Außer dem neuen Tamron SP 35 mm F1.4 Di USD konnte ich bei meinem Besuch in Brauweiler bei Köln auch das Tamron 35-150 mm F2.8-4 Di VC OSD ausprobieren.

Tamron 35-150 mm F2.8-4 Di VC OSD – es gab schon längere Objektivnamen bei Tamron, aber auch der hier kann sich sehen lassen.

Natürlich sind die Kürzel im Objektivnamen nicht willkürlich gewählt. „Di“ steht bei Tamron für die Vollformattauglichkeit eines Objektivs, „VC“ für den Bildstabilisator und „OSD“ kennzeichnet die Variante des AF-Antriebs (Optimized Silent Drive).

Er soll laut Tamron außergewöhnlich leise und sehr schnell sein – und in Kombination mit der Nikon D750 trifft diese Aussage auch zu. Beim Objektiv mit Nikon-Anschluss dreht sich allerdings (mittlerweile ungewohnt) der Fokussierring mit.

Hinzu kommt, was ja nicht ganz unwichtig ist, dass das Autofokus-Zusammenspiel von D750 und 35-150 mm die Schärfe sehr genau auf den Punkt brachte. Das ist nicht immer der Fall. Immer wieder mal müssen Objektive und Gehäuse aufeinander abgestimmt werden. Das geht dann entweder über die AF-Feineinstellung der Kamera, bei den Tamron Objektiven auch über die Tap-in-Konsole. Da über die Konsole auch Firmware-Updates eingespielt sowie weitere Änderungen am Verhalten es Objektivs eingestellt werden können, ist sie eine sinnvolle Anschaffung.

Auf dem Prospektblatt für das 35-150 mm wird sehr umfassend auf die Porträttauglichkeit des Zooms hingewiesen. Es beinhaltet die Porträtbrennweiten um 85 mm, weist hier eine Lichtstärke von etwa 1:43,5 mit entsprechend schmaler Schärfenzone auf, mit den kurzen Brennweiten sind Ganzkörperporträts oder Gruppenbilder möglich und mit den langen Brennweiten kann man sich auf Details konzentrieren oder aus größerer Entfernung tätig werden, um dem Modell mehr Spielraum zu geben.

Das ist natürlich alles richtig … aber es wäre schade, das Objektiv nur im Umfeld der Porträt-, Mode-, Akt- oder Hochzeitsfotografie zu sehen. Das Tamron 35-150 mm F2.8-4 Di VC OSD ist ein Allround-Zoom, mit dem man auch sehr viele Motivgebiete sehr gut abdecken kann, von Architektur- und Landschafts- über Natur- bis zur Tierfotografie. Schnappschüsse und Streetfotografie sind  dank des schnellen AF immer drin und mit einem Abbildungsmaßstab von 1:3,7 bei längster Brennweite kann man Nahaufnahmen realisieren.

Nicht nur bei Porträts, sondern auch bei Aufnahmen von Blüten und Blumen ist das angenehm weiche Bokeh wichtig.

In allen Motivbereichen hilft der Stabilisator, wenn die Verschlusszeiten länger und länger werden. Wie effektiv er arbeitet, werde ich feststellen, wenn das Zoom zum Praxistest in der Redaktion ist. Interessant: Für den AF und den Stabilisator ist eine Dual-Micro-Processing-Unit zuständig und je eine „Hälfte“ ist für einen bestimmten Job zuständig.

Beim Praxistest in der Redaktion geht es auch noch einmal um die Abbildungsleistung, die mir bei den ersten Aufnahmen schon mal sehr gut gefällt, und für die 18 Linsen in 13 Gruppen (inkl. je drei LD-(Low Dispersion)-Elemente und Hybrid-Asphären) zuständig sind.

Das 35-150 mm ist kompakt und handlich. Mit einer Baulänge von rund 12,5 cm und einem Gewicht von unter 800 g ist es sehr gut ausbalanciert und lässt sich sehr gut handhaben.

Dass das Zoom wetterfest ist und eine Fluor-Vergütung die Frontlinse schützt, war beim ersten Test kein Thema – weit über 30 °C und sehr blauer Himmel.

Eine interessante Ergänzung des 35-150 mm ist das 17-35 mm F2.8-4 Di OSD. Wenn man beide Zooms zusammen nutzt, kommt man mit einem Satz Filter aus, denn beide weisen ein 77-mm-Gewinde auf.

