Canon EOS 7D Mark II im großen Online-Test / Teil 1

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Canon fährt bei den Kameras mit Profi-Anspruch weiterhin dreispurig. Ganz oben die EOS-1D X, die einzige mit Bindestrich und mit integriertem großen Batterieteil, darunter die EOS 5D Mark III und die EOS 6D, alle mit Vollformatsensoren. Für  alle, die auf den großen Sensor verzichten können, aber eine professionell ausgestattete Kamera haben wollen, gab es 5 Jahre lang die EOS 7D, die im Spätherbst letzten Jahres von der EOS 7D Mark II abgelöst wurde.

Nach einem ersten Kennenlernen in Berlin hatten wir die Kamera nun in der Redaktion – und haben eine Reihe von Bildern hier und in unserem kleinen Studio gemacht, weil es draußen einfach zu grausig war. Die beiden ersten kurzen Vorabberichte finden Sie übrigens hier und hier.

Gehäuse

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Die EOS 7D Mark II liegt ausgesprochen gut in der Hand, was am kräftigen, gut geformten Handgriff und dem griffigen Belag liegt, der auch auf der rechten Seite der Rückwand aufgebracht ist.

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Das Gehäuse macht einen sehr robusten Eindruck. Es beseht aus einer Magnesiumlegierung

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und schützt mit einer ganzen Reihe von Dichtungen das Innenleben gegen Spritzwasser und Staub.

Kleine Änderungen

Die neue EOS 7D sieht einerseits der ersten 7D ähnlich, aber das Layout der Einstellelemente entspricht mit kleinen Änderungen dem der 5D Mark III. Das heißt z. B. auch, dass die Abblendtaste jetzt rechts unterhalb des Objektivträgers sitzt, wo man sie gut mit dem Mittelfinger der linken Hand erreicht, wenn man die Kamera am Auge hat und das Objektiv von unten stützt, oder auch mit dem Ringfinger der rechten Hand.

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Neu gegenüber der 5D Mark III ist ein Schalter, der den Mini-Joystick auf der Rückwand umgibt und mit dem man den AF-Bereich (dazu später mehr) wählt. Man kann ihm aber auch andere Aufgaben zuweisen und viele werden das wohl tun, da man die Wahl des AF-Bereichs auch mit der entsprechenden Taste rechts oben auf der Rückwand aufrufen und mit einem Einstellrad durchführen kann. Da sich diese AF-Messfeld-Taste – im Gegensatz zu insgesamt 11 anderen Einstellelementen – nicht umbelegen lässt, hätte man zwei Einstellelemene für dieselbe Aufgabe. Ich habe den neuen Schalter mit der Funktion „Belichtungsmesswert speichern und für mehrere Aufnahmen halten“ belegt, und bin damit gut gefahren.

Das Gehäuse von oben

Nach diesem Ausflug zu zwei Neuerung schauen wir erst einmal das Gehäuse in Ruhe an und beginnen links oben.

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Auf der linken Gehäuseschulter sitzt das Betriebsartenwählrad. Es ist gegen unbeabsichtigtes Verstellen geschützt. Das ist zwar keine schlechte Idee, heißt aber auch, dass man für jede Änderung der Betriebsart die Entriegelungstaste in der Mitte drücken muss. Die für mich bessere Lösung ist ein Rad, das man bei Bedarf verriegeln kann. Unter dem Einstellrad ist hinten der Hauptschalter zu finden.

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Die rechte Oberseite wird vom monochromen Info-Monitor beherrscht, der alle wichtigen Statusanzeigen vermittelt und bei Bedarf beleuchtet werden kann.

Davor sind, wie bei den ein- und zweistelligen Canon EOS-Modellen üblich, drei Einstellknöpfe untergebracht, mit denen man jeweils zwei Funktionen aufrufen kann – Weißabgleich/Belichtungsmesscharakteristik, Bildfolge/AF-Modus, Blitzbelichtungskorrektur/Empfindlichkeit. Welche Funktion man einstellen möchte, entscheidet man, indem man das vordere oder das hintere Einstellrad dreht.

