Leica SL und drei neue Objektive

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Leica hat heute die Leica SL vorgestellt, eine spiegellose Vollformatsystemkamera mit elektronischem Sucher, die – hätte man es anders erwartet – für die meisten Interessenten im Bereich „zu teuer“ angesiedelt ist. Für das Gehäuse liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 6900.- € und für das Standardzoom Leica Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/24-90 mm ASPH. sind es 4300,- €. In Summe: 11200 €, da bekommt man zwei Sony A7 II (hier im Test) und drei bis vier Objektive dafür. Was liefert Leica für diese stolze Summe – außer natürlich der Erinnerung an die SLR Leica SL aus den Jahren 1968 – 1974?

Die Sony A7 II wurde nicht einfach so zum Vergleich herangezogen – sie bietet, wie die Leica SL einen 24 MPix-Vollformatsensor, spielt in Sachen Auflösung also in derselben Liga. Bei Ausstattungsvergleich gibt es dann aber Unterschiede, und spannend wird es bei den Objektiven, denn da kann es zum Duell Zeiss gegen Leica kommen. Für den Sensor lassen sich ISO-Werte von 50 bis 50000 einstellen.

leica_sl_front

Lassen wir die Sony nun beiseite. Der Sensor der Leica arbeitet mit einem Bildprozessor der Maestro II-Serie zusammen, der Schwung ins Fotografieren bringen soll. 11 hochaufgelöste Bilder sollen pro Sekunde verarbeitet und auf eine der beiden Speicherkarten (zwei Speicherkarten sind immer gut) geschoben werden können. Zu den Speicherkarten kommt ein 2 GB großer interner Speicher.

Das Bild kommt entweder vom oben angesprochenen Standardzoom, zwei anderen neuen Objektiven (das lichtstarke Telezoom Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8/-4/90-280 mm und das hoch lichtstarke Standardobjektiv Leica Summilux-SLR 1:1,4/50 mm ASPH.), aber auch Leica M-,  R- oder S-Objektive können per Adapter angesetzt werden. Ein weiterer Adapter erlaubt die Verwendung von Leica Cine-Objektiven.

Damit sind wir beim Filmen angelangt. Die Leica bietet natürlich Full HD für den Gelegenheitsfilmer, dazu aber sowohl 4K mit 4096 x 2160 Bildpunkten bei 24 fps und UHD mit 3840 x 2160 Bildpunkten bei 30 fps oder 25 fps.

Beim Filmen werden in den elektronischen Sucher nur die Informationen eingeblendet, die dafür wichtig sind. Der Sucher hat es in sich: Mit einer Vergrößerung von 0,8x und 4,4 Mio. Dots lässt er andere aktuelle EVFs hinter sich. Dagegen ist der Monitor mit einer Diagonalen von 2,95“ etwas kleiner als der momentane Standard und mit 1,04 Mio. Dots durchschnittlich bestückt.

Apropos aktuell: WiFi und GPS sind an Bord.

Für die automatische Scharfstellung kommt ein Kontrast-System zum Einsatz, für das in den technischen Daten unter „AF-Schritte“ 37 bis 49 Felder genannt werden. Das ist gegenüber Hybrid-Systemen nicht ganz so prickelnd, was aber nicht stört, wenn die Schärfe schnell und sicher eingestellt wird. Das werden wir bei Gelegenheit überprüfen. Für die manuelle Scharfstellung steht Fokus-Peaking als Hilfe zur Verfügung.

Weitere Ausstattung: Belichtungsmessung mit mittenbetonter, Spot- und Mehrfeldcharakteristik, Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie Manuellmodus, aber keine Motivprogramme oder Effekte, Verschluss mit 30 Sek. bis ein 1/8000 Sek., Weißabgleich auch mit Kelvin-Vorgaben möglich, Blitzschuh, Synchronisationszeit 1/250 Sek., ein monochromes 1,28“-Top-Display stellt wichtige Informationen dar, Speicherung im JPEG- und RAW-Format (*.DNG)

Das Gehäuse besteht aus Teilen, die aus vollem Aluminium gefräst sind, und ist gegen Staub- und Spritzwasser geschützt. Mit 147 mm x 104 mm x 39 mm (B x H x T) ist es nicht klein. Das Gewicht liegt mit Akku bei 847 g.

Das klingt alles sehr gut, besonders gefallen beim ersten Durchlesen der technischen Daten der große Sucher, die Serienbildgeschwindigkeit und der interne Speicher – aber es stellt sich die Frage, ob das den Aufpreis gegenüber anderen hervorragenden Kameras Wert ist?

 

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