Nikon hat die Serie 1 durch ein neues Topmodell, die 1V3 ausgebaut. Sie ist gestern in der d-pixx-Redaktion eingetroffen. Ehe wir sie einem Praxistest unterziehen, habe ich sie schon einmal kurz angeschaut und ausprobiert – leider bei trübem Wetter, bei sehr trübem Wetter, um genau zu sein.

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Das Design der 1 V1 orientierte sich an Kompaktkameras, während deren Nachfolgerin, die 1 V2, mit Sucheraufbau und Griff an eine DSLR erinnerte. Die 1 V3 verknüpft die beiden Ansätze. Es gibt einen Sucher und einen Griff – die beide an das Gehäuse im Kompaktkamera-Look angesetzt werden können. Die Kombination liegt gut in der Hand, zumal der Griff einen eigenen Auslöser (und die [Fn3]-Taste mit sich bringt.

nik1_v3__front

Einstellelemente und Menüs  machten beim ersten Kennenlernen einen guten Eindruck, ebenso der schwenkbare Rückwand-Monitor und der kleine Monitor im Aufstecksucher, zwischen denen automatisch gewechselt wird, wenn der Augensensor aktiv ist.

Auch der Bildsensor unterscheidet die V3 von den Vorgängern. Der 1“-Chip (Nikon: CX-Format) löst nun 18,4 MPix auf (für Bilder mit 5232 x 3488 Bildpunkten) und verzichtet auf den optischen Tiefpassfilter. Die 1 V3 ist die erste Nikon 1 mit diesem Merkmal. Die Bilddaten werden im neuen EXPEED 4A Bildprozessor aufbereitet.

Ausgestattet ist unsere Testkamera mit dem 1 Nikkor 3,5-5,6/10-30 mm VR, einem Pancake-Powerzoom mit eingebautem Objektivdeckel.

nik1_v3__back

Der neue Prozessor soll auch die Schnelligkeit der Kamera steigern, so ist von 20 B/Sek. mit AF für jedes Bild die Rede, was ich noch nicht ausprobiert habe – das Wetter war (und ist immer noch) außerordentlich trüb. Mit dem elektronischen Verschluss können nun Zeiten bis 1/16.000 Sek. erzielt werden, die man bei (ich glaube, ich wiederhole mich gerade) trübem Wetter leider auch nicht sinnvoll ausprobieren kann.

Vor dem ersten Fotospaziergang mit der Kleinen sollte natürlich eine Speicherkarte eingesetzt werden, was zur verblüffenden* Feststellung führte, dass ich mit meinen SD-Karten nicht viel anfangen kann. Die 1 V3 braucht eine micro SD-Karte! Das ist der Typ, den man beim Spaziergang über eine Wiese beim Wechseln besser nicht fallen lässt! (*Ich hatte die Gebrauchsanleitung noch nicht angeschaut und der Blick auf die Pressemitteilung liegt schon ein paar Tage zurück …)

Beim erstes Kennenlernen machte die neue kleine Nikon viel Spaß, auch wegen der sehr guten Bedienbarkeit und Ausstattung, zu der z. B. eine virtuelle Zwei-Achsen-Wasserwaage gehört.

Hier nun ein halbes Dutzend erster Bilder, für die eine Tonwertkorrektur durchgeführt wurde, um das trübe Wetter zumindest im Bild zurück zu drängen.

Mehr Praxisbilder, die hoffentlich bei fotogenerem Wetter entstehen,  und die ISO-Reihe werden baldmöglichst nachgereicht, der Praxistest erscheint in d-pixx 3/2014.

Hinweise

Das Copyright für alle Bilder in diesem Beitrag liegt bei der Redaktion d-pixx, Hammelburg. 

Beispielbilder mit dem Nikon 1 Nikkor 3,5-5,6/10-30 mm VR

nik1_v3_wiese2
10-30 mm @ 30 mm | ISO 160 | 1:5,6 | 1/500 Sek.      Das AF-Messfeld wurde auf dem Touchscreen-Monitor nach unten, also auf den Vordergrund, ausgerichtet.
nik1_v3_wiese
10-30 mm @ 10 mm | ISO 160 | 1:5,6 | 1/640 Sek.      Für solche Aufnahmen ist es gut, dass der Rückwandmonitor (3″, 1,037 Mio. Dots) schwenkbar gelagert ist.
nik1_v3_blaetter
10-30 mm @ 29,4 mm | ISO 160 | 1:5,6 | 1/4000 Sek.      Dank Active D-Lighting ist die Rinde des Baumes nicht “abgesoffen”.
nik1_v3_baumstamm
10-30 mm @ 29,4 mm | ISO 160 | 1:5 | 1/1000 Sek.      Das Spotmessfeld der 1 V3 wurde auf den Baum und ein bisschen Wiese ausgerichtet, um den Stamm gut ins Bild zu bekommen.
nik1_v3_baum_saaleck
10-30 mm @ 30 mm | ISO 160 | 1:5,6 | 1/1600 Sek.      In Hintergrund, der eine angenehme Unschärfe zeigt, sind Schloss Saaleck (oben) und Kloster Altstadt bei Hammelburg zu sehen.