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Das vordere Einstellrad liegt ein wenig weiter vorn auf der Oberseite des Handgriffs, wo man auch die konfigurierbare M-Fn-Taste findet, ebenso wie den Auslöser, mit dem man sehr exakt zunächst AF- und Belichtungsmesser starten und dann auslösen kann.

Zwischen Handgriff und Objektivträger hat eine kleine Leuchte ihren Platz, die allerdings nur den Ablauf des Selbstauslösers signalisiert – ein AF-Hilfslicht sucht man vergebens. Dafür  ist der eingebaute Blitz zuständig, dessen Aufleuchten aber deutlich störender ist, als z. B. ein rotes Muster zu projizieren, an dem sich der AF orientieren kann. (Wer das möchte, muss ein externes Blitzgerät einsetzen.)

Etwas links von der Mitte (immer in Aufnahmerichtung gesehen) wölbt sich der Sucheraufbau nach oben, der einen Blitz-/Zubehörschuh trägt und in dem der eingebaute Blitz steckt.

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Der Blitz klappt, manuell oder von der Vollautomatik ausgelöst, mit einem nicht sehr lauten Geräusch nach oben. Der Reflektor liegt dann rund 10 cm oberhalb der optischen Achse. Das ist ein guter Wert, aber reicht nicht immer aus, um rote Augen zu vermeiden. Die Leistung (LZ 11, für ISO 100, m) ist fürs Aufhellen manchmal schon zu üppig, aber kann dann durch eine Blitzbelichtungskorrektur gegensteuern. Als Lichtquelle reicht der Blitz, der den Bildwinkel eines 24ers [@KB] ausleuchtet, für mittelgroße Räume gut aus.

Vor dem Zubehörschuh ist der GPS-Empfänger eingebaut. Das ist vom Design her ein bisschen daneben, aber der Empfänger muss dort oben sitzen, da das Metallgehäuse den Empfang der GPS-Signale mindestens stören würde.

Sucher

Der optische Sucher der EOS 7D Mark II ist groß – die Suchervergrößerung liegt bei 0,63x [@KB]. Allerdings ist der Sucher der Samsung NX1 größer (0,69x [@KB]) und der der Fujifilm X-T1 mit 0,77x [@KB] sogar deutlich größer. Das Okular kann im Bereich von -3 bis +1 Dioptrien an die eigene Sehstärke angepasst werden. An der Helligkeit des Sucherbildes gibt es nichts zu mäkeln.

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Hier macht es sich positiv bemerkbar, dass ein Glas- und kein Spiegelprisma verbaut ist. Natürlich ist die Helligkeit auch von der Lichtstärke des Objektivs abhängig.

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Was am Sucher der EOS 7D Mark II besonders gut gefällt, ist, dass Informationen eingeblendet werden können, wozu die Einstellscheibe mit einem transparenten „LCD-Monitor“ kombiniert wurde. Neben den Statusinformationen zu Betriebsart, Weißabgleich, Bildfolgefunktion, AF-Betriebsart, Belichtungsmesscharakteristik, Speicherformat und Flackerwarnung kann man eine 3D-Wasserwaage und ein Raster anzeigen lassen – beides wertvolle Hilfen für den Bildaufbau.

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Welche dieser Informationen oder Hilfen man sehen möchte, kann man im Menü auswählen.

Dazu kommt natürlich die Anzeige der aktiven Messfelder. Unter dem Sucherbild werden in der bekannten Info-Zeile Akkustatus, Blitzstatus, Verschlusszeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO-Wert und Zahl der verbleibenden Aufnahmen dargestellt. Rechts vom Sucherbild schließlich ist eine Belichtungswaage zu sehen.

