Kompaktkameras werden wieder beliebt und Panasonic ist mit der Lumix L10 dabei!

Ehe Panasonic mit der Lumix L1 im Jahr 2006 seine erste digitale Systemkamera präsentierte und lange bevor mit der Lumix G1 zur photokina 2008 das Zeitalter der spiegellosen Digital-Systemkameras eingeläutet wurde, war Panasonic einer der großen Anbieter von Digital-Kompaktkameras. Die Erfolgsgeschichte begann im Oktober 2001 mit zwei Modellen. Eines war die LC5, ausgestattet mit einem 3,9-MPix-Sensor (3,9 ist kein Tippfehler!) und einem Leica DC Vario-Summicron 1:2,0-2,5/7-21mm (33-100mm [@KB]). Und nun geht es, ein rundes Vierteljahrhundert später, um eine nagelneue Kompaktkamera, die Panasonic Lumix L10, die Panasonic als 255stes Lumix Modell bezeichnet.

Eine rückblickende Anmerkung sei noch erlaubt: 2006 stellte Panasonic im Laufe eines Jahres 11 Kompaktkameras vor, 2012 waren es sogar 12 … und 2018 gerade noch drei, von denen die LX100 II und die TS7 aber keine „normalen“ Kompakten mehr waren, sondern in die Bereiche Edelkompakte und Outdoor-Modelle eingeordnet werden müssen. (Bridgekameras sind in den Zählungen nicht enthalten.)

Und nun zur Panasonic Lumix L10 im Praxistest (nicht zu verwechseln mit der Lumix L10 aus dem Jahr 2007, der zweiten und letzten DSLR des Herstellers).

Zwei zentrale Details vorneweg: Die Lumix L10 hat einen 17,3 x 13 mm großen MFT-Sensor, wie er schon in der Lumix G9 II und GH7 zum Einsatz kommt. Der CMOS-Chip ist in BSI-(Backside-Illuminated)-Technik ausgeführt und bietet eine Auflösung von 26,5 MPix – von der bei der Lumix L10 allerdings nur rund 20 MPix für die Bilderzeugung genutzt werden. Dazu gleich mehr. Um ein Maximum an Leistung zu erzielen, wird auf einen Tiefpassfilter verzichtet. Der Bildprozessor stammt dagegen aus der Lumix S1R II. Das sind schon mal sehr gute Voraussetzungen für eine sehr gute Leistung – dazu dann später mehr.

Die Lumix L10 ist mit rund 128 x 74 x 67 mm und rund 510 g kompakt und trotz des Metall-Gehäuses leicht. Leider bietet sie keine Dichtungen – für eine Kamera, die sich so hervorragend als ständige Begleiterin eignet, ist das sehr schade.

Ich habe recht große Hände, das Gehäuse nur einen angedeuteten Handgriff – trotzdem komme ich gut klar und die griffig strukturierte Oberfläche gibt Halt. Vor allem das geringe Gewicht macht Freude, wenn ich unbelastet Spazierengehen möchte. Hätte sie noch kleiner ausfallen können? Wenn man die Lumix S9 mit ihrem Vollformatsensor daneben betrachtet, möchte man sagen: Ja. Allerdings hat die Lumix S9 gar keinen Handgriff und – für viele Fotofans ein No-Go – keinen Sucher.

Wenn Sie aus dem letzten Satz schließen, dass sie Lumix L10 einen Sucher hat, liegen sie richtig. Da sich das Gehäusedesign der Lumix L10 an klassischen Messsucherkameras orientiert, liegt er in der linken oberen Ecke. Das Sucherbild wird auf einem OLED-Bildschirm mit 2,36 Mio. RGB-Dots scharf und kontrastreichen dargestellt. Die Suchervergrößerung von 0,74x [@KB] ist eher im mittleren Bereich angesiedelt, aber für mich als Brillenträger sehr schön. Ohne das Auge bewegen zu müssen, sehe ich das ganze Bild – und damit auch alle Informationen. Dazu kommen Drittellinien und die Wasserwaage (die leider nicht immer verhindert, dass sich ein schiefer Horizont ins Bild mogelt).

Der Monitor auf der Rückwand hat eine Diagonale von 3“, eine Auflösung von 1,84 Mio. RGB-Dots. Die Oberfläche ist berührungssensitiv, was sich für die Positionierung des AF-Punktes und fürs Navigieren durch die Menüs nutzen lässt. Er lässt sich nach links neben das Gehäuse schwenken und um die Längsachse drehen.

