Die meisten Aufnahmen mit einer Nikon Z6III werden wohl mit den Basic-Einstellungen gemacht. Aber wenn man sich im umfassenden Menü ein wenig umschaut, findet man Funktionen, die darüber hinausgehen. Eine kleine subjektive Auswahl.
Einerseits ist es nervig, anderseits amüsant, wenn im Internet gnadenlos über angeblich kommende Kameras spekuliert wird. In diesem Umfeld ist auch immer wieder mal von einer Nikon Z6IV die Rede, da die Z6III nun auch schon zwei Jahre alt wird.
Sollte tatsächlich eine Z6IV vorgestellt werden, wird sie natürlich in etlichen Punkten der Z6III überlegen sein – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Z6III eine hervorragende Kamera ist und bleiben wird. Der Praxistest in d-pixx foto 3/2024 brachte der 24-MPix-DSLM die Bestnote „Exzellent“ ein. (Das Heft kann hier im Shop nachbestellt werden. Dort man auch die Printausgabe oder das ePaper der d-pixx foto abonnieren – so viel Eigenwerbung muss sein.)
Im Praxistest überzeugte die Z6III mit ihrer sicheren Belichtungsmessung und -steuerung, mit ihrem schnellen und sicheren AF, mit dem Stabi, mit ihren präzisen Farben … kurz: mit allem, was im Fotoalltag wichtig ist. Dort punkten auch der hervorragende Sucher und …
… der schwenk- und drehbare Touch-Screen-Monitor, der große Handgriff und die ergonomisch angeordneten Einstellelemente (inkl. der Kombination aus Hauptschalter und Auslöser!).
Aber jenseits dieser Basics gibt es noch einiges mehr zu entdecken, was zum Bespiel hilft, Bilder schon in der Kamera zu optimieren, besondere Dokumentationen möglich macht oder einfach nur eine Menge Spaß in den Fotoalltag bringt. Hier eine kleine Auswahl.
Mehrfachbelichtung
Unter FOTOAUFNAHME > MEHRFACHBELICHTUNG legt man zunächst fest, wie viele Aufnahmen kombiniert werden sollen (bis 10). Für mich ist meist bei drei Bildern Schluss …
… , dann wird es mir zu chaotisch und zu wenig steuerbar, aber das kann bei Ihnen ganz anders sein. Ausprobieren und Herumspielen ist auf jeden Fall eine gute Idee. Für die Verrechnung der Bilder stehen vier Modi zur Wahl, mit denen man die Bildwirkung steuern kann. Beim „Addieren“ werden die Belichtungswerte summiert, das Bild wird heller. Es empfiehlt sich, die Einzelaufnahmen knapper zu belichten. „Durchschnitt“ bedeutet, dass die Helligkeit der Bilder gemittelt wird und es entsteht eine recht natürliche Wirkung. Beim „Aufhellen“ und „Abdunkeln“ werden die jeweils hellen bzw. dunklen Pixel der Einzelbilder für das endgültige Bild verwendet. Das ist keine Zauberei und funktioniert prima – aber wenn man sich auf zwei Bilder beschränkt, kommt man im Wiedergabemodus unter BILDBEARBEITUNG > ÜBERLAGERUNG noch präziser zum Ziel. Man sucht zwei gespeicherte Bilder, die Z6III legt sie übereinander und man kann in 10-%-Schritten bestimmen, welches Einzelbild welchen Anteil am fertigen Bild hat.
Schnelle Serien
Die Z6III bietet schon im „Normalbetrieb“ Serien bis 20 B/Sek. mit Schärfen- und Belichtungsnachführung. Wenn man es rasanter möchte, stehen auch 30 B/Sek. mit AF und Belichtungsmessung zur Wahl, man muss nur auf das RAW-Format verzichten. Aber so richtig kommt Freude auf, wenn man die Höchstgeschwindigkeit wählt – 120 B/Sek. und dazu eine der ultrakurzen Verschlusszeiten (bis 1/16.000 Sek.) einstellt. Das bedeutet zwar, dass nur noch im DX-Format (24 x 16 mm, Crop-Faktor 1,5x, rund 11 MPix) aufgezeichnet wird und dass Schärfe und Belichtung bei der ersten Aufnahme festgelegt werden, aber das ist in der Praxis in der Regel kein Problem.
Fünf Bilder einer Serie, die den Fall eines Zierkürbisses und sein Eintauchen in eine Schüssel mit Wasser zeigen. Sie wurden mit 30 B/Sek. und 1/8000 Sek. aufgenommen.
