Nikon D3300 Praxistest [online]

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Die D3300 ist die neue Einsteiger-DSLR von Nikon. Sie ist mit 650 Gramm (samt neuem Setzoom mit Frontdeckel, Akku und Speicherkärtchen) angenehm leicht und mit 124 x 98 x 76 mm (ohne Objektiv) auch recht zierlich, wenn auch kein Vergleich zu den spiegellosen Modellen der 1er Serie.

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Das neue Set-Zoom AF-S DX Nikkor 3,5-5,6/18-55 mm G  VR II ragt  beim Transport mit aufgesetztem Deckel rund 68 mm vor die Bajonettauflage. Zum Fotografieren wird es ausgefahren und erreicht eine maximale Länge von 90 mm.

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Das geringe Gewicht ist dem massiven Einsatz von Kunststoff zu verdanken, aber die Kombination aus Gehäuse und Objektiv macht einen guten Eindruck und liegt gut in der Hand. Der Handgriff mit seinem griffigen Belag weist eine ausgeprägte Kuhle für den Mittelfinger auf und auf der Rückwand gibt ein Stückchen des gleichen Belags dem Daumen Halt, der dann gleich am Einstellrad zu liegen kommt.

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Leider ist nur dieses eine Einstellrad vorhanden, ein zweites für den Zeigefinger wäre eine tolle Sache, aber sogar das nächst höhere Modell, die Nikon D5300, muss darauf verzichten. Vorhanden sind jedoch eine Acht-Richtungswippe und insgesamt dreizehn Einstellknöpfe.

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Was man für einen 14. Einstellknopf halten könnte, den mit dem roten Punkt, ist der gesonderte Auslöser für die Moviefunktion. Man kann Full-HD-Filme nun mit 60 fps aufnehmen.

In der Praxis sind die der konfigurierbaren [Fn]-Taste (wählbar sind: Qualitätsstufe bei der Speicherung, ISO-Wert, Weißabgleich, Active D-Lighing Ein/Aus) und die [i]-Taste wichtig. Mit letzterer wechselt man ins übersichtliche Schnellzugriffmenü. Dort sind auch die virtuellen Einstellräder für Verschlusszeit (1/4000 – 30 Sek.), Blende und ISO-Wert zu sehen.

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Das virtuelle Blendenrad ist ein Segen für Neueinsteiger, die an der widersinnig erscheinenden Kombination aus kleiner Blendenzahl und großem „Blendenloch“ (und umgekehrt) fast verzweifeln, denn es zeigt, ob sich die Irisblende beim Einstellen öffnet oder schließt. Daneben gibt es natürlich das Nikon-typisch augebaute Hauptmenü.

Die Menüs und natürlich auch die Bilder im Live-View-Betrieb und bei der Wiedergabe werden auf dem leider fest verbauten 3“-Monitor dargestellt, der eine Auflösung von 921.000 Dots bietet – in der Einsteigerklasse ein gebräuchlicher, ordentlicher Wert. Hier werden nach einem Druck auf die [?]-Taste auch die Hilfen zu den aktuellen Einstellungen gezeigt, z. B. wird kurz erklärt, was es mit einem bestimmten Motivprogramm auf sich hat.

Der Monitor der D3300 wird eher selten als Sucher genutzt werden, denn sie ja hat ja einen DSLR-Sucher zu bieten. Er könnte zwar ein bisschen größer und heller sein (wie viele andere seiner Kollegen auch), aber man kommt gut damit zurecht.

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Für alle, die sich noch nicht so recht sattelfest fühlen, ist der GUIDE-Modus, den man mit dem großen Betriebsartenwählrad auf der rechten Gehäuseschulter wählt, sehr hilfreich. Hier wird der Fotograf (als Einsteiger oder Fortgeschrittener) an der Hand genommen und für verschiedene Motive werden passende Einstellungen vorgenommen. Hier verbergen sich weitere Motivprogramme, z. B. für Nahaufnahmen, Aufnahmen schlafender Kinder oder von fließendem Wasser. Außerdem hilft der GUIDE in Sachen Anschauen und Löschen von Bildern (man kann u. a. eine Diaschau konfigurieren),  er bietet Zugriff auf die Systemeinstellungen und führt zur Bildbearbeitung in der Kamera (z. B. lassen sich kleine hellen Stellen im Bild – die Spitzlichter – mit Sternchen versehen oder Motive weich zeichnen). Systemeinstellungen und Bildbearbeitung findet der geübte Anwender auch im Hauptmenü, aber nicht so appetitlich aufbereitet.