Monitor

Als Alternativsucher und Kontrollzentrum gibt es den großen Rückwandmonitor. Er hat eine Diagonale von 3“ und löst 720 x 480 Pixel mit jeweils drei RGB-Subpixeln auf (ca. 1.040.000 Dots). Das Seitenverhältnis ist 3:2 und passt daher zum Aufnahmeformat.

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Zwischen den Bildpunkten sind keine Zwischenräume, und das Bild – egal, ob es wirklich ein Bild ist, das Quickmenü oder das Hauptmenü – ist sehr scharf und klar zu sehen. Das Bild zeigt des Startbildschirm des Hauptmenüs, wenn die Vollautomatik A+ aktiviert ist. Hier stehen weniger Einstellmöglichkeiten zur Wahl!

Auch in einer hellen Umgebung ist das Bild gut zu erkennen, aber das ist bei einer Kamera mit einem guten Sucher nicht ganz so wichtig.

Wie bei vielen anderen EOS-Modellen auch haben die Entwickler bei der 7D Mark II darauf verzichtet, den Monitor beweglich zu gestalten, was ärgerlich ist und in der Praxis Erschwernisse mit sich bringt, die definitiv nicht sein müssten. Auch dass es sich nicht um einen Touchscreen-Monitor handelt, ist nur schlecht nachvollziehbar. Es darf ja nicht vergessen werden, dass Canon mittlerweile Erfahrungen mit beweglichen und berührungssensitiven Monitoren hat. Das Argument, mit einem fest eingebauten Monitor eine Schwachstelle im Gehäuse zu umgehen, zieht nicht, denn dann hätte man konsequenterweise auch auf den ausklappbaren Blitz verzichten müssen – aber den gibt es in der EOS 7D Mark II.

Das Gehäuse von hinten /1

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Außer dem Monitor sind auf der Rückwand insgesamt 18 – in Worten: achtzehn – Einstellelemente zu finden, die zum Teil umbelegt werden können. Im Folgenden ein Überblick über die Default-Einstellungen.

Mit den drei Knöpfen im Griffbereich des rechten Daumens kann man den Autofokus getrennt vom Belichtungsmesser aktivieren, den Belichtungsmesswertspeichern und die Wahl des AF-Bereichs aktivieren, die man dann mit einem der Einstellräder durchführt.

Ein Stück weiter links kann man an einem Drehschalter wählen, ob man Live-View fürs Fotografieren oder fürs Filmen nutzen will. Mit einem Druck auf den Knopf im Zentrum des Schalters wird LV dann aktiviert und gegebenenfalls auch gleich die Filmaufnahme gestartet.

Darunter liegt dann der bereits erwähnte Schalter, mit dem man den AF-Bereich direkt wählen kann. Er umgibt den Joystick, mit dem man ein einzelnes AF-Messfeld oder eine Gruppe von AF-Messfeldern verschieben kann, und den man nutzen kann, um durch die Menüs zu navigieren.

Mit dem Knopf ein Stückchen weiter unten ruft man das Quickmenü auf. Schräg darunter ist dann das bekannte und immer wieder lobenswerte große Daumeneinstellrad zu finden, das man zum Navigieren durch die Menüs einsetzen kann, das aber besonders nützlich ist, wenn man eine Belichtungskorrektur durchführen oder im Manuellbetrieb (je nach Belegung) Verschlusszeit oder Blende einstellen möchte. Mit der zentralen Set-Taste werden Einstellungen bestätigt. Mit dem Schieber darunter kann man das Daumenrad, das obere Einstellrad, den Joystick und den AF-Bereichshebel sperren. Welche(s) dieser vier Elemente zum Schutz vor versehentlichen Änderungen blockiert werden soll, kann in den Costum Functions eingestellt werden.

Das Gehäuse von hinten /2

Links vom Monitor sind fünf Tasten untergebracht.

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Mit der obersten kommt man in ein kleines Menü mit drei Untermenüs.

