Das Panasonic Lumix 2,8/30 mm Asph. Mega OIS G Macro ist zwar nicht sehr neu, aber immer noch sehr interessant und dazu mit aktuell rund 300 € sehr preisgünstig. Ob es auch sehr gut ist, wollen wir in unserem Praxistest herausfinden.

Für den Einstieg in die Makrofotografie reicht erst einmal eine gute Nahvorsatzlinse. Wenn man sie für das Objektiv mit dem größten Filtergewinde kauft, kann man sie mit Reduzierringen auch an anderen Objektiven der Ausrüstung verwenden.

Wenn man dann aber erst einmal wirklich Freude an der Makrofotografie gefunden hat, steht ein Makroobjektiv ganz oben auf der Wunschliste – es muss nur geklärt werden, welche Brennweite es haben soll.

Wenn viele kleine Tiere fotografiert werden sollen, sind Objektive mit Brennweiten um 100 mm eine gute Wahl, da man damit weniger oft die Fluchtdistanz unterscheitet.  Für Kameras im mFT-System gibt es hier das Panasonic Leica DC Makro Elmarit 2,8/45mm  Asph. / O.I.S. oder das Olympus M. Zuiko Digital 2,8/60 mm ED (entsprechend 90 mm bzw. 120 mm [@KB].

Wenn man bedenkenlos nah ans Motiv herangehen kann, kann man ein Makroobjektiv mit einer kürzeren Brennweite und einer geringen minimalen Einstellentfernung in die engere Wahl ziehen.

In diese Kategorie fällt das Panasonic Lumix 2,8/30 mm Asph. Mega OIS G Macro. (Der Name aus 49 Zeichen inkl. Leerzeichen übertrifft übrigens sogar den Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän, kommt aber nicht an das 45er Leica heran … !).

Panasonic 2,8/30 mm Macro

Das Objektiv ist dagegen klein: 64 mm lang, 59 mm im Durchmesser. Und mit 180 g ist es auch angenehm leicht, obwohl der Tubus aus Metall besteht.

Die Länge ändert sich nicht – auch nicht bei Aufnahmen aus der kürzesten Einstellentfernung, die bei 10,5 cm ab Sensorebene bzw. 2,5 cm ab Frontlinse liegt. Aus diesem Abstand wird ein größter Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht.

Es wird also ein Feld formatfüllend erfasst, das so groß ist wie der Sensor, nämlich 17,3 x 13 mm. Wollte man dieses Objektfeld mit einer Vollformatkamera ebenfalls formatfüllend erfassen, müsste das Objektiv einen größten Abbildungsmaßstab von 2:1 erreichen.

2,5 cm ab Frontlinse – das ist nicht viel. Im Gegenteil, das ist ziemlich wenig, und deswegen kann es zu Problemen bei der Ausleuchtung der kleinen Motive kommen. Aufheller aus Styropor oder LED-Taschenlampen können helfen.

Eine Teilung des Fokussierbereiches – etwa Nahgrenze bis 50 cm und 50 cm bis Unendlich – wäre schön, ist jedoch nicht vorhanden.

Panasonic 2,8/30 mm Macro

Da der Autofokus der Lumix G81 aber sehr schnell ist, bringt das Fehlen des Fokusbegrenzers keine wirkliche Einschränkung in der Praxis mit sich. Die G81 kann hier ja auf die sehr schnell Panasonic-eigene DFD-(Depth-from-Defocus)-Technologie zurückgreifen.

Gerade im Nahbereich kann es passieren, dass man lieber manuell fokussieren möchte. Es war mit dem Lumix 2,8/30 mm Macro und der Lumix G81 kein Problem, die Schärfe ganz genau auf das Motivdetail zu legen, auf das es mir ankam, denn Moniturlupe und Focus-Peaking stehen als Hilfsmittel zur Verfügung.

Der Fokussierring ist mit ca. 20 mm schön breit und dank der feinen Riffelung griffig.

Auch die manuelle Fokussierung erfolgt über die AF-Motoren. Das ist oft ein bisschen schwammig. Beim Lumix 30 mm Makro kann man aber die Schärfe feinfühlig einstellen – natürlich auch hier bis 10,5 cm.

Panasonic 2,8/30 mm Macro

Gerade im Zusammenhang mit einem Makro-Objektiv darf natürlich die Post-Fokus-Funktion nicht unerwähnt bleiben. Man kann nach der Aufnahme bestimmen, wo die Schärfenebene liegen soll oder ein Bild errechnen lassen, das von vorn bis hinten scharf ist!

Die Buchstaben OIS im Namen zeigen es: Die Lumix 2,8/30 mm Makro ist mit einem Bildstabilisator versehen. Bei diesem Objektiv kann die Freihandgrenze mit 1/60 Sek. angesetzt werden. Aus rund 50 cm Entfernung gelangen mir unverwackelte Freihandaufnahmen mit ¼ Sek. und auch bei den Versuchen mit ½ Sek. kamen einige ordentliche Bilder heraus.

Trotz des Stabililisators ist es für viele Nah- und Makroaufnahmen zu empfehlen, ein Stativ zu verwenden.

