Dass die Canon EOS R5 kommt, war lange klar – heute ist es soweit. Hier finden Sie alle Informationen, die bislang bekannt sind, es sind fast alle. Fehlende Details werden zeitnah ergänzt!

Canon ist es in diesem ungewöhnlichen Jahr ohne Frage bestens gelungen, die Vorfreude, aber auch die Erwartungen an die EOS R5 hochzuhalten. Erstmals angekündigt wurde das neue Modell im Februar. Auch im Anschluss veröffentliche Canon immer wieder neue Informationshäppchen, sodass bereits bekannt ist, dass der Video-Modus des neuen High-Modells die Konkurrenz in den Schatten stellen soll. 

Canon möchte mit der EOS R5 der erste der großen Kamera-Hersteller sein, der ein spiegelloses Modell mit einem 8K-Video-Modus anbieten wird. Konnte man im Februar noch denken, dass es sich hier um einen Papiertiger handelt, um viel Aufmerksamkeit mit dem Buzzword 8K zu erzeugen, steht jetzt Fest, dass Canon in die Vollen geht. Hier ein Überblick über die Video-Spezifikationen der Kamera:

  • 8K RAW ohne Crop, interne Aufzeichnung mit bis zu 29,97 B/s
  • Interne Aufzeichnung in 8K (ohne Crop) mit bis zu 29,97 B/s in 4:2:2 10 Bit in Canon Log (H.265) oder 4:2:2 10 Bit HDR PQ (H.265)
  • Interne Aufzeichnung in 4K (ohne Crop) mit bis zu 119,88 B/s in 4:2:2 10 Bit in Canon Log (H.265) oder 4:2:2 10 Bit HDR PQ (H.265)
  • 4:2:2 10 Bit in Canon Log oder 4:2:2 10 Bit HDR PQ-Ausgabe über HDMI bei 4K 59,94 B/s

4K-Videos können mit bis zu 120 fps aufgenommen werden.

Die Bilder in 8K sind wahlweise 7680 x 4320 Pixel (UHD) oder 8192 x 4320 Pixel (DCI) groß.

Wegen der Erwärmung der Kamera besonders bei 8K-Filmen wird der Aufnahmezeit ca. 20 Minuten betragen.

In diesem Umfeld sind Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer selbstverständlich und entsprechend auch vorhanden.

Es ist zu erwarten, dass Sony nach Jahren der Pause in Sachen S-Modell noch in diesem Sommer mit der Video-Spezialistin Sony A7S III an den Start gehen wird, und auch Panasonic ist in Sachen hochauflösendes Video ja immer weit vorn dabei – ob sich etwas tut, bleibt abzuwarten. 

Canon gab bereits früh bekannt, dass der Dual-Pixel-AF in allen Video-Modi genutzt werden kann. Video-Fans können sich also freuen.

Natürlich wird auch im Foto-Modus mit dieser schnellen und sicheren AF-Technik fokussiert. Der DIGIC X Prozessor und der verwendete Algorithmus (bekannt aus der EOS-1D X Mark III) sollen dafür sorgen, dass es nur 0,05 Sekunden dauert, bis scharf gestellt ist.

Durch die neueste Technologie soll die EOS R5 (aber auch die EOS R6) Köpfe und Augen sehr gut erkennen – bei Mensch und Tier! Sonnenbrillen (nur bei Menschen) sollen keine Probleme bereiten. 

Canon spricht von 1053 AF Zonen. Im AFI-Modus sollen 100 % des Bildfeldes in der Vertikalen abgedeckt werden, in der Horizontalen sollen es 90 % sein.

Aber auch fernab der Video-Funktionen ist die EOS R5 ein High-End-Modell, wie es im Buche steht. Canon wird erstmals bei seinen Kameras auf einen im Gehäuse integrierten Bildstabilisator (IBIS) setzen.

Zusammen mit dem Objektiv-Stabilisator sollte so eine erstklassige Leistung ermöglicht werden. Während der der IBIS allein bis zu 5 Blendenstufen kompensieren soll, sind es mit einem IS-Objektiv laut Canon 7-8 Blendenstufen. Mit einem stabilisierten 300-mm-Objektiv an der R5 sollten dann unverwackelte Freihandaufnahmen mit 1/4 Sek. möglich sein!

Für Videofilmer gibt es zuzsätzlich die Möglichkeit mit einem elektronischen Stabilisator für ruhige Bilder zu sorgen.

Canon setzt bei seinem neuen Top-Modell auf einen Vollformat-Sensor mit einer Auflösung von 45 MPix, was die R5 natürlich deutlich von der EOS R6 abhebt, die gerade einmal 20 MPix bietet. Anders als so mancher Konkurrent setzt Canon weiterhin auf einenTiefpass-Filter.

Der Vollformat-Sensor wird mit einem DIGIC X  Bildprozessor kombiniert.

Das Gehäuse hinterlässt auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Auf der rechten Schulter verbaut Canon einen großen Status-Monitor.

Auf der Rückseite kommen ein Daumenrad und ein Joystick neben weiteren Tasten zum Einsatz. Canon scheint also weiterhin auf sein klassisches Konzept zu setzen. 

Der rückseitig verbaute Monitor ist dreh- und schwenkbar ausgeführt, kann also auch neben die Kamera geklappt werden. So können V-Logger stets die Übersicht behalten. Er besitzt eine Diagonale von 3,2 Zoll und bietet eine Auflösung von 2,1 Millionen Dots.

Der Sucher setzt auf die OLED-Technik und löst mit 5,76 Millionen Dots auf. Für eine gestochen scharfe Darstellung sollte also gesorgt sein. Die Vergrößerung liegt bei hervorragenden 0,76x.