Das ist z. B. sehr nützlich, wenn man knapp über dem Boden fotografieren möchte – und natürlich auch für alle, die selbst im Bild oder Video zu sehen sein wollen. Ein Vorteil der 2-Achsen-Beweglichkeit: Man kann den Monitor mit der Displayseite ans Gehäuse klappen und dieses damit schützen.

Sucher- und Rückwandmonitor zeigen 100 % des späteren Bildes. Wie Bildstile oder Filter das Bild beeinflussen, wird ebenfalls auf beiden dargestellt.

Nicht neu, aber sehr praktisch: Wenn man die Kamera ins Hochformat dreht, egal ob im oder gegen den Uhrzeigersinn, werden die Anzeigen angepasst.

Die Lumix L10 ist, wie gesagt, eine neue (Edel-)Kompaktkamera und liegt damit im Trend, wie etwa auch die Canon PowerShot V1, Fujifilm X100 VI oder Sony RX1R III. Das fest verbaute Objektiv kommt wieder aus der schon lange währenden Kooperation mit der Kamera- und Objektiv-Schmiede aus Wetzlar: Leica DC Vario Summilux 1:1,7-2,8/10,9-34mm ASPH, ein lichtstarkes Standardzoom. Das KB-Brennweitenäquivalent liegt aber nicht MFT-typisch (Crop 2x) bei 22-68 mm [@KB].

Das liegt an einer Besonderheit, die es seit der Lumix LX3 von 2008 in Kompakt- und Systemkameras von Panasonic gibt: Man kann vier Aufnahmeformate wählen. Das ist bei anderen Kameras auch möglich – aber bei den entsprechenden Panasonic Modellen wird für das für MFT-typische 4:3, das KB-Format 3:2 und das Kino-Format 16:9 immer ein anderer Ausschnitt aus den maximalen 26,5 MPix gewählt – und zwar so, dass der diagonale Bildwinkel gleichbleibt. Es steht also immer ein Brennweitenbereich von 24-75 mm [@KB] zur Verfügung. Die effektive Auflösung ändert sich dabei und liegt bei 20,3 MPix, 19,2 MPix und 18,5 MPix. Das vierte Format ist das Rollei-Format 1:1. Hier kann die Diagonale der anderen drei Formate nicht eingehalten werden. Der Zoombereich entspricht in diesem Fall 28-88 mm [@KB] und die Auflösung liegt bei 15,2 MPix.

Die Wahl des Formats erfolgt an einem Schiebeschalter auf dem Objektiv, dem man auch andere Funktionen zuweisen kann, etwa Bildstil oder Motiverkennung.

An einem zweiten Schiebeschalter kann man zwischen MF, AF und Makro-AF wählen.

Das Objektiv bietet einen sauber in Drittelschritten rastenden Blendenring, wofür es von mir einen besonders dicken Daumen hoch gibt. Die kleineste Blende ist 16. In der A-Position rastet er leicht ein.

Dahinter liegt der schmale, fein geriffelte Einstellring, dem man verschiedene Funktionen zuweisen kann. Der Weg dorthin führt in die Tiefen des Menüs: Menu/Set > Zahnrad-Icon > 2. Spalte > Unterstes Icon (könnte ein Objektiv darstellen) > Objektivring-Einstell. bei AF. Zu Wahl stehen u. a. WB, Kelvin-Wert, ISO-Wert, Bildstil oder LUT. Für mich optimal: Einstellen eines Belichtungskorrekturfaktors. Dafür positiv: Der Blendenring ist mit zwei erhabenen Segmenten ausgestattet und die Wahrscheinlichkeit, dass man beim Einstellen der Blende den Einstellring mit dreht, ist gering.

Machen wir einen kurzen Umweg über die linke Schmalseite und den Boden.

Links sind hinter zwei Klappen die USB-C-Buchse (über die auch der Akku geladen werden muss – eine Unsitte!) und die Mikrofon-Buchse zu finden.

Vom Boden her hat man Zugang zum Kartenfach und zum Akkufach. Anders als bei anderen Modellen ist die SD-Karte (SD, SDHC, SDXC / USB-II) nicht mit im Akkufach untergebracht, das unter dem Griff liegt, sondern in einem eigenen. Leider wird es von einer Stativplatte blockiert. Das Stativgewinde sitzt genau unter der optischen Achse.

