Kommt der Winter tatsächlich zurück? Für den Fall, dass ja – hier Tipps fürs Schnee- und Winterbilder.

Fotografieren im Winter ist wie Fotografieren im Sommer, nur unter anderen äußeren Bedingungen. Das heißt: Egal zu welcher Jahreszeit man fotografiert, sind die Basics die gleichen. Das wiederum heißt: Konzentrieren aufs Hauptmotiv. Die Schärfe dorthin legen, wo es wichtig ist (die AF-Automatiken sind gut, können aber nicht wissen, worauf es ankommt). Kamera gut ausrichten, damit das Motiv ordentlich im Format steht. Drittellinien oder die Linien des goldenen Schnitts beachten. Alle Gestaltungstipps über den Haufen werfen, wenn es dem Bild gut tut.

Dazu noch ein paar Tipps speziell für den Winter von A-Z.

Akku Akkus machen bei Kälte eher schlapp, als bei angenehmen Temperaturen. Ersatzakkus in der warmen Hosen- oder Jackentasche sind eine gute Sache. Gegebenenfalls auch mal den Akku aus der Kamera nehmen und aufwärmen. 

Foto © Herbert Kaspar

Belichtung Um zu verhindern, dass ein Schneemotiv vergraut ins Bild kommt, ist eine Plus-Korrektur wichtig. Der Berg im Live-Histogramm sollte auf der rechten Seite sein. Das klingt widersinnig, ist aber so, weil Belichtungsmesser auf ein mittleres Grau abgestimmt sind und ein sehr helles Motiv vergraut ins Bild bringen.

Beschlagen Beim Wechsel aus der Kälte in einen warmen Raum packt man sie in einen verschließbaren Plastikbeutel. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert auf dem Beutel, nicht auf der Kamera.

Foto © Herbert Kaspar

Brille Sonnenbrillen oder abdunkelnde Brillen verfälschen die Ansicht des Motivs. Ein Blick ohne Brille zeigt, was die Kameras sieht und aufnimmt.

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Foto © Heinz Neubauer

Gebirge Im Gebirge locken die schönsten Wintermotive. Trotzdem bitte Warnungen beachten und auf den sicheren Wegen bleiben.

Foto © Herbert Kaspar

Farbe Große weiße Flächen im Bild, davor und darin dunkle Bäume – das bringt schon fast den Eindruck eines Schwarz/Weiß-Bildes. Das kann man dann ruhig einmal weiterführen und bei der Entwicklung des RAW-Bildes oder bei der Bildbearbeitung ein Graustufenbild erzeugen.

 

Foto © Heinz Neubauer

Makroobjektiv Zarte Strukturen in Raureif, Schnee und Eis bieten sich als Motive an und legen es nahe, ein Makroobjektiv oder eine leichte Makrovorsatzlinse mitzunehmen!

Nässe Sollte die Kamera im Schneetreiben nass geworden sein, tupft man sie mit einem saugfähigen Handtuch ab. Abreiben kann dazu führen, dass man Feuchtigkeit in Spalten drückt.

 

Foto © Herbert Kaspar

RAW Format  Das RAW-Format ist immer zu empfehlen – im Winter etwas, um den Blaustich aus dem Schnee zu entfernen, den ein strahlend blauer Himmel hervorruft. Ein bisschen Blau darf aber im Bild bleiben, denn das vermittelt den Eindruck von Kälte.

Schneetreiben Eine kurze Verschlusszeit lässt die Flocken in der Luft hängen. Der Aufhellblitz lässt sie leuchten. Längere Zeiten zeigen sie in Bewegung. Eine große Blende drückt den störenden Hintergrund aus dem Bild. Zwischen den Aufnahmen den Objektivdeckel aufsetzen – oder vielleicht sogar einen UV-Filter einschrauben, der die Frontlinse schützt.

Spuren im Schnee Schneeflächen sehen besonders schön aus, wenn sie unberührt sind. Daher sollte man zunächst einmal alle Übersichtsaufnahmen machen (lieber ein paar mehr), und dann erst weitergehen. Die Spuren können dann selbst zum Motiv werden.

Stativ Stativbeine werden schnell unangenehm kalt. Wenn das obere Segment nicht schon mit einer mit Ummantelung versehen ist, kann ein Schaumstoffrohr (Heizungsrohr-Isolierung) helfen. Vor dem Zusammenschieben das untere Beinsegment abwischen, damit kein Schnee in die oberen Segmente gelangt. 

Foto © Herbert Kaspar

Wärme   Warme Kleidung ist im Winter selbstverständlich. Speziell für Fotografen empfehlenswert sind Handschuhe, die für die Aufnahme die Fingerspitzen freigeben. Der bunte Schal kann dann gleich noch zum Motiv werden.

Zuguterletzt Wenn Kinder dabei sind – einfach mal die Kamera wegpacken und eine Schneeballschlacht machen

 

Text © Herbert Kaspar

 

 

 

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