Für Einsteiger in die Fotografie (und für absolut unbeschwertes Fotografieren zwischendurch) sind auch die beiden Vollautomatiken gedacht, von denen eine den Blitz nutzt, die andere nicht. Beide arbeiten sehr zuverlässig und treffen nachvollziehbare Entscheidungen. Ein bisschen mehr Einfluss auf die Grundeinstellungen bringt die Programmautomatik, die man dank Shift-Funktion auch einmal überstimmen kann, um ein Bild mit einer bestimmten Blende oder Verschlusszeit aufzunehmen und dann zur Programmautomatik zurückzukehren.

Für die versierten Fotografen (die D3300 ist übrigens ein schönes Zweitgehäuse zu einer großen Nikon) gibt es Zeit- und Blendenautomatik sowie den Manuell-Modus. Und auch die Einstellung der anderen für die Aufnahme wesentlichen Parameter (Empfindlichkeit, Weißabgleich, AF-Methode, AF-Messfeldwahl, Belichtungsmesscharakteristik) lässt sich entweder einer Automatik übertragen oder manuell vornehmen.

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18-55 mm @ 46 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/13 Sek.      Die 11 Messfelder der D3300 reichen aus …
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18-55 mm @ 46 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/13 Sek.      … um den Schärfenpunkt dorthin zu legen, wo man ihn haben möchte.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass man auch mit „nur“ 11 AF-Messfeldern die Schärfe sehr gut dorthin legen kann, wo man sie haben möchte. Die Felder sind in der „großen Bildmitte“ positioniert. Für Schärfe am Bildrand nutzt man einfach die Schärfenspeicherung.

Was bei Nikon immer wieder positiv auffällt, ist die mittenbetonte Belichtungsmessung, da ein definierter Kreis 75 % zum Ergebnis beiträgt, der Rand 25%. Bei der D3300 hat der Kreis einen Durchmesser von Rund 8 mm im 23,5 x 15,6 mm großen Bildfeld. Im Gegensatz zu anderen Nikon-Modellen kann man seine Größe nicht ändern. Außerdem kann man die Belichtung per Mehrfeld- und Spotmessung festlegen. Auch der eingebaute Blitz ist lobend zu erwähnen, da er bei einer leichten Minus-Korrektur der Blitzbelichtung angenehm belichtete Bilder bringt (natürlich nur frontal ausgeleuchtet, aber für die Lösung dieses Problems gibt es eine Reihe sehr guter externer Nikon-Blitzgeräte).

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Dem Trend zur „Konnektivität“ trägt Nikon insofern Rechnung, als man die man den WiFi-Adapter WU-1a anschließen kann. Auch GPS ist nur per externem Gerät (GP-1/GP-1A) möglich. Wer beides im Gehäuse haben möchte, ist bei der D5300 gut aufgehoben.

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18-55 mm @ 52 mm | ISO 100 | 1:11 | 1/1250 Sek.     Um die Silhouettenbildung zu unterstützen, wurde eine Belichtungskorrektur um -1/3 EV eingestellt. 

Belichtungsmessung und Weißabgleich arbeiten zuverlässig, der Autofokus ist im Sucherbetrieb (Phasendetektion) schnell und sicher, im Live-View-Modus (Kontrastdetektion) letztendlich auch sicher, aber bei wenig Licht nicht sehr schnell. Für Makroaufnahmen ist der LV-Autofokus aber beispielsweise sehr gut zu gebrauchen. Auch die manuelle Fokussierung ist im LV-Betrieb dank Sucherlupe präzise möglich, wenn man sich beim Setzoom an den schmalen und sehr leichtgängigen Einstellring gewöhnt hat. An der Serienbildfunktion gibt es nichts auszusetzen, sie schafft knapp 5 B/Sek..

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18-55 mm @ 26 mm | ISO 100 | 1:10 | 1/640 Sek.     Die Farbwiedergabe der D3300 ist natürlich.

