Außer der APS-C-Kamera Fujifilm X-E4 stellt Fujifilm heute auch eine neue Mittelformatkamera vor: die Fujifilm GFX100S mit einem großen 102-MPix-Sensor.

Während Canon, Nikon und Sony die Serien der APS-C-Kameras durch Vollformatkameras ergänzen, geht Fujifilm einen anderen Weg. Wenn schon größere Sensoren als APS-C, dann wirklich größere Sensoren, und so gibt es 2016 die GFX50 mit 50-MPix-Chipseit und seit 2019 die Fujifilm GFX100 mit 100-MPix-Sensor.

Bei der GFX100 ist aber nicht nur der Sensor groß – die ganze Kamera ist dank des integrierten Vertikalgriffs ein echter Klopper.

Mit der GFX100S wird nur der hochauflösende Mittelformatsensor in einem Gehäuse angeboten, das mit rund 150 x 104 x 87 mm und einem Gewicht von rund 900 g (ohne Objektiv) nah an der Größenordnung von Vollformatkameras liegt.

Beim Sensor handelt es sich um rückwärtig belichteten (BSI) Chip mir einer Auflösung von 102-Megapixel. Mit einer Diagonale von 55 mm ist er rund 1,7-mal größer als ein Vollformatsensor.

Das schlägt sich in einer sehr geringen Schärfentiefe (für sauberes Freistellen vor unscharfem Hintergrund), einem eindrucksvollen Dynamikumfang, einer präzisen Farbwiedergabe und herausragenden High-ISO-Fähigkeiten nieder.

Auch bei der GFX100S verzichtet Fujifilm nicht auf die typischen Filmsimulationen – insgesamt stehen 19 zur Wahl.

Neu im Angebot ist die Filmsimulation „Nostalgisches Negativ“. Sie soll den Look der New American Color Photography aus den 1970er Jahren reproduzieren. Die Bilder zeichnen sich durch sanfte Farbigkeit mit warmen Spitzlichtern und gesättigten Tiefen für eine „lyrische Stimmung“ aus. Dazu soll ein großer Detailreichtum kommen.

Fast die gesamte Fläche des Mittelformatsensors ist mit Phasen-AF-Pixeln besetzt. Das soll eine leistungsfähige automatische Fokussierung bis hin -5,5 EV (abhängig von der Lichtstärke des Objektivs) ermöglich. Bis zur Scharfstellung sollen nur 0,18 Sekunden vergehen.

Der X-Przessor 4 und ein neuer AF-Algorithmus sollen  bei sich bewegenden Motiven eine präzise Schärfennachführung mit intelligenter Gesichts- und Augenerkennung ermöglichen.

In der GFX100S kommt ein weiterentwickeltes Fünf-Achsen-Bildstabilisierungssystem (IBIS) zum Einsatz. Es soll scharfe Freihand-Aufnahmen mit 6 EV unter der Freihandgrenze (1/Brennweite x Crop-Fakor) ermöglichen. (Das ist 1/2 Stufe besser, als bei der GFX100.)

Gegenüber der GFX100 ist die neue IBIS-Einheit etwa 20 Prozent kleiner und 10 Prozent leichter.

Die Kamera soll dank des robusten, ergonomischen Handgriffs gut ausbalanciert in der Hand liegen.

Das robuste Magnesiumgehäuse ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt und bleibt bis minus 10 Grad Celsius betriebsbereit. Eine Verstärkung um das Bajonett soll für bestmögliche Stabilität bei der Verwendung von größeren und schwereren Objektiven sorgen.

Am Bedienkonzept wurde gegenüber den  anderen GFX-Modellen nichts geändert.

Am großen Einstellrad auf der Oberseite können die PASM-Modi und sechs benutzerdefinierte Profile aufgerufen werden. Mit einem Schalter ist der schnelle Wechsel zwischen Foto und Video möglich.

Ein 4,5 cm (1,8 Zoll) großes sekundäres LC-Display auf der rechten Gehäuseschulter dient als Informationsanzeige. Auch das Histogramm wird hier angezeigt.

Als Rückwandmonitor kommt ein 3,2“ großes LC-Display mit 2,36 Millionen RGB-Dots zum Einsatz, das 100 % des späteren Bildes zeigt.

Der Touchscreen-Monitor kann 90 Grad nach oben, 45 Grad nach unten und 60 Grad nach rechts geschwenkt werden.

Auch für Videofilmer hat die GFX100S einiges zu bieten.

Filme können mit 4K 30p im 10 Bit 4:2:0 F-Log-Format direkt auf der Speicherkarte oder als 12 Bit 4:2:2 ProRes RAW via HDMI auf einem externen Rekorder gespeichert werden. Als Formate stehen 16:9 und 17:9 (DCI) zur Wahl.

Der große Sensor soll dabei nicht nur einen attraktiven Cinema-Look mit mit sehr geringer Schärfentiefe, sondern auch einen großen Dynamikumfang und eine eindrucksvolle High-ISO-Performance liefern.

Fürs Filmen stehen die Kompressionsstandards H.264 und H.265, und professionelle Log-Modi, wie Hybrid-Log-Gamma (HLG) und F-Log, zur Verfügung.

Als Zubehör gibt es den Handgriff MHG-GFX S mit Schwalbenschwanz-Profil für Arca-Swiss-kompatible Schnellkupplungen.

Weiteres

Sensorgröße 43,8 x 32,9 mm (Crop 0,82x)

Bildgröße max. 11.648 x 8736 Pixel

Empfindlichkeitsbereich ISO 100 – 12.800 (Standard), ISO 50 – 102.400 (erweitert)

Verschlusszeiten 1/4000 Sek. – 30 Sek. (mechanisch), 1/16.000 Sek. – 30 Sek. (elektronisch)

Serienbild max. 5 B/Sek.

Bracketing Belichtung / Filmsimulation / Dynamikumfang / ISO / Weißabgleich / Fokus

Sucher OLED mit 3,69 Mio RGB-Dots, Vergrößerung 0,77x [@KB]

WiFi / Bluetooth ja / ja

 

Verfügbarkeit

Ende Februar 2021

 

Preise (UVP)

Gehäsue … 5.999,- Euro

Handgriff MHG-GFX S … 149,- Euro

 

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