Vom 21. Juli bis zum 21. September findet im Museum Folkwang in Essen die Ausstellung „Frankierte Fantastereien“ statt. Gezeigt werden über 500 Fotopostkarten aus den Sammlungen von Gérard Lévy, Paris, und Peter Weiss, Hamburg, sowie Fotografien von u.a. Jean Arp, Herbert Bayer, Salvador Dalí, Max Ernst, André Kertész, El Lissitzky, René Magritte, Joan Miró, Pablo Picasso und Man Ray.

 

 

Ort der Ausstellung:

Museum Folkwang
Kahrstr. 16, 45128 Essen
T +49 (0)201 8845301
info@museum-folkwang.essen.de
www.museum-folkwang.de

Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr

 

Original Pressemeldung:

Die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang, Essen, zeigt vom 19. Juli bis 21. September 2008 über 500 Fotopostkarten vornehmlich aus den Sammlungen von Gérard Lévy, Paris, und Peter Weiss, Hamburg, sowie Fotografien von u.a. Jean Arp, Herbert Bayer, Salvador Dalí, Max Ernst, André Kertész, El Lissitzky, René Magritte, Joan Miró, Pablo Picasso und Man Ray. Die Ausstellung stellt die Fotopostkarte, die noch vor der illustrierten Presse der erste Träger für die massenhafte Verbreitung der Fotografie war, in den Zusammenhang fotografischer Werke der Avantgarde. Diese Zusammenschau von Fantasiepostkarten und künstlerischen Fotografien macht erstmals Verbindungslinien zwischen diesen beiden Bildformen sichtbar. Mehrere Publikationen und Ausstellungen zum Thema der Popularisierung von Fotografie stießen in den letzten Jahren auf großes Publikumsinteresse und führten das Verständnis der frühen Fotografie weiter. Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Museum Folkwang ist die einzige Ausstellungsstation in Deutschland.

Ab 1900 verzeichnete die Ansichtskarte einen gewaltigen Erfolg. Parallel zu Stadt- oder Dorfaufnahmen veröffentlichten die Herausgeber unter dem Sammelbegriff «Fantasie-Postkarten» auch unterhaltsamere Bilder: Glückwunsch- oder 1. April-Karten, in Bild umgesetzte Sprichwörter, imaginäre, komische oder auch erotisierende Szenen. Um diese visuellen Kuriositäten zu gestalten, griffen die für die Verleger tätigen Fotografen zu einer ganzen Palette technischer Kunstgriffe – Montage, Doppelbelichtung, optische Verzerrung, Grossaufnahme usw. – die bei den Fachleuten gut, beim breiten Publikum aber noch recht wenig bekannt waren. Diesen ungemein spielerischen Umgang mit dem Bild, den die Postkartenindustrie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts an den Tag legte, will die Ausstellung präsentieren und diskutieren.
Die blühende visuelle Fantasie, die die allgemeine Begeisterung für Postkarten auslöste, blieb nicht ohne Wirkung auf die Fotografie der Zeit, wie sie in den Kreisen der Amateur- und Berufsfotografen, aber auch im Feld der Kunst praktiziert wurde. Paul Éluard, André Breton, Salvador Dalí und weitere Künstler der 1920er und 1930er Jahre sammelten Fantasiepostkarten. Hannah Höch, Herbert Bayer, Man Ray, um nur einige zu nennen, benutzten sie als Material und als Modell für ihre eigenen Werke. Vielleicht waren diese Postkarten, wie Paul Éluard es damals vermerkte und wie es Frankierte Fantastereien «Kleingeld der Kunst», jedoch vermochte dieses Kleingeld manchmal die «Vorstellung von Gold» zu vermitteln.

Kurator: Clément Chéroux, Fotografiehistoriker, Konservator am Centre Pompidou, Paris
Publikation: „Frankierte Fantastereien – Das Spielerische der Fotografie im Medium der Postkarte“. Hg. Clément Chéroux und Ute Eskildsen, Steidl Verlag. Mit Texten von Clément Chéroux. 216 Seiten, 350 Farbreproduktionen, Format 29,7 x 29,7 cm. Preis: 35 € im Museum

Die Ausstellung ist eine Kooperation der folgenden drei Museen:
Fotomuseum Winterthur: 27. Oktober 2007 – 10. Februar 2008
Jeu de Paume/Hôtel Sully, Paris: 3. März 2008 – 18. Mai 2008
Museum Folkwang, Essen: 19. Juli 2008 – 21. September 2008

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