Im Zentrum der Bildaufzeichnung stehen ein 24-MPix-CMOS-Sensor im APS-C-Format (im Nikon-Sprachgebrauch DX-Format) ohne Tiefpassfilter und der Bildwandler Expeed 4. Mit dem neuen Setzoom werden bei allen mittleren Brennweiten und mit Blende 8 und 11 sehr hohe Auflösungswerte und sehr gute Kantenschärfe über das gesamte Bildfeld erzielt. Blende 5,6 ist bei 18 mm nah an diesen Werten, Blende 16 bei 35 mm. Eine sehr gute, teils hervorragende, ausgeglichene Leistung über das gesamte Bildfeld wird bei 55 mm mit den Blenden 5,6 – 16 erzielt. Bei Blende 22 kommt im gesamten Zoombereich die Beugung ins Spiel, aber es wird immer noch eine gute Leistung erzielt. Beispielbilder, die mit diesem Zoom aufgenommen wurden, sind in den Text eingebunden, Bilder, die mit dem AF-S DX Nikkor 3,5-5,6/18-85 mm G  ED VR mm entstanden, folgen nach dem Text.

Bei unseren ISO-Reihen, die im Studio unter immer gleichen Bedingen bei Lichtwert 7 aufgenommen werden (Lichtmessung mit einem Gossen Handbelichtungsmesser) sind die ISO Werte bis 1600 sehr gut und auch ISO 3200 liefert brauchbare Bilder. Danach setzt sichtbares Helligkeitsrauschen ein, das bei jeder höheren Empfindlichkeitsstufe mehr Details frisst. Bei weniger Umgebungslicht muss schon ab ISO 1600 mit sichtbaren Störungen in anfälligen Bildpartien gerechnet werden. Die Bilder der ISO-Reihe folgen in voller Auflösung am Ende.

Insgesamt gesehen ist die Nikon D3300 eine hervorragende Einsteigerkamera, die auch Fortgeschrittene zufriedenstellen kann. Da sie in der Bildqualität nur wenig Anlass zur Kritik bietet, ist durchaus auch zu überlegen, sie als Zweitgehäuse neben einer großen Nikon mit APS-C-Sensor einzusetzen.

Interessiert an der Nikon D3300 ? Hier ist sie in Schwarz zu haben.

Oder lieber die rote Variante? Die gibt es hier.

 

Hinweise
Bei allen Beispielsbildern handelt es sich um JPGs, die nicht bearbeitet wurden.
Das Copyright für alle Bilder in diesem Beitrag liegt bei der Redaktion d-pixx, Hammelburg.

 

Beispielbilder mit dem AF-S DX Nikkor 3,5-5,6/18-85 mm G  ED VR mm

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16-85 mm @ 85 mm | ISO 100 | 1:8 | 1/800 Sek.     Knackige Farben und nicht minder knackige Schärfe in der Fahne. (Nein – wir waren für die Aufnahme nicht in Maranello :))

 

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16-85 mm @ 22 mm | ISO 100 | 1:5,6 | 1/500 Sek.     Das Bokeh wirkt hier ein wenig unruhig, da die Unschärfescheibchen um die Lichtflecken im Hintergrund recht scharf begrenzt sind.
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16-85 mm @ 62 mm | ISO 100 | 1:8 | 1/125 Sek.      Hilfslinien helfen bei der Einteilung des Bildes.

 

ISO-Reihe

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18-55 mm @ 36 mm | ISO 100 | 1:6,3 | 1/6 Sek.
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18-55 mm @ 36 mm | ISO 200 | 1:6,3 | 1/13 Sek.
nikon_d3300___iso_00400
18-55 mm @ 36 mm | ISO 400 | 1:6,3 | 1/25 Sek.
nikon_d3300___iso_00800
18-55 mm @ 36 mm | ISO 800 | 1:6,3 | 1/40 Sek.
nikon_d3300___iso_01600
18-55 mm @ 36 mm | ISO 1600 | 1:6,3 | 1/80 Sek.
nikon_d3300___iso_03200
18-55 mm @ 36 mm | ISO 3200 | 1:6,3 | 1/160 Sek.
nikon_d3300___iso_06400
18-55 mm @ 36 mm | ISO 6400 | 1:6,3 | 1/320 Sek.
nikon_d3300___iso_12800
18-55 mm @ 36 mm | ISO 12800 | 1:6,3 | 1/640 Sek.
nikon_d3300___iso_25600
18-55 mm @ 36 mm | Hi1 (ISO 25.600) | 1:6,3 | 1/1250 Sek.

 

 

 

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