Last Minute Tipps für Weihnachtsfotos

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Zugegeben: Es fühlt sich fast nach Ostern an und es wurden tatsächlich in Supermarktregalen schon Osterhasen gesichtet, die sich als Weihnachtsmänner verkleidet haben – aber nein, es steht nicht Ostern vor der Tür, sondern Weihnachten. Und wieder werden unzählige Fotos entstehen. Hier ein paar Last-Minute-Tipps. (Aufmacherbild: d-pixx-Leser Robert Müller.)

Obwohl immer wieder von Ruhe und Besinnlichkeit die Rede ist, wenn es um Weihnachten geht, ist eine gewisse Hektik nicht zu verleugnen. Für den „Hausweihnachtsfotografen“ (also Sie) gilt es, sich nicht davon anstecken zu lassen. Dafür sollten Sie schon im Vorfeld einige Dinge beachten:

– Machen Sie am Tag vor Heiligabend einige Bilder in dem Raum, um die Uhrzeit und mit der Beleuchtung, bei der die „echten Aufnahmen“ gemacht werden sollen. Welchen ISO-Wert brauchen Sie, um ohne Blitz auszukommen? Wie sehen die Bilder in Sachen Rauschen aus? Suchen Sie gegebenenfalls den Blitz und schauen Sie, wie die Bilder wirken.

– Wenn Sie den eingebauten Blitz der Kamera benutzen, probieren Sie aus, wie Sie das Licht weicher bekommen können. Papiertaschentücher oder weißer Kunststoff (z. B. ein Teil eines Joghurt- oder Quarkbechers) können gute Dienste tun. Achtung: Der Reflektor wird sehr heiß.

– Schauen Sie eventuell noch einmal in der Gebrauchsanweisung nach, wie man die Filmfunktion aktiviert. Auch wenn Sie sie normalerweise nicht brauchen – bei einer Gelegenheit wie Weihnachten ist sie wichtig.

– Laden Sie den Akku für die Kamera, und, wenn vorhanden, den Zweitakku auch.

– Vergewissern Sie sich, dass Ersatzbatterien für den Blitz vorhanden, bzw. die entsprechenden Akkus geladen sind.

– Suchen Sie das Stativ heraus.

– Wenn Sie echte Kerzen verwenden, stellen Sie sicher, dass ausreichend viele vorrätig sind,  sie werden nicht nur für die Stimmung, sondern auch fürs Fotografieren gebraucht.

Die ersten Weihnachtsbilder können schon vor der Bescherung entstehen, z. B., wenn noch ein paar Geschenke eingepackt werden oder wenn der Weihnachtsbaum geschmückt wird. In diesem Zusammenhang sollte man nicht nur in Einzelbildern denken, sondern in Serien. Man stellt dazu ein Stativ auf (am besten natürlich so, dass es nicht zu sehr im Weg ist) und macht immer wieder eine Aufnahme, wenn sich ein bisschen was getan hat. Hier empfiehlt es sich auch einmal nachzuschauen, ob die Kamera eine Timerfunktion hat, damit die Aufnahmen in einem bestimmten Abstand automatisch gemacht werden.

Der geschmückte Baum ist natürlich eines der zentralen Weihnachtsmotive. Wichtig: Die Kerzen, echte oder elektrische, sollten auf jeden Fall brennen. Ein Stativ macht es möglich, mit kleinen Blenden zu fotografieren, und damit Sterneffekte um die Lichtpunkte zu erzeugen. (Sie können natürlich auch nachträglich per Software ins Bild gebracht werden.)

Zwischen den Lichtern am Baum und ihrer Umgebung liegt ein hoher Kontrastumfang. Man kann mit einem abgeschwächten Blitz (Blitzbelichtungskorrektur) die Schatten aufhellen, aber das ist der Lichtstimmung nicht zuträglich. Wenn die Kamera die Möglichkeit bietet, direkt HDR-Bilder aufzunehmen, sollte man sie nutzen. Anderenfalls kann man vom Stativ Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen machen und sie per HDR-Software verrechnen. Wer RAW-Aufnahmen macht, was sich auf jeden Fall empfiehlt, sind Pseudo-HDRs möglich. Das heißt, dass man die RAW-Datei z. B. zwei- oder dreimal entwickelt, sodass einmal in den Mitteltönen, einmal in den Schatten und einmal in den Lichtern die Details zu sehen sind. Diese Bilder werden als JPEGs gespeichert und dann per HDR-Software kombiniert.

