Viel wurde diskutiert, dass Apple gerade das Profi-Lager vernachlässigen würde. Mit den MacBooks hat der Konzern zwar durchaus beeindruckende mobile Arbeitsgeräte im Programm, für den stationären Betrieb mussten aber die iMacs (samt fest verbautem und stark spiegelndem Display) herhalten. Das Warten hat nun aber ein Ende, denn seit gestern steht fest, dass der neue Mac Pro, der erstmals in diesem Sommer gezeigt wurde, ab Dezember verfügbar ist.

Dabei spricht Apple aber ganz klar Profis und anspruchsvollste Anwender an. Das macht sich einerseits am aufgerufenen Preis von mindestens 2999 Euro, aber auch an den verbauten Komponenten bemerkbar – beide Bereiche können beinahe nach belieben nach oben erweitert werden. So gibt es zum Einstandspreis einen Xeon-Prozessor mit sechs Kernen, 12 GB Arbeitsspeicher und 2 AMD FirePro-Grafikkarten, sowie eine 256 GB fassende SSD. Allein die beiden Grafikkarten zeigen, dass es Apple gerade mit der Videobearbeitung ernst meint, da aber auch Programme zur Bildbearbeitung davon profitieren, wenn die Grafikkarte mitrechnet, kann hier von einer maximalen Performance geträumt werden. Die RAW-Daten unserer Testbilder zur neuen Sony Alpha 7r kommen beispielsweise auf 37 MB – bei einer entsprechenden Stapelverarbeitung kommen so flott einige Megabyte zusammen.

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Bei den Schnittstellen bleibt Apple seinem aktuellen Weg treu. Es gibt zwar auch USB 3.0-Anschlüsse, die wichtigsten Ports auf der Rückseite des Gehäuses bleiben aber die Thunderbolt-Schnittstellen, die nicht nur eine hohen Bandbreite von 20 GB/Sek. bieten. So können problemlos externe Laufwerke eingebunden werden, ohne dass mit Engpässen zu rechnen ist. Noch interessanter ist aber die Fähigkeit dieser Videostreams in 4K auszugeben. Und wer wie ich schon einmal Bilder auf einem 32-Zöller mit 4K-Auflösung bearbeiten durfte, wird nicht mehr zurückwechseln wollen (was ich aber leider musste). Auch hier ist aber natürlich die High-End-Videobearbeitung das zentrale Thema des neuen Mac Pro.

Bislang ausgespart habe ich das neue Gehäuse, das schon vielfach als „Mülleimer“-Design verspottet wurde. Zur Optik kann man sicherlich geteilter Meinung sein, mir gefällt sie zum Beispiel. Interessant ist aber das neue Kühlsystem, denn Apple kühlt den gesamten Rechner mit nur einem einzigen Lüfter – und der soll laut ersten Berichten absolut lautlos arbeiten.

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Klingt alles gut – ist aber eben teuer. Wer noch ein passendes 4K-Display nutzen möchte, der ist aktuell schon einmal mindestens 6000 Euro los. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Displays im kommenden Jahr deutlich günstiger werden – Samsung hat mir etwas von 1200-1500 Euro erzählt. Es heißt also: sparen, sparen, sparen …

Ein interessantes Interview mit dem Profifotografen Lucas Gilman, der den Mac Pro bereits nutzen konnte, gibt es übrigens auf 9to5mac.com zu lesen.

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Lucas Gilman konnte den neuen Mac Pro bereits ausgiebig testen.

 

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