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Zum ersten kann man die üblichen Bildstile (Automatisch, Standard,  Porträt, Landschaft, Neutral, Natürlich und Monochrom) aufrufen. Jeder Bildstil lässt sich in Sachen Schärfe (also Grad der internen Nachschärfung), Kontrast, Farbsättigung und Farbton fein abstimmen. Und wenn man möchte, kann man bis zu drei eigene Bildstile kreieren und speichern.

Zum zweiten kann man die Mehrfachbelichtungsfunktion konfigurieren. Zwischen zwei und neun Aufnahmen können übereinander gelegt und auf vier verschiedene Weisen kombiniert werden. Im Modus „Additiv“ werden die Belichtungen, wie der Name vermuten lässt, addiert. Um ein ordentlichen Endbild zu erzielen, muss man in diesem Fall für Einzelaufnahmen passende Minuskorrekturen einstellen. Wählt man den Modus „Durschn.“, wird die Belichtungskorrektur von der Automatik übernommen, was nicht immer zu überzeugenden Ergebnissen führt. Mit den Einstellungen „Hell“ und „Dunkel“ legt man fest, ob die hellen Teile oder die dunklen Teile der einzelnen Belichtungen ins kombinierte Bild übernommen werden sollen.

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Mehrfachbelichtung mit 10 B/Sek. Modell: Die Tänzerin Katja Morozova
35 mm | ISO 3200 | 1:4 | 1/1024 Sek. | -2,33 EV

Es stehen zwei Varianten der Mehrfachbelichtung zur Wahl. Mit „Fkt/Strg“ lassen sich im Live-View-Modus die einzelnen Motive gezielt anordnen, mit „Reih.aufn.“ können Aufnahmeserien in einem einzigen Bild kombiniert werden. Dabei entstehen interessante Effekte, wenn sich das Motiv vor einem dunklen Hintergrund bewegt.

Zum dritten lässt sich die HDR-Funktion aktivieren und  eine der vier Varianten wählen: „Natürlich“ (em ehesten zum empfehlen), „Standard“ (auch O.K.), „Gesättigt“, „Markant“ und „Prägung“ (gefällt mir gar nicht, aber das ist natürlich Geschmacksache). Es werden jeweils drei Bilder mit Belichtungsdifferenzen von 1, 2 oder 3 Belichtungsstufen aufgenommen.

Bei der Bildwiedergabe drückt man diese obere Taste, um zwei Bilder anzeigen zu lassen, die man dann vergleichen kann.

Mit dem RATE-Knopf kann man Bilder mit einem bis fünf Sterne bewerten, was dann beim Überspielen auf den Computer beispielsweise von Adobe Photoshop Lightroom erkannt wird. Mit dem Vergrößerungsglas und einem Einstellrad kann man bei Live-View-Aufnahmen und im Wiedergabemodus ins Bild zoomen. Mit den unteren beiden Knöpfe ruft man die Bildwiedergabe auf und schließt sie wieder, während man mit dem untersten Knopf Bilder löscht.

Die Lupen-Taste darunter bringt das Bild  im Live-View-Modus und bei der Bildwiedergabe mit 5- oder 10-facher Vergrößerung auf den Monitor lassen. Die beiden untern Tasten dieser 5er Reihe dienen dem Start der Bildwiedergabe und dem Löschen von Bildern.

Dazu kommen noch zwei Knöpfe oberhalb dieser Reihe. Durch einen Druck auf MENU kommt man, wie nicht anders zu erwarten, ins Hauptmenü.

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Die INFO-Taste bringt bei der Aufnahme, wenn man möchte, im Wechsel zwei Info-Bildschirme auf den Monitor  und blendet die Wasserwaage ein, die Abweichungen von der Waagrechten und der Senkrechten anzeigt. Bei der Bildwiedergabe kann durch verschiedene Anzeigemodi klicken. Was man angezeigt bekommen möchte (z.B. Histogramm oder Informationen zum Weißabgleich) legt man im Menü fest.