Interessante Motive  bietet der Baumschmuck, der sich auch für Nah- und Makroaufnahmen empfiehlt. Nutzen Sie auch einmal die Möglichkeit, mit einer Taschenlampe (LED-Taschenlampe) für effektvolle Licht- und Schattenverteilung zu sorgen. Ein (Tisch-)Stativ verhilft zu unverwackelten Bildern.

Wenn die Kerzen am Baum brennen, ist das eine gute Gelegenheit für einige Bilder, bei denen man per manueller Fokussierung den Baum immer mehr in der Unschärfe verschwimmen lässt, bis schließlich die Lichtpunkte zu Scheibchen werden. Eine Minuskorrektur bringt sie gut in einem dunklen Umfeld heraus. Wenn die Kerzen eng genug gesetzt sind, zeigt das Bild mit den völlig unscharfen Lichtern den Umriss des Weihnachtsbaumes. Später kann man dann damit experimentieren, scharfe und unscharfe Bilder per Software zu kombinieren.

Wenn dann die Zeit der Bescherung gekommen ist, werden alle Anwesenden zu Hauptmotiven. Besonders Kinder, die mit großen Augen den geschmückten und leuchtenden Baum anschauen oder ihre Geschenke auspacken, sind viele Bilder wert. Wenn man nicht ohne Blitz auskommt, sollte entweder versucht werden, das Blitzlicht mithilfe eines Diffusors weicher zu machen oder indirekt zu blitzen, was natürlich eine weiße Raumdecke voraussetzt. Wenn Kamera und/oder Blitz es erlauben, wird die Blitzleistung ein wenig reduziert.

Beim Auspacken der Geschenke kann man, wie schon beim Einpacken eines Geschenkes, eine Serie mit der Kamera auf dem Stativ aufnehmen, gegebenenfalls mithilfe der Timerfunktion. Der Blitz wird am besten ausgeschaltet, weil sein Aufleuchten in regelmäßigen Abstände doch sehr irritierend sein kann.

Anstelle einer Serie von Fotos kann natürlich auch ein Film treten.

Sollte die ganze Familie zusammengekommen sein, kann man die Gelegenheit für einige Gruppenaufnahmen nutzen. Wie wäre es damit: Zuerst die Großeltern allein. Dann kommen die Kinder in der Reihenfolge der Geburt hinzu, dann die Schwiegerkinder in der Reihenfolge der Hochzeiten, dann die Enkel in der Reihenfolge der Geburt usw. Das ergibt einen lebendig wirkenden Stammbaum, der natürlich erst in der Zukunft von Interesse sein wird, wenn die Enkel groß geworden sind.

Für die Weihnachtsbilder kann jede Art von Kamera verwendet werden. Wer eine Systemkamera nutzt, sollte ein Standardzoom ansetzen. Um zu verhindern, dass sich die automatische Wahl des AF-Messfeldes durch irgendetwas irritieren lässt – z. B. durch Zweige des Weihnachtsbaumes – verlässt man sich lieber auf die manuelle Messfeldwahl. Wenn man nicht das zentrale Messfeld aktiviert, sondern eines weiter außen, verhindert man den (meist) langweiligen mittigen Bildaufbau.

Damit die Bilder, die während der Feiertage aufgenommen wurden, Bestand haben, muss man sie entsprechend sichern (die Sicherungen später wiederholen). Eine interessante Möglichkeit, die Bilder an spätere Generationen weiterzugeben, sind Fotobücher. Wählen Sie eines der Standardformate, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass sie im Angebot bleiben. Dann kann man dem ersten Weihnachtsfotobuch in den nächsten Jahren weitere folgen lassen!

Zum Schluss noch ein wichtiger Tipp: Legen Sie irgendwann die Kamera beiseite und genießen Sie den Weihnachtsabend.

PS: Wenn Sie ein gutes Gedächtnis haben, erinnern Sie sich vielleicht an diesen Beitrag, denn er wurde letztes Jahr schon einmal veröffentlicht. Aber Weihnachten kommt ja auch alle Jahre wieder …

In diesem Sinne: Frohes (Foto-)Fest

 

Text (c) Herbert Kaspar

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