Lange hat man darauf gewartet, heute ist es endlich so weit: Nikon steigt dem System 1 in den Markt der spiegellosen Systemkameras ein. Auch wenn man vergleichsweise spät dran ist, so ist man sich der Wichtigkeit des neuen Systems durchaus bewusst und erklärt konzernintern die heutige Ankündigung zur wichtigsten Neuheit der letzten 14 Jahre (damals hat Nikon seine erste Digitalkamera vorgestellt).

Direkt zum Start werden zwei Modelle angeboten, die Nikon 1 J1 und die Nikon 1 V1 – hier behalten die einschlägig bekannten Gerüchteseiten also wieder einmal recht. Bei der J1 soll es sich um eine kompaktere Lifestyle-Kamera handeln, die auf einen Sucher verzichtet, während die V1 mit einem elektronischen Sucher (1,44 Millionen Bildpunkte) vornehmlich Enthusiasten ansprechen soll.

nikon1_j1

Wichtig ist Nikon bei der Vorstellung des System 1 vor eines: alles wurde neu entwickelt und speziell auf das neue Format angepasst.

 

 

Zunächst mal neue wäre natürlich der Sensor. Der besitzt eine Auflösung von 10,1 MPix und ist im Format von 13,2 x 8,8 mm gehalten. Damit fällt der Sensor allerdings noch einmal ein Stück kleiner aus, als es im Micro 4/3-Standard der Fall ist (entsprechende Sensoren bieten eine Fläche von 17,3 x 13,0 mm) was Nikons neue Systemkamera doch ein wenig an Pentax‘ spiegellose Systemkamera [zur News] erinnern lässt (oder wenn man ganz gemein sein möchte, könnte man sogar versucht sein, an eine Kompaktkamera zu denken).

Wichtig für Nikon beim System 1 ist die hohe Rechenleistung des verbauten Prozessors. So bieten beide System 1 Kameras die Möglichkeit auf Aufnahmen, auch bevor der Auslöser voll betätigt wurde. Bekannt ist dieses Feature bereits von manchen Kompaktkameras.

Der „bewegte Schnappschuss“ soll Film und Bild kombinieren – es werden gleichzeitig ein Zeitlupenvideo und ein Bild aufgenommen, sodass diese im Anschluss kombiniert werden.

Ein Feature, das ebenfalls von der hohen Rechenleistung des verbauten Expeed 3-Prozessors profitieren soll, ist der Smart Photo Selector, der zudem von der hohen Serienbildgeschwindigkeit profitiert, die mit 60 Bildern pro Sekunde angegeben wird. So nimmt die Kamera bei diesem Feature mit einer Auslösung 20 Bilder auf und speichert davon aber nur die fünf besten Aufnahmen. Auf dem Display angezeigt wird sogar nur „das beste Bild“. Was nun die beste Aufnahme ist, das entscheidet die Kamera anhand von Algorithmen selbstständig. 

Hier eine Unterscheidung der beiden Kameras, wie Nikon sie sich vorstellt:

Nikon 1 V1:

Die Nikon 1 V1 bietet ein Design, das zum Klassiker werden dürfte und ist darauf ausgelegt, Benutzern neue fotografische Möglichkeiten zu eröffnen. Mit ihrem hochauflösenden elektronischen Sucher und dem Multifunktions-Zubehöranschluss ermöglicht sie erstklassige Bilder in jeder Aufnahmesituation. Der helle elektronische Sucher mit 1.440.000 Bildpunkten liefert ein klares, ruhiges Bild und 100 % Bildfeldabdeckung. Die Kamera verfügt über ein robustes Gehäuse mit Abdeckungen aus einer Magnesiumlegierung (oben und vorne) sowie einen Multifunktions-Zubehöranschluss, über den Sie die Nikon 1 Zubehörpalette zur Systemerweiterung nutzen können. Die Nikon 1 V1 ist in Mattschwarz und Weiß erhältlich.

Nikon 1 J1:

Die Nikon 1 J1 ist die ideale Kamera für einen aktiven Lebensstil und zum Festhalten der kostbaren Momente mit Familie und Freunden. Diese vollautomatische Nikon 1 bietet dem Benutzer alle Funktionen, um die Dinge so einzufangen, wie sie passieren und besticht durch ein erstklassiges, minimalistisches Kameradesign. Das superkompakte Gehäuse ist in verschiedenen Farben und mit darauf abgestimmten handlichen 1 NIKKOR Objektiven erhältlich und verfügt über ein integriertes Blitzgerät. Die Bedienung ist so einfach – alles worum Sie sich kümmern müssen, ist die Wahl Ihres Motivs. Die verfügbaren Farben sind Weiß, Mattschwarz, Rot, Silber und Hot Pink.

Dass zum Start eines neuen Systems gerade die zur Verfügung stehenden Objektive natürlich extrem wichtig sind, dessen ist sich jedermann bewusst. Nikon startet das System 1 daher mit vier Objektiven.

Das 1 Nikkor VR 10-30 mm stellt das Standardzooms des Systems dar. Passend dazu wird als „Anschlusszoom“ ein 1 Nikkor VR 30-110 mm angeboten, das einen integrierten Bildstabilisator mitbringt. Für Anwender, die auf der Suche nach einem sehr kompakten Objektiv sind, soll sich das 1 Nikkor 10 mm anbieten. Abgerundet wird das System-1-Portfolio vom 1 Nikkor VR 10-100 mm PD-Zoom, das sich dank seines Zoommotors vor allem für Videofilmer anbieten soll. Weitere Objektive sind laut Nikon bereits in der Entwicklung, wann diese aber auf dem Markt erscheinen, wurde noch nicht angekündigt.

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Hier ein Überblick über die von Nikon aufgerufenen Preise:

– Nikon 1 V1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm: 869,00 Euro
– Nikon 1 V1 Kit mit 1 Nikkor 10 mm: 919,00 Euro
– Nikon 1 V1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm und 1 Nikkor VR 30-110 mm: 1029 Euro
– Nikon 1 V1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm und 1 Nikkor 10 mm: 1029 Euro

– Nikon 1 J1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm: 599 Euro
– Nikon 1 J1 Kit mit 1 Nikkor 10 mm: 649 Euro
– Nikon 1 J1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm und 1 Nikkor VR 30-110 mm: 759 Euro
– Nikon 1 J1 Kit mit 1 NIKKOR VR 10-30 mm und 1 NIKKOR VR 30-110 mm sowie Leder-Trageriemen und Einschlagtuch: 809 Euro
– Nikon 1 J1 Kit mit 1 Nikkor VR 10-30 mm und 1 Nikkor 10 mm: 759 Euro

1 Nikkor Objektive

– 1 Nikkor VR 10-30 mm 1:3,5-5,6 – 199,00 Euro
– 1 Nikkor 10 mm 1:2,8 – 249,00 Euro
– 1 Nikkor VR 10-100 mm 1:4,5-5,6 PD-ZOOM – 759,00 Euro
– 1 Nikkor VR 30-110 mm 1:3,8-5,6 – 249,00 Euro

 

 

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