Obwohl kompakt bietet die Lumix L10 darüber hinaus 16 Einstellelemente am Body, von denen sich eine Reihe so belegen lassen, dass sie den eigenen Anforderungen entsprechen. Die Liste der möglichen Funktionen ist lang.

Auf der rechten Gehäuseschulter kann man mit einem kleinen (für mich ist er zu spirkselig) Schalter die Kamera aktivieren.

Dabei fährt das Objektiv in die Aufnahmeposition. Das ist praktischer als der Hinweis bei anderen Kameras, dass man das Objektiv ausfahren muss.

Am Betriebsartenwählrad lassen sich die PASM-Modi, die iA-Vollautomatik und fünf selbst programmierte Belichtungsvarianten einstellen.

Der Auslöser ist mit dem Zoom-Schalter kombiniert. Wie schnell sich die Brennweite ändert, kann man in zwei Stufen einstellen. Die langsamere wirkt ein bisschen träge, macht aber die präzisere Wahl des Bildausschnittes möglich.

Dazu kommen hier der Videoauslöser und ein Einstellrad für den rechten Daumen, in dessen Mitte eine Fn-Taste platziert ist.

Wäre er nicht mit dem entsprechenden Icon versehen, würde man den winzigen Knopf für die Wahl eines Korrekturfaktors vielleicht übersehen.

Auf der Rückwand findet man oberhalb des Monitors ganz links die Taste, mit der man wählt, ob man den Sucher oder den Rückwandmonitor nutzen möchte oder die automatische Umschaltung bevorzugt. Beide Bildschirme zeigen das Bild übrigens bei Serien ohne Unterbrechungen! Daneben liegt der Schalter, mit dem man zwischen Foto, Video und S&Q (Zeitlupe und Zeitraffer) wechselt und ganz rechts als vierte die AF-ON-Taste.

Besonders interessant ist aber die Taste an Position 3. Sie ist mit LUT beschriftet, öffnet also die Look-Up-Table-Funktion. LUTs sind Farblooks, die sich oft an der besonderen Farbigkeit von Hollywood-Filmen orientieren.

Vier LUTs sind in der Kamera gespeichert und können an eigene Vorlieben angepasst werden. Weitere LUTs lassen sich per Download hinzufügen. Unterstützt werden die Formate VLT und CUBE.

Die LUTs sind nicht der einzige Weg, die Farbigkeit der Bilder zu beeinflussen.

Die Lumix L10 bietet die bekannten Bildstil-Vorgaben, wie etwa lebhaft, flach, Landschaft oder Leica Monochrom (letzterer gefällt mir gut). Zum bekannten L.ClassicNeo kommen nun L.Classic (geringere Sättigung, weiche Tonwertübergänger, leichte Betonung von Grüntönen) und L.ClassicGold (wärmer, Lichter tendieren zu Bernstein, gut für Aufnahmen mit warmem Licht).

Dazu kommen acht Filter. Bleach Bypass, High Key und Low Key gehören, nicht nur bei Panasonic, zu meinen Favoriten.

Zurück zu den Einstellelementen.

Rechts vom Monitor umgeben die Tasten für das Quick-Menü, Wiedergabe, Zurück + Papierkorb und Display das zweite Einstellrad. Es ist dazu als 4-Richtungswippe ausgelegt und bietet schnellen Zugang zur Wahl von Empfindlichkeit,  Weißabgleich, AF-Modus und Bildfolge.

Der Empfindlichkeitsbereich geht von ISO 100 bis ISO 25.600. Rauschen ist bis ISO 1600 kein Problem, setzt danach sanft und gut zu korrigieren ein und wird erst bei ISO 12.800 lästig.

Der automatische Weißabgleich ist zuverlässig. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, kann unter 5 Vorgaben wählen, eine Farbtemperatur Wert zwischen 2500 K und 10.000 K einstellen oder einen eigenen Weißabgleich durchführen. Dafür muss nur ein weißes Objekt aufgenommen werden. Für vier selbst ermittelte Werte gibt es Speicherplätze.

Dazu kommt, dass man eine Feinabstimmung über die Blau/Gelb- und Magenta/Grün-Achsen durchführen oder den passenden Weißabgleich per Bracketing einkreisen kann.