Das Gehäuse von rechts und links

Auf der rechten Gehäuseseite sind hinter einer Tür je ein Slot für CF- und SD/SDHC/SDXC-Karten zu finden. Man kann auf den Karten zur Sicherheit parallel speichern oder nacheinander, um Speicher für mehr Bilder zur Verfügung zu haben. Außerdem lassen sich JPEG- und RAW-Dateien (*.CR2) getrennt speichern.

Auf der linken Seite verdeckt eine Gummiklappe (eine Tür wäre mir lieber) die Anschlüsse für Stereomikrophon (das eingebaute Mikrophon ist nur auf Mono ausgelegt) und Kopfhörer sowie für die Buchsen für Fernsteuerung und Blitzkabel, wodurch sich die EOS 7D Mark II schnell in eine Studioblitzanlage integrieren lässt. Für die Blitzbuchse ist dickes Lob angebracht! Hinter einer zweiten Gummiklappe (auch hier wäre mir eine Tür lieber) findet man HDMI- und USB-3.0-Anschlüsse.

Das Gehäuse von unten

In der Bodenplatte liegt das Stativgewinde in der optischen Achse. Von unten ist auch das Akku-Fach zugänglich. Inzwischen sind wir schon so weit, dass man es positiv herausstellen muss, dass zum Laden des Akkus eine Ladeschale mitgeliefert wird, dass man also einen Akku laden und mit einem zweiten Akku derweil weiter fotografieren kann. Die Anzeige für den Ladezustand des Akkus im Sucher ist nur ein grober Anhaltspunkt. Im Menü kann man sich dagegen prozentgenau anzeigen lassen, wie es um die Energiereserven steht. Der neue LP-E6N Akku hat eine höhere Kapazität als der LP-E6 aus der EOS 7D, aber die Form ist gleich, und so können vorhandene Akkus beim Wechsel zum neuen Modell weiter verwendet werden.

Menü und Quick-Menü

Das Menü ist Canon-typisch aufgebaut und umfasst sechs Registerkarten, zwischen denen man durch Drücken der Q-Taste wechseln kann, und die bis zu sechs Untermenüs umfassen, von denen jedes wiederum bis zu sechs Einstellmöglichkeiten bietet. Man sieht: Die EOS 7D Mark II hat eine umfassende Ausstattung und kann vielfältig an eigene Wünsche oder Erfordernisse der Aufgabe angepasst werden.

Im Hauptmenü kann man unter anderem (!) …

… eine Unter- und Obergrenze für die Empfindlichkeit festsetzen, und zwar nicht nur für die ISO-Automatik, sondern auch für die manuelle Empfindlichkeitswahl.
… die Rauschunterdrückung konfigurieren, inkl. Multi-Shot-Rauschreduzierung aufgrund von vier schnell nacheinander aufgenommenen Bildern.
… die Tonwertpriorität für bessere Durchzeichnung der Lichtbereiche aktivieren.
… den Intervalltimer konfigurieren und aktivieren. Es sind Intervalle bis 99:59:59 Stunden möglich, und es können Serien bis zu 99 Aufnahmen definiert werden.
… das Seitenverhältnis des Bildes festlegen (3:2, 4:3, 16:9, 1:1).
… die Belichtungssimulation im LV-Modus aktivieren, um auf dem Monitor noch vor der Aufnahme zu sehen, wie sich Belichtungskorrekturen oder Änderungen des Weißabgleichs auf das Bild auswirken.
… die RAW-Bildbearbeitung in der Kamera starten.
… die Bildgröße ändern, bis hinunter zu 720 x 480 Pixel, was für viele Online-Anwendungen reicht.
… das Histogramm für die Anzeige gespeicherter Bilder auf die Anzeige der Luminanz- oder der RGB-Werte einstellen.
… festlegen, welche Informationen ins Sucherbild eingeblendet werden sollen.
… GPS und Digitalkompass aktivieren.
… die Safety Shift-Funktion aktivieren, die die vorgewählte Blende oder Verschlusszeit ändert, wenn Fehlbelichtungen drohen.
… für 11 Einstellelemente die Belegung ändern.
… die Spiegelverriegelung aktivieren (Lob !).
… oft geänderte Einstellungen unter „MyMenu“ zusammenfassen, um sie nicht immer im Hauptmenü suchen zu müssen.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Einstellmöglichkeiten – und dabei ist die Registerkarte, auf der man den Autofokus konfigurieren kann, noch gar nicht berücksichtigt. Darauf kommen wir gleich noch zurück, wenn wir die AF-Funktion anschauen. (Nebenbei bemerkt: Die gut gemachte Gebrauchsanleitung hat einen Umfang von 549 Seiten!)