Alles in allem macht das Tamron 35-150 mm F2.8-4 Di VC OSD einen hervorragenden ersten Eindruck!

 

Preis (UVP)

1149,- € in Deutschland
1159,- € in Österreich;

 

Text © Herbert Kaspar

Produktbilder © Tamron

 

Eindrücke im Video zusammengefasst:

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Praxisbilder mit dem Tamron 35-150 mm F2.8-4 Di VC OSD an der Nikon D750 

Ein Klick auf eines der Praxisbilder bringt es in der Größe von 3000 x 2000 Pixeln auf Ihren Bildschirm. Die Bildgröße wurde im aktuellen Adobe Photoshop reduziert.

Beachten Sie bitte, dass die Bildqualität, besonders die Farbwiedergabe, auch von den Einstellungen Ihres Monitors abhängt!

 

Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Der Innenhof der Abtei Brauweiler. Im Hochformat reichen 35 mm Brennweite, um den Turm ganz ins Bild zu bekommen.
Tamron 35-150 mm @ mm | ISO 200 | F11 | 1/400 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Das Bilderpaar zeigt den Brennweitenbereich des Zooms von 35 mm …
Tamron 35-150 mm @ 35 mm | ISO 200 | F8 | 1/640 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
— bis zum mittleren Tele 150 mm. Nicht aufregend, aber sehr vielseitig nutzbar.
Tamron 35-150 mm @ 150 mm | ISO 200 | F8 | 1/500 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Auf dem Weg vom Innenhof in die gepflegte, schöne Gartenanlage, wo die Bäume an diesem heißen Tag angenehmen Schatten spendeten. Die Aufnahme wirkt zwar ein bisschen weitwinkelig – aber es war die Standardbrennweite 50 mm.
Tamron 35-150 mm @ 50 mm | ISO 200 | F8 | 1/800 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Zwei kleine Stillleben mit kleinen Blumen in großen Fenstern, die im Vorbeigehen aufgenommen wurden. Mit den Brennweiten von „langen Ende“ konnten aus einigen Metern Entfernung konnten die stürzenden Linien hier fast ganz  …
Tamron 35-150 mm @ 150 mm | ISO 200 | F4 | 1/3200 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
… und hier noch besser vermieden werden. Per Software könnte man die Fenster natürlich auch ganz gerade stellen.
Tamron 35-150 mm @ 145 mm | ISO 360 | F5.6 | 1/160 Sek. | +0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Auch für die modernere Architektur kam das Zoom mit der längsten Brennweite zum Einsatz. Um eine Stufe auf F5,6 abgeblendet ist im einfarbig (und eintönig) blauen Himmel eine leichte Vignettierung zu sehen.
Tamron 35-150 mm @ 150 mm | ISO 200 | F5.6 | 1/1250 Sek. | +0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Für dieses Bild wurde die Nahgrenze des 35-150 mm nicht ausgereizt! Aber mit 125 mm ließen sich die erstaunlich frisch wirkenden Blätter gut einfangen und mit Blende 5,6 sehr ordentlich vom Hintergrund trennen. Die feinen Strukturen in den Blättern kommen sauber ins Bild.
Tamron 35-150 mm @ 125 mm | ISO 200 | F5.6 | 1/640 Sek. | +0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
Durch das ansehnliche, klare Treppenhaus, wo 35 mm ausreichten, um den Schwung der Linienführung einzufangen …
Tamron 35-150 mm @ 35 mm | ISO 450 | F8 | 1/40 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
… führte mein Weg zurück in den Sitzungssaal, der seine hochherrschaftlich bischöfliche Vergangenheit nicht verleugnen kann. Einmal wurde das Objektiv auf mittlere 75 mm eingestellt …
Tamron 35-150 mm @ 75 mm | ISO 720 | F8 | 1/80 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750
Aufnahme mit Tamron 35-150 mm F2.8-4
… während der Kronleuchter mit 35 mm und ausgeklapptem Monitor der Nikon D750 aufgenommen wurde. Eine kürzere Brennweite wäre schön gewesen. Sie steht im Tamron Programm natürlich zur Wahl. Optimal zum 35-150 mm passt das 17-35mm F2,8-4.
Tamron 35-150 mm @ 35mm | ISO 360 | F8 | 1/40 Sek. | -0,33 EV | Nikon D750

 

Alle Praxisbilder (c) Herbert Kaspar

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