Für den AF-Modus kann man zwischen Punkt, Feld, erweitertem Feld, zwei Zonen und dem ganzen AF-Bereich wählen und die Nachführung aktivieren. Um die Schärfe auf das richtige Detail im Motiv auszurichten, kann man das Messfeld mit dem Steuerkreuz oder dem Finger auf dem Monitor bewegen. Was fehlt ist ein Mini-Joystick, für den ich gern auf die AF-On-Taste verzichten würde.

Der Schärfenautomatik stehen maximal 779 Felder für Phasen- und 315 für Kontrastdetektion (DFD-Technologie) zur Verfügung.

Wie es heute üblich ist, stehen verschiedene Motive für die automatische Erkennung zur Wahl. Menschen, Tiere, Autos, Motor- und Fahrräder, Züge und Flugzeuge. Bis auf Flugzeuge habe ich alles beim Spazierengehen mit der Kamera vor das Objektiv bekommen und die Erkennung hat funktioniert. Flugzeuge habe ich auf den Monitor geholt und … Bingo. Die Einstellung für urbane Sportarten blieb dagegen ungetestet.

Sicherheit und Geschwindigkeit des AF ist sowohl im Single- wie auch im Continuous-Modus sehr gut und macht schnelle Schnappschüsse problemlos möglich. Wenn man die Serienbildschaltung nutzt, bleibt die Schärfe auch bei 30 B/ zuverlässig auf dem Motiv und die automatische Motiverkennung arbeitet zuverlässig.

Für den Fall, dass man nur eine große Blende und damit eine schmale Schärfenzone nutzen kann, aber das ganze Motiv in der Schärfe haben möchte, bietet die Lumix L10 Fokus-Stacking. Die Aufnahmen werden schon in der Kamera kombiniert.

Wie oben erwähnt kann man zwischen AF und Makro AF unterscheiden.

Im normalen Bereich liegt die minimale Entfernung für alle Brennweiten bei 50 cm ab Sensorebene.

Wer näher heran will, kann am Objektiv Makro AF oder MF wählen oder die intelligente Automatik aktivieren. Dann liegt die Nahgrenze laut technischen Daten zwischen 3 cm (Weitwinkel) und 30 cm (Tele). Normalerweise wird die Entfernung ab Sensorebene gemessen. 3 cm würde in diesem Fall bedeuten, dass das Objekt im Objektiv liegt! Die heißt, dass sich diese Entfernungsangabe für Nahaufnahmen ab Frontfassung des Objektivs gilt. Diese liegt, je nach Brennweite zwischen rund 75 mm und 95 mm vor der Sensorebene.

Einige Aufnahmen brachten Klarheit. Im MF Modus wurde die kürzest mögliche Entfernung eingestellt und die Kamera dann an einer Kaiser Reprosäule so weit verschoben, bis Focus-Peaking Schärfe signalisierte.

Bei 24 mm Brennweite sind aus rund 2,5 cm ab Frontfassung (!) scharfe Aufnahmen möglich. Beim Seitenverhältnis von 4:3 wird eine Fläche von rund 52 x 39 mm erfasst, was einem größten Abbildungsmaßstab von rund 1:3 entspricht. Bei 75 mm Brennweite kommt man auf 24 cm ab Frontfassung ans Objekt heran und erfasst eine Fläche von rund 14 x 10,5 cm. Das entspricht einem größten Abbildungsmaßstab von rund 1:8,2.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im extremen Nahbereich die Bildmitte sehr gut ist, zu den Rändern hin aber abfällt. Das gilt besonders bei ganz offener Blende, aber auch noch bei Blende 5,6. Allerdings fällt das nur bei planen Motiven störend auf und die Lumix L10 ist definitiv nicht für Repro-Aufnahmen gedacht. Wenn man Blumen oder kleine Gegenstände vor einem weiter entfernten Hintergrund aufnimmt, spielen diese Probleme keine Rolle – wohl aber, dass bei großen Blenden der Hintergrund in sanfter Unschärfe verschwimmt (samtiges Bokeh).

Im Standard-AF Bereich – 50 cm bis ∞ – ist an der Abbildungsleistung der Lumix L10 im gesamten Brennweiten- und Blendenbereich bis Blende 11 nichts auszusetzen. Auflösungsvermögen und Kontrast bringen auch sehr feine Details bis in die Bildecken. Bei Blende 16 wird es minimal weicher.

Auch wenn es um die Belichtung geht, gibt es nichts zu meckern. Insgesamt können 1728 Zonen für die Messung herangezogen werden. Neben Mehrfeld, Mittenbetonung und Spot gibt es die Lichterbetonung.

