Das neue hoch lichtstarke Standardweitwinkel in der Sigma Art Familie ist das dritte mit den Eckdaten 35 mm Brennweite und Lichtstärke 1:1,4 – und es tritt in große Fußstapfen der Vorgängermodelle.
Sigma hat das 35mm F1,4 DG DN | Art deutlich kleiner gemacht, den optischen Aufbau geändert und als 35mm F1,4 DG II | Art vorgestellt. (DN wies im Namen darauf hin, dass ein Objektiv für spiegellose Systemkameras gerechnet wurde. Da das für alle aktuellen Sigma Objektive gilt, fallen diese beiden Buchstaben weg! DG bedeutet immer noch, dass es sich um ein Vollformatobjektiv handelt.)
Das neue lichtstarke Weitwinkel ist rund 95 x 73 mm groß (L x D), wiegt mit Streulichtblende, aber ohne Deckel rund 560 g und braucht 67mm Filter.
Die mitgelieferte 4-Segment-Streulichtblende macht das Objektiv um 55 mm länger. Sie weist eine Entriegelungstaste auf. Ein gummierter Ring macht das An- und Absetzen bequem, aber man muss ihn immer wieder mal mit einem angefeuchteten Tuch von Staub befreien.
Für das geringe Gewicht sorgt ein Material-Mix aus Aluminium und hochfestem Kunststoff (Thermally Stable Composite).
Das Objektiv wirkt belastbar und zuverlässig. Dazu passen auch die Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser.
Am kompakten Tubus findet man vorn den griffig geriffelten Fokusring. Er ist rund 38 mm breit – für mich ein ein bisschen überdimensioniert, weil ich ihn nur selten brauche. Aber wenn man ihn nutzt, um etwa für Panoramaaufnahmen eine bestimmte Entfernung für alle Einzelbilder sicher zu stellen, dreht er sich mit einer guten Mischung aus Leichtgängigkeit und Widerstand. Er wirkt nicht direkt auf die Fokus-Linsengruppen sondern über die AF-Motoren. Für den Test kam die Sony A7R V zum Einsatz und alle Fokusvarianten (AF-S, AF-A, AF-C, DMF und MF) standen zur Verfügung
Während bei der Version I ein Schrittmotor für Fokussieren sorgte, kommt beim neuen Objektiv ein Dual HLA Motor zum Einsatz. An der Präzision der Scharfstellung hat sich nichts geändert, wozu im Praxistest das top AF-System der Sony A7R V seinen Teil betrug. Das neue Objektiv setzt die Kommandos der Kamera aber noch schneller um, als der Vorgänger. Zu hören ist dabei nichts.
Die Naheinstellgrenze beträgt 28 cm. Dann sind vor der Frontfassung noch 17 cm frei bis zum Motiv, von der Vorderkante der Streulichtblende sind es noch 13 cm. Der größte Abbildungsmaßstab liegt bei ca. 1:5,3.
Hinter dem Fokusring sind auf einem 20 mm breiten Streifen zwei konfigurierbare Fn-Tasten und drei Schiebeschalter angeordnet. Mit einem wechselt man zwischen AF und MF, mit einem schaltet man die Klick-Funktion des Blendenrings ein oder aus und mit dem dritten …
… kann man entweder verhindern, dass der Blendenring in A Position gedreht wird (wichtig für Zeitautomatik) oder ihn in der A-Position verriegeln.
Der Blendenring ist weit hinten angeordnet. Alle ganzen Blenden von 1,4 bis 16 sind als Ziffern aufgetragen, die Drittelstufen dazwischen als Striche. Mit aktivierten Klicks lässt sich die gewünschte Blende leicht aber exakt einstellen.
Der optische Aufbau umfasst 15 Linsen in 12 Gruppen, darunter sind zwei SLD- und vier asphärische Elemente.
Wie gut spielen sie mit dem anspruchsvollen 60-MPix-Sensor der Sony A7R V zusammen, wenn die Korrekturmöglichkeiten der Kamera aktiviert sind?
Von Blende 1,4 bis Blende 5,6 ist das Auflösungsvermögen in der Bildmitte exzellent, mit praktisch keinem Leistungsabfall zu den Ecken bei 1,4 und 2 und nur minimalem bis Blende 5,6. Das kann bei planen Motiven sichtbar werden. Bei den allermeisten Aufnahmen, bei denen das Hauptmotiv in der großen Mitte angeordnet ist und das Drumherum weiter hinten fällt das nicht auf. Blende 8 bis 16 sind auf einem immer noch hervorragenden Niveau mit einer sehr gleichmäßigen Leistung über das Bildfeld. Man kann sie problemlos nutzen, wenn es um die größere Schärfenzone geht.
Farbränder an kontrastreichen Kanten (chromatische Aberration) sind in der Praxis nicht zu entdecken.
Bei ganz offener Blende und anfälligen Motiven können die Ecken etwas dunkler sein (Vignettierung), als die Bildmitte, aber das lässt sich per Bildbearbeitung leicht in den Griff bekommen.
Verzeichnung findet nicht statt.
Das Objektiv kommt mit Gegenlicht bestens zurecht, Reflexe und Überstrahlungen sind nicht zu sehen, auch nicht mit der Sonne im Bild.
Bei einem Weitwinkelobjektiv mag es nicht so wichtig sein wie bei einer Porträtbrennweite, aber das Bokeh ist angenehm weich und es ist bei den großen Blenden bis 2,8 gut möglich, das knackscharfe Hauptmotiv vom verschwimmenden Hintergrund zu trennen. Dafür ist die Blende aus 11 Lamellen aufgebaut.
Alles in allem ist es Sigma gelungen eine exzellente dritte Version des beliebten hoch lichtstarken Standardweitwinkels herauszubringen, das seine hervorragenden Vorgänger übertrifft! Das Sigma 35mm F1,4 DG II | Art ist für alle, die ein Faible für unaufgeregte Standardweitwinkel mit großer Anfangsöffnung haben, eine top Ergänzung für die Ausrüstung. Voraussetzung ist, dass die Kamera einen E-Mount oder L-Mount hat. Der Preis liegt laut idealo.de (KW 26/2026) bei 999,- €. Das ist nicht geschenkt, aber für diese Klasse günstig!
BEWERTUNG FÜR SIGMA 35MM F1,4 DG II | ART
GUT – SEHR GUT – HERVORRAGEND – HERVORRAGEND PLUS – HERVORRAGEND DOPPEL-PLUS – EXZELLENT
TEXT © HERBERT KASPAR
PRODUKTBILDER © HERBERT KASPAR
PRAXISBILDER
Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es mit einer Länge von 1800 Pixeln über die lange Seite auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.
Die RAW-Dateien wurden in der aktuellen Version von Adobe Camera RAW entwickelt.
Die Originalbilder aus der Sony A7R V sind 9504 x 3663 Pixel groß. Das entspricht bei einer Druckauflösung von 300 ppi einer Größe von 804 x 536 mm.
Von einigen Bildern zeigen wir aus dieser Größe einen 100-%-Crop in der Größe von 1800 x 1200 Pixeln.
Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!













In ACR Belichtung um -1,3 EV korrigiert.






PRAXISBILDER © HERBERT KASPAR
ES IST UNTERSAGT, BILDER VON DIESER SEITE FÜR DAS TRAINING VON KI ZU NUTZEN!











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