Canon EOS 1300D – Modellpflege an der Basis

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Mit der Einsteigerkamera Canon EOS 1300D mit APS-Sensor kommt nun nach der Top-Profikamera EOS-1D X Mark II mit Vollformatsensor (im Januar)  und dem Oberklasse-Modell EOS 80D mit APS-Sensor (im Februar) nun im dritten Monat des Jahres 2016 die dritte EOS-DSLR heraus.

Wenn Canon diesen Monatsrhythmus beibehält, kommt noch einiges auf uns zu …

Nein. Das war nicht ernst gemeint. In diesen Jahr kommen von Canon wohl noch die EOS 5D Mark IV und die EOS 6D Mark II und noch etwas Spiegelloses – aber auch wenn solche Überlegungen logisch sind, kann alles ganz anders kommen.

 

Schauen wir nun auf die EOS 1300D und ein bisschen auf die EOS 1200D, die abgelöst wird. Dabei fällt auf, dass die Unterschiede nicht so sehr groß sind. Man nennt das Modellpflege, und daran ist nichts auszusetzen. Wenn man die neuen Funktionen baucht und/oder möchte (das ist ein nicht unwesentlicher Unterschied) wechselt man, wenn nicht, hat man mit dem alten Modell immer noch eine sehr gute Kamera.

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Die EOS 1300D sieht der 1200er sehr ähnlich. Das bedeutet leider auch, dass der 3“-Monitor wieder fest verbaut ist. Zwar wurde die Auflösung lobenswerterweise von rund 460.000 Dots auf rund 920.000 Dots gesteigert (kein top Wert, aber sehr ordentlich), aber es wurde darauf verzichtet, ihm eine Touchscreen-Funktion mit auf den Weg zu geben. Das wäre Einsteigern, die oft ihr Smartphone benutzen, sehr entgegen gekommen, hätte aber die Preisgestaltung negativ beeinflusst.

Beim Sucher handelt es sich um den bekannten Pentaspiegelsucher, der eine Bildfeldabdeckung von 95% aufweist. Dass es auch bei Einsteigermodellen deutlich besser geht, zeigt z. B. Pentax mit 100-%-Suchern. Die Vergrößerung liegt bei 0,8x (0,5x [@KB]), auch das geht besser.

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Im Zentrum steht weiterhin ein 18-MPix-Sensor, der mit seiner Größe von 22,3 x 14,9 mm für den Canon-typischen Crop-Faktor von 1,6x sorgt. Die größten Bilder setzen sich aus 5184 x 3456 Pixeln zusammen.

Es können Empfindlichkeiten von ISO 100 bis 6400 eingestellt werden, wie schon bei der EOS 1200D, aber es kommt als Erweiterungsstufe ISO 12800 hinzu.

Hier kommt wohl der neue Bildprozessor DIGIC 4+ ins Spiel, den es in keinem anderen EOS-Modell gibt (zumindest habe ich auf die Schnelle keinen Hinweis darauf gefunden).

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Auch beim Autofokus hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Es kommen im Phasen-AF-Betrieb immer noch 9 Sensoren zum Einsatz, von denen nur der mittlere kreuzförmig ausgelegt ist. Ob der Digic 4+ für eine höhere Geschwindigkeit sorgt, ist nicht klar. Für Live-View-Aufnahmen steht die Kontrast-Detektion zur Verfügung.

Die anderen wesentlichen Funktionen sind ebenfalls aus der EOS 1200D bekannt, aber in Sachen Belichtungsmessung und -steuerung oder Weißabgleich macht schon die 1200D klassentypisch alles richtig, und es gab keinen Grund, etwas zu ändern. Eine kürzeste Verschlusszeit von 1/4000 Sek. ist ebenfalls völlig in Ordnung, 3 B/Sek. reichen in sehr vielen Situationen aus, und dass nicht im 4K-Modus gefilmt werden kann ist auch OK, denn Full-HD/30p wird geboten.

Wichtig ist, dass auch die EOS 1300D wieder neben vielen Automatiken die Möglichkeit bietet, alle wichtigen Funktionen manuell einzustellen und zu beeinflussen.

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Neues gibt es auf dem Feld der Konnektivität. Die EOS 1300D ist mit einem WLAN-Modul ausgestattet und kann via NFC (Near Field Communication) mit anderen Geräten gekoppelt werden. Sehr schön, dass auf diesem Weg auch die Fernsteuerung der 1300D möglich ist. GPS wäre auch schön gewesen, gibt es aber nicht.

An der Größe hat sich gegenüber der 1200D praktisch nichts geändert und mit ca. 129 x 101 x 78 mm ist auch die EOS 1300D eine unaufdringliche Begleitung. Wie sehr sie dabei die Schulter belastet, hängt natürlich vom Objektiv ab – das Gehäuse allein wiegt inkl. Akku und Kärtchen rund 485 g.

Verfügbarkeit

April 2016

Preise (UVP)

Gehäuse 375,- €

Set aus Gehäuse und EF-S 18-55 mm IS STM 485,- €

 

PS: Im Februar spekulierte Canon Watch über eine EOS 200D. Damals meinte ich, dass „statt der von Canon Watch erwähnten EOS 200D vielleicht doch ein anderes Modell kommt. Zwischen der EOS 700D (2013) und EOS 750D (2015) lagen zwei Jahre und diese lange Pause wurde 2014 mit der EOS 1200D überbrückt. Daher würde für 2016 eine EOS 1300D passen, um die Lücke zwischen EOS 750D und EOS 800D im Februar/März 2017 zu schließen.“ Bingo.

 

Text (c) Herbert Kaspar

Bilder (c) Canon