Abbildungsleistung

Für die Qualiät der Abbildung sorgen bei diesem Objektiv einzeln stehende Linsen, darunter eine asphärische Linse.

Auflösung / Kontrast Bei ganz offener Blende ist das 30 mm in der Mitte schon hervorragend, mit geringem Leistungsabfall zu den Ecken und Rändern. Bei Blende 4 und 5,6 sind dann auch die Ecken auf dem hohen Level der Mitte. Bei Blende 8 und 11 sinkt die Leistung nur minimal ab, ist aber absolut gleichmäßig über das gesamte Bildfeld. Und auch die kleinsten Blenden 16 und 22, bei denen bereits die Beugung einsetzt, sind immer noch auf einem sehr guten Niveau.

Verzeichnung ist kein Problem.

Die Abschattung der Bildecken (Vignettierung) ist minimal und wird bei ganz offener Blende und anfälligen Motiven schwach sichtbar. Es liegt ca. ½ Blendenstufe zwischen Mitte und Ecke.

Auch die farbigen Säume der chromatischen Aberration spielen nur in wenigen Bildern eine Rolle, wenn man auf Blende 8 oder kleiner abblendet.

Gegenlicht und schräg einfallendes Licht sind für das Objektiv kein Problem. Dennoch wäre es nicht schlecht, wenn eine Streulichtblende im Lieferumfang wäre. Ist sie nicht, und auch im Panasonic Zubehörangebot ist keine zu finden. Bei anderen Anbietern muss man nach Blenden mit einem Gewinde mit 46 mm Durchmesser suchen, die man dann ins Filtergewinde des Lumix 2,8/30 mm Macro schrauben kann.

Alles in allem

Das Panasonic Lumix 2,8/30 mm Asph. Mega OIS G Macro überzeugt mit seiner Abbildungsleistung auf der ganzen Linie. Und weil es klein und leicht ist, ist es kein Problem, praktisch immer und überall auf diese Leistung zurückzugreifen – und zwar nicht nur im Nah- und Makrobereich. Wenn man auf eine höhere Lichtstärke verzichten kann, ist das Objektiv nämlich auch ein hervorragender Allrounder, den man ruhig anstelle eines Standardzooms als „Immerdrauf“ einsetzen kann.

 

GUT – SEHR GUT – HERVORRAGEND – HERVORRAGEND PLUS – HERVORRAGEND DOPPEL-PLUS

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Text (c) Herbert Kaspar 

Bilder (c) Herbert Kaspar

 

Praxisbilder an der Panasonic Lumix DMC-G81

Alle Bilder sind JPEGs aus der Kamera. Eventuelle Korrekturen in Photoshop werden in der Bildunterschrift genannt.

 

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Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

Nomos Uhr

30 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/30 Sek.

Rose

30 mm | ISO 100 | 1:4 | 1/40 Sek.

Rose

30 mm | ISO 800 | 1:4,5 | 1/400 Sek.

Pflanzen in Blechgefäß

30 mm | ISO 800 | 1:4,5 | 1/400 Sek.

Pflanzen in Blechgefäß

30 mm | ISO 400 | 1:4,5 | 1/400 Sek.

Gelbe Blumen

30 mm | ISO 100 | 1:4,5 | 1/250 Sek.

Giebel mit Wein

30 mm | ISO 100 | 1:3,2 | 1/640 Sek.

Alter Stich

30 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/15 Sek. | Tonwertkorrektur

Alter Stich

30 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/15 Sek. | Tonwertkorrektur
Ausschnitt aus dem Bild oben

Detail einer Seite aus d-pixx

30 mm | ISO 100 | 1:2,8 | 1/50 Sek. | Tonwertkorrektur
Nur wenige Zentimeter lagen zwischen der Frontlinse und der Seite aus der d-pixx 3/2017.

Gummibärchen

30 mm | ISO 100 | 1:5 | 1/50 Sek. | Tonwertkorrektur
Die Gummibärchen lagen auf einer Kaiser Leuchtplatte.

Versteinerung

30 mm | ISO 800 | 1:5 | 1/30 Sek.
Der kleine Ammonit wurde hier mit Focus Stacking ganz scharf erfasst. Die Aufnahme ist 3328 x 2496 Pixel groß.

Versteinerung

30 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/2 Sek.
Diese Aufnahme entstand ohne Stacking und wurde der besseren Vergleichbarkeit wegen auf 3328 x 2499 Pixel skaliert.

Blendenreihe an der Panasonic Lumix DMC-G81

Alle Bilder sind JPEGs aus der Kamera. Eventuelle Korrekturen in Photoshop werden in der Bildunterschrift genannt.

 

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Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:2,8 | 1/10 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:4 | 1/5 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/2 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:8 | 1 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:11 | 1,6 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:16 | 1/3,2 Sek.

Fotobücher

30 mm | ISO 100 | 1:22 | 6 Sek.

 

Weiterführende Links

Post Focus und Focus Stacking mit Panasonic Kameras

Über den Autor

Herbert ist der Chefredakteur von d-pixx und d-pixx.de.