Die Nikon D4s sorgt mit einer höchsten Empfindlichkeitseinstellung von ISO 409.600 für Diskussionsstoff. „Braucht man das?“, wird gefragt, aber diese Frage ist schon einmal falsch gestellt, denn „man“ gibt es hier nicht. Richtiger ist zu fragen: „Wer braucht das?“. Oder vielleicht noch besser: „Wozu braucht man das?“. Schauen wir mal …

Wer, beispielsweise, schöne Porträts aufnehmen möchte, braucht keine hohen Empfindlichkeiten, sondern gutes Licht.

Wer, beispielsweise, in der Dämmerung stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen machen möchte, braucht auch keine hohen Empfindlichkeiten, sondern ein Stativ. Stativ? Sie erinnern sich: Das Ding mit den drei ausziehbaren Beinen, das meistens zu Hause oder im Kofferraum liegt, weil man es nicht schleppen möchte.

Wer aber, beispielsweise, fotografieren möchte, wie ein Politiker mitten in der Nacht aus einer Bar kommt, mit einer Dame an seiner Seite, die nicht seine Frau ist*, der braucht kein gutes Licht und auch kein Stativ, sondern hohe Empfindlichkeiten, je höher, desto besser. Ob das Bild, das am nächsten Tag in den Boulevardzeitungen zu sehen ist, rauscht, ist nicht wichtig.

Übrigens lassen sich ISO 409.600 an der Nikon D4s gar nicht einstellen. Der offizielle Empfindlichkeitsbereich geht von ISO 100 bis 25.600, und der ist komplett sehr gut zu nutzen, mehr davon in einem anderen Beitrag. Darüber kommen als Zusatzstufen H0,3, H0,7, H1,0, H2,0, H3,0 und H4,0, darunter als Zusatzstufen L0,3, L0,7 und L1.0 (ISO  50).

Nachdem das so weit geklärt ist, hier sieben Beispielbilder, die mit den oben genannten nichts zu tun haben und die man in echten Leben so sicher nicht machen wird, die aber zeigen, worum es geht.

Aufgabe war, im Studio bei sehr wenig Licht die Nikons zu fotografieren, die u.a. in d-pixx 3/2014 eine Rolle spielen werden, die Aufnahme mit Blende 8 zu machen und keines der Stative zu verwenden, die im Studio natürlich vorhanden sind (und auch bei Außenaufnahmen zum Einsatz kommen, wenn auch noch nicht so oft, wie es sein sollte.) Die  folgenden Bilder zeigen, was bei ISO 100, ISO 1600, ISO 25.600, H1,0 (ISO 51.200), H2,0 (ISO 102.400), H3,0 (ISO 204.800) und H4,0 (ISO 409.600) passierte. Mir ist übrigens durchaus bewusst, dass andere Fotografen eine ruhigere Hand haben …

nikon_d4s_000100
66 mm | ISO 100 | 1:8 | 15 Sek.
nikon_d4s_001600
66 mm | ISO 1600 | 1:8 | 1 Sek.

 

nikon_d4s_025600
66 mm | ISO 25.600 | 1:8 | 1/15 Sek.

 

nikon_d4s_051200
66 mm | ISO H1,0 (51.200) | 1:8 | 1/25 Sek.
nikon_d4s_102400
66 mm | ISO 2.0 (102.400) | 1:8 | 1/50 Sek.
nikon_d4s_204800
66 mm | ISO H3,0 (204.800) | 1:8 | 1/100 Sek.

 

nikon_d4s_409600
66 mm | ISO H4,0 (409.600) | 1:8 | 1/200 Sek.

Alle Bilder sind JPGs direkt aus der Kamera, die mit dem 2,8/24-70 mm bestückt war.

Bilder aus dem wirklichen Leben, die mit den ultrahohen, aber auch mit den unterschiedlichen anderen ISO-Einstellungen aufgenommen wurden, und die d-pixx-typische ISO-Reihe folgen.

Natürlich wäre es völliger Unsinn, die Nikon D4s auf die ISO-Werte zu reduzieren, von denen die ultrahohen ohnehin, wie schon gesagt, passenden Situationen vorbehalten sind, die einem  nicht jeden Tag über den Weg laufen. Was die D4s sonst noch drauf hat, und das ist eine Menge, schauen wir in einem anderen Beitrag an.

*Das mit dem Politiker passiert natürlich nie, aber ich habe ja auch geschrieben „beispielsweise“. Und es gibt natürlich noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, bei denen Fotoreporter ohne Blitz und Stativ auskommen möchten oder müssen … und sie sind die Hauptzielgruppe für die Nikon D4s, für die, ohne Objektiv, rund 6.150 € zu zahlen sind.

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