Passend zum Profi-Anspruch der Kamera ist das Gehäuse abgedichtet ausgeführt, sodass ihm Staub und Feuchtigkeit nichts anhaben können.

Videos und Bilder können auf zwei Speicherkarten abgelegt werden. Hier setzt Canon einen Mix und verbaut Slots für eine CFexpress- und eine UHS-II kompatible SD-Karte.

Natürlich wurde in den heutigen Zeit auch ein Wireless-Modul verbaut. Dieses beherrscht auch den AC-Standard, sodass einer flotten Datenübertragung nichts im Wege steht. Es ist dank einer entsprechenden Automatik möglich, Bilder direkt zu image.canon in der Cloud zu senden!

Weiteres

Empfindlichkeitsbereich: ISO 50-102.400 (inkl. Erweiterung)
Verschlusszeiten: 1/8000 – 30 Sek. (mechanischer Schlitzverschluss)
Serienbildfunktion (mechanischer Verschluss): bis 12 B/Sek. mit AF
Serienbildfunktion (elektronischer Verschluss): bis 20 B/Sek. mit AF
Akku: LP6NH (für bis 700 Bilder im Energiespar-Modus)
Größe: 138 x 98 x 88 mm
Gewicht: 740 g

Preise (UVP)

Der Body kostet zum Start 4.385 Euro. 

 

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14 KOMMENTARE

  1. Sony hat zwar auch nicht die günstigsten Objektiv, jedenfalls wenn es sich um GM oder Zeiss Objektive handelt, aber eine Gegenlichtblende ist bei diesen Preisen schon dabei. Es stellt sich natürlich die Frage, muss ich so viel investieren. Ich habe mich für Tamron SP Objektive entschieden, günstiger und von der optischen Leistung einfach Top. Auch wenn die Messungen, für ein Objektiv unter Laborbedingungen optimal sind, diese sind außerhalb wohl kaum noch nachvollziehbar.
    Gruß Dieter
  2. Die "L" Serie umfasst die Top-Objektive von Canon. Sie sind in der Tat teuer. Man erkennt sie am roten Ring vorne und am weißgraubeigen Gehäuse bei den Objektiven mit langer Brennweite.

    Aber Tamron und Sigma haben in der Liga auch zwei Wörtchen mitzureden, auch bei den Labortests.

    Aber wie Dieter ganz richtig sagt: Unterschiede von Zehntelpunkten oder zwei drei ganzen Punkten sind in der Praxis so gut wie nie nachvollziehbar.

  3. Hallo Eva,
    welche Probleme gibt es denn mit den Tamron Objektiven? Zu Anfang gab es immer wieder Probleme mit Sony und Sigma, davon wurde damals im Sony Forum immer wieder berichtet. Ob die Sigma Objektive besser sind, ich kann es dir nicht beantworten, ich habe keine und werde mir auch keine kaufen.
    Mit der Verarbeitung habe ich keine Probleme, ganz im Gegenteil. Tamron ist von seinen Produkten überzeugt, würden sie sonst 5 Jahre Garantie anbieten. Es ist auch müßig darüber zu diskutieren welche Objektive besser sind. Für mich muss ein Objektiv meinen Anspruch gerecht werden und ich denke, mein Anspruch ist schon recht hoch, daher auch nur die Tamron SP Serie.
    Gruß Dieter
  4. Hallo Eva,
    welche Probleme gibt es denn mit den Tamron Objektiven? Zu Anfang gab es immer wieder Probleme mit Sony und Sigma, davon wurde damals im Sony Forum immer wieder berichtet. Ob die Sigma Objektive besser sind, ich kann es dir nicht beantworten, ich habe keine und werde mir auch keine kaufen.
    Mit der Verarbeitung habe ich keine Probleme, ganz im Gegenteil. Tamron ist von seinen Produkten überzeugt, würden sie sonst 5 Jahre Garantie anbieten. Es ist auch müßig darüber zu diskutieren welche Objektive besser sind. Für mich muss ein Objektiv meinen Anspruch gerecht werden und ich denke, mein Anspruch ist schon recht hoch, daher auch nur die Tamron SP Serie.
    Gruß Dieter

    Hallo Dieter,
    bei meinem 1. Tamronobjektiv hatte ich noch kein Internet und konnte deshalb keine Registrierung durchführen – also drei Jahre Garantie. Nach ca. 40 Monaten gab das Objektiv seinen Geist auf. Deshalb bin ich auf Tamron nicht so gut zu sprechen.

  5. Hallo Eva,
    dazu kann ich nur sagen, ich habe mein unproblematisches Minolta 2,8/100 mm Makro verkauft, das ich jahrelang genutzt habe, um ein 2,8/100 mm Makro von Sony zu kaufen, ein Objektiv für über 1000 €. Ich habe mich davon leiten lassen, dass es angeblich besser sein sollte. Nach 3 Jahren gab dieses Objektiv mit Getriebeschaden den Geist auf. Garantie war vorbei, also hier in Hamburg in einer Werkstatt, die ehemalige Minolta Techniker gegründet hatten. Dort wurde mir erklärt, dass es sich um ein gleiches Objektiv wie das von Minolta handelt, nur die Elektronik war etwas anders angepasst und das Sony wahrscheinlich aus Kostengründen ein Plastikgetriebe eingebaut hat. Ich wollte auch nur damit sagen, Pech kann man überall haben. Mit Tamron habe ich bis jetzt weder einen Ausfall noch eine Reparatur gehabt.
    Gruß Dieter