Die Sigma fp2 verbindet einen kompakten Vollformat-Fotoapparat mit einer Cinema-Kamera. Zu den Neuerungen gegenüber der bisherigen fp gehören ein teilweise gestapelter Sensor mit 24,5 Megapixeln, ein neigbarer Monitor, ein überarbeiteter Autofokus und 70 GB interner Speicher.

Die Sigma fp kam im Herbst 2019 heraus. Sie war ihrerzeit die kleinste Vollformat-Systemkamera (24 MPix) der Welt, bot aber, um diese Abmessungen zu erreichen keinen Sucher und einen fest verbauten Monittor ucher. Der Umgang mit der kleinen Kamera entsprach also dem mit einer einfachen Kompaktkamera – der sie allerdings das L-Bajonett und die Abbildungsleistung einer 24-MPix-DSLM voraushatte.

2021 kam die Sigma fp L heraus, die nicht nur mit ihrem 61-MPix-Vollformatsensor einen großen Sprung machte, sondern auch einen ansetzbaren Sucher bot, dessen Okular sich nach oben schwenken ließ.

Mit der fp2 führt Sigma dieses Konzept besonders kompakter spiegelloser Vollformat-Systemkameras fort.

Auch das neue Modell ist mit dem L-Mount in das System eingebunden, in dem auch Leica und Panasonic aktiv sind.

Die Sigma fp2 ist als Hybridkamera sowohl für die Fotografie als auch für Videoaufnahmen ausgelegt.

Ein Schalter auf der Gehäuseoberseite ermöglicht den direkten Wechsel zwischen den beiden Betriebsarten STILL und CINE, die jeweils über eine eigene Benutzeroberfläche und einen angepassten Funktionsumfang verfügen.

Der teilweise gestapelte CMOS-Sensor im Kleinbildformat misst 35,9 × 23,9 mm und bietet eine effektive Auflösung von rund 24,5 Megapixeln. Die Bilddaten lassen sich als verlustfrei komprimierte 14-Bit-RAW-Dateien im DNG-Format oder als JPEG speichern. RAW und JPEG können gleichzeitig aufgezeichnet werden.

Das Autofokussystem kombiniert Phasendetektion auf dem Sensor mit Kontrast mit Kontrastdetektion.

Die Motiverkennung soll Menschen, Hunde, Katzen und Vögel; auch eine Augen-Erkennung wird unterstützt. Gegenüber der bisherigen fp verspricht Sigma Verbesserungen bei Geschwindigkeit, Genauigkeit und der Arbeit bei wenig Licht. Das wird in einem Praxistest zu überprüfen sein – ebenso, dass Serienaufnahmen mit bis zu etwa 20 B/Sek. möglich sein sollen. Eine Serie soll bis zu 200 Bilder umfassen können.

Das schnellere Auslesen des teilweise gestapelten Sensors soll zudem Rolling-Shutter-Verzerrungen reduzieren.

Der rückseitige Touchscreen lässt sich um 90° nach oben und 45° nach unten neigen, dafür schon jetzt einen Daumen hoch. Er misst 3,15“ und löst mit rund 2,1 Mio. RGB-Dots.

Damit bietet die fp2 bei Aufnahmen aus niedrigen oder hohen Perspektiven mehr Flexibilität als das bisherige Modell.

Der Monitor ist in die Bedienung der Kamera eingebunden, für die auch eine Reihe physischer Einstellelemente zur Verfügung stehen.

Wer lieber durch einen Sucher auf der Motiv schaut, kann den elektronischen Sucher EVF-21 als Zubehör verwenden. Er wird über USB-C angeschlossen und lässt sich um bis zu 90° nach oben schwenken. Auch dafür: Daumen hoch. Ebenfalls optional ist der LCD-Sucher LVF-21, der insbesondere für die Bildkontrolle bei Videoaufnahmen vorgesehen ist.

Neben dem SD-Kartenfach (bis SDXC UHS-II) besitzt die fp2 einen internen Speicher mit rund 70 GB Kapazität. Ist die Speicherkarte voll (oder hat man sie vergessen, das soll vorkommen), kann die Aufnahme auf dem internen Speicher fortgesetzt werden. Alternativ lassen sich externe SSDs über USB 3.2 anschließen.

Der neue Akku soll gegenüber dem Vorgängermodell eine rund 30 Prozent längere Laufzeit ermöglichen. Sigma nennt etwa 370 Fotos oder rund 130 Minuten Video pro Akkuladung.

Das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt – ist aber, wie für diese Spezifikation üblich, nicht wasserdicht.

Für die JPEG-Fotografie stehen 13 Farbmodi zur Wahl, die über eine eigene Taste erreichbar sind. Neben Standard gibt es unter anderem Rich und Calm, Powder Blue, Warm Gold, Teal and Orange sowie Forest Green und Sunset Red. Einige Modi orientieren sich an der Farbwirkung analoger Filme, andere an etablierten Looks aus der Filmproduktion. Der Monochrom-Modus bietet zehn unterschiedliche Tonungseffekte.

Im CINE-Modus nimmt die fp2 Videos mit bis zu 6K im Open-Gate-Format auf. Dabei wird die gesamte Fläche des Sensors genutzt, sodass sich das Material in der Nachbearbeitung für unterschiedliche Seitenverhältnisse und Ausgabeformate zuschneiden lässt.

Für die Videoaufzeichnung stehen unter anderem ProRes RAW und ProRes RAW HQ sowie MOV mit H.264, H.265 und L-Log zur Verfügung. Bei 4K Full Frame mit L-Log gibt Sigma einen Dynamikumfang von bis zu 14,1 Blendenstufen an. Die Unterstützung von 32-Bit-Float-Audioaufnahmen setzt allerdings entsprechendes optionales Zubehör voraus.

Eine Director’s-Viewfinder-Funktion ermöglicht es, Bildausschnitte verschiedener Cinema-Kameras zu simulieren. Dazu gehören auch aktuelle Modelle wie die ARRI ALEXA 35 sowie die Sony VENICE 2 und BURANO.

Mit optionalem Zubehör lässt sich die fp2 an unterschiedliche Anforderungen bei Foto- und Filmproduktionen anpassen.

Wie die übrigen Sigma-Produkte wird auch die fp2 im japanischen Werk Aizu gefertigt.

Verfügbarkeit
Geplant ist der 11.11.2026

Preis (UVP)
2.199,- € (UVP)

 

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