Es gab sicherlich nur wenige Programme, über die in den letzten Monaten so ausgiebig diskutiert wurde, wie über die neue Version von Adobe Photoshop Lightroom. Heute hat man die Katze nun endlich aus dem Sack gelassen und Lightroom CC der Öffentlichkeit präsentiert. Adobe schneidet dabei alte Zöpfe konsequent ab, denkt aber dennoch an seine Bestandskunden, die sich als Profis nicht von einem Tag auf den anderen umgewöhnen wollen oder können. Daher wird parallel Lightroom Classic CC angeboten. So manche Funktion ist bereits vorab in Adobe Nimbus durchgesickert.

Ein solcher Schritt wird erst nötig, da Adobe bei Lightroom CC keinen Stein auf dem anderen lässt und seinen RAW-Entwickler vollkommen neu ausrichtet. Die Zeiten haben sich geändert und während Bilder zu Zeiten der ersten Lightroom-Version noch vornehmlich von einem Gerät kamen und lokal gespeichert wurden, sieht das 2017 bei vielen Nutzern etwas anders aus. Die Cloud ist ein vielzitiertes, omnipräsentes Buzzword und wird an allen Ecken und Enden genutzt. Daten sollen nicht mehr nur auf einem Gerät, sondern am besten auf allen Devices, dem PC, dem Tablet und dem Smartphone gleichzeitig bereitstehen und und in der bestmöglichen Qualität bearbeitet werden.

Daher ist es nicht überraschend, dass Adobe bei Lightroom CC vollkommen auf die Cloud setzt. Alle Bilder einer Bibliothek werden immer in die Cloud geladen und stehen auf diesem Wege überall bereit. Das bedeutet natürlich auch, dass deutlich mehr Speicherplatz als bisher benötigt wird. Anders als bislang (oder künftig auch Lightroom Classic), werden also nicht nur DNG-Files, sondern auch RAW-Originale hochgeladen. Entsprechend hat Adobe seine Abo-Pläne aktualisiert, dazu später aber mehr. 

Lightroom CC

Im Zentrum der Neuentwicklung steht neben der Cloud-Ausrichtung die Performance – ein Aspekt, der von vielen bisherigen Nutzern vehement gefordert wurde – und der übrigens auch bei Lightroom Classic CC zum Tragen kommt. Gleichzeitig wurde die Oberfläche deutlich entschlackt und soll nun deutlich übersichtlicher sein. Beim Import-Screen können beispielsweise deutlich weniger Einstellungen festgelegt werden. Das mag viele Profis vermutlich erst einmal abschrecken, Adobe möchte aber auch Nutzer ansprechen, die einfach nur ihre Fotos importieren wollen – und sich danach im Optimalfall auf die automatische Verschlagwortung verlassen. Darum kümmert sich Adobe Sensei, das auch für die nun noch mächtigere Suchfunktion verantwortlich ist.

Gleichzeitig wurden auch die mobilen Apps von Lightroom CC für Android und iOS angepasst. Diesen bieten nun auch eine hierarchische Verschlagwortung und eine Suche, die auf der neuen KI-Lösung basiert. Darüber hinaus wurde die Benutzeroberfläche optimiert.

Die neue Struktur verlangt auch nach neuen Abo-Plänen. Wer Lightroom CC in vollen Zügen genießen will, greift am besten zum All-In-One-Abo. Das bietet Lightroom CC, Photoshop CC, Spark und 1 TB an Cloudspeicher für 23,79 Euro bzw. 17,84 Euro im ersten Jahr für Bestandskunden. Das bestehende Creative-Cloud-Abo für 11,89 gibt es auch weiterhin, der Speicherplatz bleibt allerdings bei 20 GB was mit Blick auf die Cloud-Auslegung von Lightroom CC nicht allzu viel ist. Wer auf eine reine Lightroom-Lösung setzen möchte auf Photoshop CC verzichtet, muss ebenfalls 11,89 Euro einplanen, bekommt dann aber 1 TB an Cloudspeicher.

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  • Barbara Gruber

    Vielen Dank für diese Infos! Ich finde es gut, dass Lightroom nun auf die Cloud setzt und gleichzeitig auch die Performance verbessert hat. Da ist denk ich legitim, dass sich die monatlichen Kosten für das Abo etwas erhöhen, wobei knapp 24 Euro pro Monat meines Erachtens definitiv ein fairer Preis sind.