Durch einen Druck auf die Q-Taste öffnet sich ein übersichtliches Schnellzugriffsmenü, das die aktuellen Einstellung zeigt, die man hier auch ändern kann. Da der Monitor der 7D Mark II nicht berührungssensitiv ist, geht es mit den Änderungen aber nicht so schnell, wie etwa Panasonic oder Olympus.

Sensor

Canon verzichtet bei der EOS 7D Mark II darauf, die Auflösung gegenüber der EOS 7D (18 MPix) drastisch zu steigern. Sie liegt bei 20,2 MPix, obwohl auf dem CMOS-Chip der EOS 40 Mio. Pixel untergebracht sind.

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Der Grund dafür ist, dass jeweils zwei Pixel ein Paar bilden, das gemeinsam für die Bildinformation ausgelesen wird, sodass sich im Endeffekt eben eine maximale Auflösung von 5472 x 3638 Bildpunkten ergibt. Dagegen werden die beiden Hälften eines Paares getrennt genutzt, damit im Live-View-Modus beim Fotografieren oder Filmen (fast) der ganze Sensor für die automatische Scharfstellung per Phasendetektion zur Verfügung steht. Auch darauf kommen wir gleich zurück, wenn es um die AF-Funktion geht.

Eine Bildauflösung von rund 20 MPix kommt einem neben den 28 MPix einer Samsung NX1 nicht sehr hoch vor. Aber Bilder aus der EOS 7D Mark II lassen sich bei einer Druckauflösung von 300 ppi in einer Größe von 464 x 309 mm drucken (Magazindruck) und bei 250 ppi oder 200 ppi (Fotodrucker, Fotobuch) kommt man auf entsprechend größere Endprodukte in bester Qualität. (Leinwand- oder Dibond-Drucke oder auch Poster können natürlich noch größer ausfallen, da andere Betrachtungsabstände gelten.)

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Mit der EOS 7D Mark II lassen sich “haarscharfe Bilder” aufnehmen.
105 mm | ISO 200 | 1:8 | 1/197 Sek. | In Canon DPP 4 entwickelt.

 

Der Sensor der EOS 7D Mark II ist 22,4 x 15 mm groß, woraus der Canon-typische Crop-Faktor von 1,6x resultiert. Das macht die Kamera natürlich besonders interessant für alle, die enge Bildwinkel anstreben. Ein 300er wirkt auf den Bildwinkel bezogen wie ein 480 mm an einer Vollformatkamera. Das ist z. B. für Besitzer einer EOS 5D Mark III von Interesse, denen der Bildwinkel ihres 300ers oder 400ers nicht eng genug ist. Sie können natürlich einen Ausschnitt aus dem Vollformatbild machen, aber da die 5D Mark III rund dieselbe Auflösung hat wie die 7D Mark II, weist der passende Ausschnitt nur rund 8,5 MPix auf.

Das Auflösungsvermögen ist, mit einem sehr guten Objektiv wie dem EF 2,8/100 mm L IS USM Macro sehr gut, liegt aber nicht sehr viel über dem der EOS 7D.