Gesteuert wird die Belichtung über die PASM-Modi und eine intelligente Automatik (ein Begriff, den Panasonic schon sehr früh bei Kompaktkameras verwendete), die sehr gute Ergebnisse bringt, aber nicht wissen kann, was der Mensch hinter der Kamera möchte. Insofern: iA, wenn ich mich auf etwas anderes konzentrieren möchte oder muss, ansonsten ist die Blendenvorwahl immer mein Favorit.

Natürlich sind Belichtungskorrekturen möglich und im Sucher und auf dem Monitor gut zu kontrollieren. Und hier ist es, wie oben schon angesprochen, sehr nützlich, den Einstellring am Objektiv entsprechend zu konfigurieren.

Wenn Unsicherheit besteht, kann man eine Belichtungsreihe mit 3, 5 oder 7 Aufmachen machen.

Um die richtige Lichtmenge auf den Sensor zu bringen, stehen Blenden zwischen 1:1,7 und 16 zur Verfügung und es können Verschlusszeiten im Bereich von 1/2000 Sek. bis 60 Sek. vom mechanischen und von 1/32.000 Sek. bis 60 Sek. vom elektronischen Verschluss gesteuert werden.

Wenn man auf Zeiten jenseits der Freihandgrenze zurückgreifen muss und kein Stativ zur Hand hat (bzw. keine feste Unterlage findet), schlägt die Stunde des Stabilisators, der im Objektiv verbaut ist. Als Freihandgrenze sollte man bei der Lumix L10 zwischen 1/30 Sek. (Weitwinkel) und 1/100 Sek. (Tele) ansetzen. Mir waren unverwackelte Freihandaufnahmen bei 75 mm Brennweite [@KB] mit 1/8 Sek. möglich. Mit 1/4 Sek. machte ich drei oder vier Aufnahmen in schneller Folge und hatte meistens eine oder zwei ohne Verwacklung dabei. Aber das sind meine Werte, Sie kommen vielleicht weiter.

Wer Langzeitbelichtungen machen möchte, kann die Live-Composite-Funktion nutzen. Hier werden zur Grundbelichtung neue Lichter hinzugefügt, um zu verhindern, dass der Hintergrund überbelichtet wird.

Es wurde schon kurz erwähnt: Die Lumix L10 macht Bildserien mit Frequenzen bis 30 B/Sek.. Im Fotoalltag wird man meistens mit den langsameren Frequenzen zurechtkommen. Im SH-Modus stehen 20 B/Sek. und 10 B/Sek. zur Wahl – immer ohne Live-View, aber mit Schärfennachführung.  Wer das Motiv im Auge behalten möchte, kann Serien mit max. 11 B/Sek. Im AFS-Modus machen bzw. mit max. 9 B/Sek. im AFC-Modus. An meinen ersten Winder für eine Canon AE-1 erinnert mich die L-Einstellung: 2 B/Sek. (AFS, AFC, MF). Die hohen Geschwindigkeiten des SH-Modus stehen auch für Pre-Aufnahmen zur Verfügung – d. h. es werden Serien-Bilder beim Andrücken des Auslösers aufgenommen, aber erst beim Durchdrücken gespeichert.

Die meisten Bilder in einer Serie kann man aufnehmen, wenn man sie im JPEG-Format speichert (laut technischen Daten über 100 – ich habe die Serie bei 110 Bildern abgebrochen). Außer JPEG werden noch RAW und HEIF als Formate angeboten. RAW-Aufnahmen können schon in der Kamera verarbeitet werden.

Für die kabellose Kommunikation mit anderen Geräten bietet die Lumix L10 WLAN (2,4 GHz und 5 GHz) sowie Bluetooth v5.0.

Ist auf einem Smartphone Lumix Lab installiert, kann man über die App die Kamera fernsteuern oder Bilder hochladen. Interessant: Magic LUT.  Man kann ein Lieblingsbild von der KI der App analysieren lassen, die dann eine LUT erstellt, um anderen Bildern diesen Look zu verleihen!

Noch kurz: Video. Für Bewegtbilder bietet die Lumix L10 Auflösungen von Full-HD 25p über 4K (bis 100p) und C4K (bis 100p) bis 5,6K (bis 50p). Dazu kommen (unter sehr vielen anderen)  5,2K Open Gate 30p, um mit verschiedenen Formaten spielen zu können und C4K 120p für hochaufgelöste Zeitlupen. Zeitlupen- und Zeitrafferfunktion lassen sich mit einem Griff aufrufen. Was engagierten Video-Fans fehlen dürfte, ist der Kopfhörer-Anschluss.