Schärfe von vorn bis hinten
Das Problem ist bekannt: Auch die kleinste Blende, die noch nicht von Beugung betroffen ist, reicht nicht, um das ganze Motiv von vorn bis hinten scharf ins Bild zu bringen. Das Problem lässt sich lösen, wenn man FOTOAUFNAHME > AUFNAHME MIT FOKUSVERLAGERUNG aktiviert. Dann nimmt die Kamera eine Serie auf und verschiebt dabei die Schärfenebene vom Fokuspunkt ausgehend immer weiter in die Tiefe. Dabei lässt sich einstellen, wie viele Aufnahmen gemacht werden (max. 300) und welche Schrittweite zwischen den Einzelaufnahmen liegt (1 – 10). Welche Schrittweite passt, muss erpröbelt werden. Recht gut klappt es gleich, wenn man eine mittlere Größe und viele Aufnahmen kombiniert. Dann hat man zwar in der Regel sehr viele unscharfe Bilder Richtung Unendlich, aber auch viele scharfe Aufnahmen, die man auf dem Rechner zum durchgehend scharfen Bild zusammenfügen lassen kann.
Bilder mit Fokusverlagerung aus den Nähe und in der Landschaft. Das jeweils obere Bild zeigt das erste Foto der Serie, von wo aus die Schärfenebene schrittweise nach hinten verschoben wurde. Die unteren Bilder zeigen Schärfe von vorn bis hinten. Beim Blick über die Saalewiesen wurden noch die Schatten aufgehellt.
Höchste Auflösung
Die native Größe der Bilder, die man mit der Nikon Z6III machen kann, ist 6048 x 4032 Pixel – und das reicht für sehr sehr sehr viele Fotoaufgaben, die man sich im Hobbyumfeld stellt. Aber manchmal sollte es ein bisschen mehr sein – und das lässt sich machen. Man wählt FOTOAUFNAHME MIT PIXELVERLAGERUNG. Das bedeutet, dass der Sensor vertikal und horizontal um einen Teil einer Pixelbreite verschoben wird und damit mehr Bildpunkte im Bildfeld erfasst werden. Zur Wahl stehen 8, 16 oder 32 Einzelbilder, die als *.NEF Dateien gespeichert werden. In der Software NX Studio werden diese Einzelbilder dann zu einem hochauflösenden Bild verrechnet. Damit das gelingen kann, ist ein Stativ bei der Aufnahme nötig.
Das erste Bild zeigt die Szene, die einmal mit Standardauflösung und einmal mit Pixel-Verlagerung (16 Aufnahmen) aufgenommen wurde. Das mittlere Bild zeigt 100 % aus 6048 x 4032 Pixeln, das untere Bild zeigt 100 % aus 12096 x 8064 Pixeln.
Intervallaufnahmen
Wenn man beispielsweise zeigen möchte, wie Wolken im Laufe weniger Minuten über den Himmel wandern oder wie an einer Hochhausfront im Laufe eines Abends immer mehr Fenster dunkel werden, findet man unter FOTOAUFNAHME > INTERVALLAUFNAHME das passende Werkzeug. Hier lässt sich einstellen, wann die Serie starten soll, wie lang sie und wie lang die Intervalle sein sollen (bis 24 Std.), ob ein Belichtungsausgleich durchgeführt und vor jeder Aufnahme neu fokussiert werden soll.
Bilder aus einer Serie, für die alle drei Sekunden ein Bild gemacht wurde.
Nach der Aufnahme
Auch wenn die Bilder schon auf der Speicherkarte sind (die Z6III hat Slots für eine CFexpress und eine SD-Karte), stehen 14 Werkzeuge zur Verfügung, mit denen man sie ändern kann. Der Weg dahin führt über BILDBEARBEITUNG.
Kein Rechner mit RAW-Entwickler greifbar? Unter RAW-Verarbeitung kann man 11 Parameter für einzelne Bilder oder ganze Serien ändern und optimieren! Das Motiv sitzt trotz Wasserwaage schief im Format? Über Ausrichten lässt es sich drehen. Sind stürzende Linien im Bild? Die Perspektivkorrektur kann sie in der Vertikalen und Horizontalen sofort ausgleichen.
Zum Schluss
Alle Möglichkeiten – auch die, die hier nicht vorgestellt wurden – einfach mal ausprobieren!
TEXT UND ALLE BILDER © HERBERT KASPAR
ES IST UNTERSAGT, BILDER VON DIESER SEITE FÜR DAS TRAINING VON KI ZU VERWENDEN!


















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