Objektivfehler (Verzeichnung, Vignettierung, chromatische Aberration) können für viele Objektive schon in der Kamera minimiert bzw. eliminiert werden.

Empfindlichkeit

Für den Sensor der EOS 7D Mark II lassen sich Empfindlichkeiten von ISO 100 bis ISO  16.000 einstellen, dazu kommen zwei Erweiterungstufen bis max. ISO 51.200 – bei der 7D liegt die Höchstgrenze mit Erweiterung bei ISO 12.800, bei der EOS 70D kommt man bis maximal ISO 25.600. In unseren Testaufnahmen (eine ISO-Reihe finden Sie am Ende des Artikels) schlägt sich die EOS 7D Mark II sehr gut.

Rauschen wird erstmals sehr dezent bei ISO 1600 sichtbar, ist bei ISO 3200 nur wenig stärker und auch ISO 6400 sind in der Dämmerung noch alltagstauglich, während in einer dunklen Umgebung oder in dunklen Bildpartien die Störungen deutlicher zutage treten. Bilder, die mit ISO 12.800 aufgenommen wurden, wirken durch die interne Rauschreduzierung etwas weicher. Wenn Rauschen auftritt, handelt es sich um Helligkeitsrauschen, das sich in der  Bildbearbeitung gut eliminieren lässt. Bei allen hohen ISO-Werten ist es einen Versuch wert, die Multi-Shot-Rauschreduzierung zu nutzen. Drei Aufnahmen in schneller Folge (und die EOS 7D Mark II ist wirklich schnell) werden zusammengerechnet und dabei das Rauschen reduziert. Allerdings leidet die Detailwiedergabe.

Im direkten Vergleich sind die EOS 7D und die EOS 70D bei den hohen ISO-Werten etwa eine Stufe hinter der EOS 7D Mark II zurück. ISO 3200 führen dort zu dem Rauschen, das die EOS 7D Mark II bei ISO 6400 ins Bild bringt.

Bildformate

Wer die Bilder später ausführlich bearbeiten möchte, kann sie in einem von drei RAW-Formaten speichern. Die Standard RAW-Dateien belegen 24 MB auf der Speicherkarte. Mit MRAW (19,3 MB) und SRAW (13,3 MB) kann man Speicherplatz sparen, aber dafür gibt es angesichts großer und preisgünstiger Speicherkarten eigentlich keinen Grund.

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Für die Entwicklung der RAW-Dateien stellt Canon die Software Digital Photo Professional 4 bereit.

Außerdem steht das JPEG-Format in acht Komprimimierungsstufen zur Verfügung (Dateigrößen von 6,6 MB bis 0,3 MB), wobei schon die kleinen Dateien z. B. für Internetanwendungen reichen. Die kleinen JPEGs sind auch sinnvoll, wenn man RAW-Dateien speichert und zusätzlich Bilder braucht, um sie schnell irgendwohin zu übertragen.

Text (c) Herbert Kaspar

ISO-Reihe (c) Herbert Kaspar

Produktabbildungen (c) Canon

Der zweite Teil, in dem es u. a. um die AF-Funktion geht, folgt am Samstag, 17. 1. 2015. Dann gehen auch  die Praxisbilder online!

 

Schon Appetit auf die Canon EOS 7D Mark II bekommen? Das Gehäuse gibt es hier bei Amazon. (Stand 14. 1. 2015)

 

ISO-Reihe

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Das Bild oben zeigt den Aufbau. Die nachfolgenden Bilder zeigen jeweils einen 100-%-Crop aus den 5472 x 3648 Pixel großen Aufnahmen. Klicken Sie auf ein Bild, um den 3000 x 2000 Pixel großen Crop zu öffnen.

00100
ISO 100

 

00200
ISO 200
00400
ISO 400
00800
ISO 800
01600
ISO 1600

 

03200
ISO 3200
06400
ISO 6400
12800
ISO 12.800
16000
ISO 16.000

 

 

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