Alles in allem bietet die Panasonic Lumix L10 in einem dezent gestylten Gehäuse eine umfassende Ausstattung und Leistung, die für eine Kompaktkamera top sind und in vielen Punkten auf dem Niveau einer DSLM liegen. Besonders die Abbildungsleistung der Sensor-Objektiv-Kombination überzeugt, der AF macht mit Sicherheit und Geschwindigkeit Freude, ebenso die vielen Möglichkeiten, mit der Farbigkeit und dem Look der Bilder zu spielen.

 

BEWERTUNG FÜR PANASONIC LUMIX L10

GUT – SEHR GUT – HERVORRAGEND – HERVORRAGEND PLUS – HERVORRAGEND DOPPEL-PLUS – EXZELLENT

TEXT © HERBERT KASPAR
PRODUKTBILDER © HERBERT KASPAR

 

PRAXISBILDER

Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es mit einer Länge von 1800 Pixeln über die lange Seite auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.

Die RAW-Dateien wurden in der aktuellen Version von Adobe Camera RAW entwickelt.

Die Originalbilder aus der Panasonic Lumix L10 sind 5200 x 3904 Pixel groß (Format 4:3). Das entspricht bei einer Druckauflösung von 300 ppi einer Größe von 440 x 330 mm. 

Von einigen Bildern zeigen wir aus dieser Größe einen 100-%-Crop in der Größe von 1800 x 1200 Pixeln. 

Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

@ 24mm | ISO 100 | F13 | 1/250 Sek. | +0,33 EV
@ 75 mm | ISO 100 | F4 | 1/2500 Sek. | -0,66 EV
@ 75 mm | ISO 100 | F4 | 1/800 Sek. | -0,66 EV
@ 44 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/800 Sek.
@ 47 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/500 Sek.
100-%-Crop
@24 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/640 Sek.
@ 50 mm | ISO 100 | F2,8 | 1/1600 Sek.
@ 46 mm | ISO 100 | F2,8 | 1/2500 Sek.
@ 75 mm | ISO 100 | F5,6 | 1/250 Sek.
100-%-Crop
@ 24 mm | ISO 100 | F4 | 1/160 Sek. | -0,33 EV | Format 4:3
@ 24 mm | ISO 100 | F4 | 1/160 Sek. | -0,33 EV | Format 16:9
@ 24 mm | ISO 100 | F4 | 1/125 Sek. | -0,33 EV | Format 1:1
@ 24 mm | ISO 200 | F1,7 | 1/60 Sek.
@ 24 mm | ISO 100 | F1,7 | 1/250 Sek. | -1 EV
100-%-Crop
@ 24 mm | ISO 100 | F2,8 | 1/200 Sek. | -1 EV
@ 75 mm | ISO 100 | F2,8 | 1/3200 Sek. | -1 EV
@ 24 mm | ISO 500 | F2,2 | 1/60 Sek. | +1 EV
@ 24 mm | ISO 160 | F2,7 | 1/160 Sek. | -0,33 EV
@ 27 mm | ISO 3200 | F2,8 | 1/40 Sek. | -0,33 EV
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,25 Sek. | -0,33 EV | Bildstil Natürlich
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,2 Sek. | -0,33 EV | Bildstil Leica Monochrom
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,2 Sek. | -0,33 EV | Bildstil L.Classic
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,2 Sek. | -0,33 EV | Bildstil L.Classic Neo
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,2 Sek. | -0,33 EV | Bildstil L.Classic Gold
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,17 Sek. | -0,33 EV | LUT Sample 1
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,17 Sek. | -0,33 EV | LUT Sample 2
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,17 Sek. | -0,33 EV | LUT Sample 3
@ 75 mm | ISO 100 | F8 | 0,17 Sek. | -0,33 EV | LUT V.Log79
 
PRAXISBILDER © HERBERT KASPAR

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2 comments

  1. Ein Nachteil ist, dass sie zu teuer ist, weit über 1000€, genau wie die RX100VII.
    Wegen der 200 Brennweite habe ich die RX100VI der LX100II vorgezogen.
    Sony hat die RX10 V auf den Markt gebracht. Da müsste Pana dann auch reagieren und eine FZ1000III (gut mit der Brennweite der FZ2000 480Tele) auf den Markt bringen.

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