkennung verlassen und korrigiert gegebenenfalls die Position des AF-Feldes mit dem Finger auf dem Touch-Pad.

Soll manuell fokussiert werden, helfen MF-Zoom und Fokus-Peaking dabei, den exakten Schärfepunkt zu finden.

Mit Schärfennachführung sind Serien mit bis zu 7,1 B/sek. möglich, ohne Nachführung kommt die EOS M50 auf max. 10 B/Sek.

Dass die automatische Scharfstellung sehr schnell geht, ist Verdienst des neuen  Digic 8 Bildprozessors, von dessen Rechenleistung auch die Bildverarbeitung und -optimierung in der Kamera  profitieren.

Ganz neu ist die Speicherung im CR3-RAW-Format mit 14 Bit Farbtiefe, das auch als C-Variante zur Verfügung steht. Beim Speichern in C-RAW bleibt die Auflösung gleich, die Datenmenge wird reduziert. Wie das bewerkstelligt wird, ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich ist eine verlustfreie Komprimierung.

Canon EOS M50

Die Korrekturautomatiken arbeiten laut Canon nun effektiver und besser. So können auch Beugungseffekte bis zu einem gewissen Grad minimiert werden und beim Nachschärfen wird dafür gesorgt, dass helle Kanten, die die Bearbeitung verraten, noch seltener entstehen. Der Radius der Schärfung wird dafür zurückgenommen, die Stärke erhöht.

Auch die automatische Belichtungsoptimierung wurde aufgebohrt. Das bringt z. B. Vorteile, wenn sich Spitzlichter zu sehr in den Vordergrund drängen. Ein typisches Beispiel sind glänzende Hautpartien bei Porträts oder zu helle Wolkenpartien in Landschaftsaufnahmen. Diese Problemstellen können von der Software in der EOS M50 verbessert werden und der Bildeindruck ist ausgeglichener und homogener.

Canon EOS M50

Für Fotografen stehen bekannten Varianten von Belichtungsmessung und -steuerung zu Verfügung, inklusive einer ausgetüftelten Vollautomatik, die besonders Anfängern eine gute Ausbeute an gelungenen Aufnahmen garantieren soll. An sie wendet sich auch das „erklärende Menü“, neben dem aber auch das bekannte und oft gelobte herkömmliche Menü zur Verfügung steht.

Auch an besondere Aufnahmesituationen wurde gedacht. So kann man dank des elektronischen Verschlusses geräuschlos Aufnahmen machen, und es gibt eine Nachführhilfe, die bei entsprechenden Aufnahmen die passende Verschlusszeit und Bildstabilisierung steuert.

Während anderswo ein Umdenken festzustellen ist, setzt Canon immer noch auf Stabilisatoren nur im Objektiv. Allerdings werden bei der EOS M50 die entsprechenden Daten nicht mehr nur von den Gyrosensoren ermittelt, sondern auch über den Bildsensor. Dadurch soll die Stabilisierung effektiver werden.

Die EOS M50 wendet sich auch an Videofilmer, die mit 4K (3840 x 2160 Pixel) aufnehmen können. Für besseren Ton steht ein Anschluss für ein externes Mikrofon zur Verfügung.

Canon EOS M50

Im 4K Modus sind Zeitrafferaufnahmen möglich, und noch in der Kamera lassen sich Einzelbilder aus einem 4K Video extrahieren und als JPEGs speichern. Beschränkt man sich auf HD sind auch Zeitlupen mit 120 B/Sek möglich.

Bei der Verbindung zu Smartgeräten beschreitet Canon einen besonderen Weg.

Bluetooth wird verwendet, um die Kamera und das Gerät zu verbinden und sie vom Smartgerät aus einzustellen und auszulösen. Nötig ist die Canon Camera Connect App, die für iOS- und Android-Geräte zur Verfügung steht.

Für die Übertragung des Bilddaten wird aber WiFi genutzt, weil das auch bei großen Datenmengen schneller geht.

 

Verfügbarkeit

ab April 2018

 

Preis (UVP)

Gehäuse 579,- €

Kit mit EF-M 15-45 mm 699,- €

Kit mit EF-M 18-150 mm 949,- €

 

 

 

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