Passend zum Sommer und dem damit verbundenen Badevergnügen (wenn denn einmal wieder etwas schöneres Wetter ist als die letzten Tage) hat Olympus einen Erfahrungsbericht zu seinem Unterwasserequipment veröffentlicht, das so manchen interessanten Tipp enthält. 

So stehen für die XZ-1 und die PEN-Modelle Unterwassergehäuse zur Verfügung, die Aufnahmen bis zu einer Wassertiefe von 40 Metern erlauben. Wer es nicht ganz so extrem mag, der kann sich die TG-810 einmal genauer ansehen, die bis hin zu einer Tiefe von 10 Metern genutzt werden kann.

Angesprochen Erfahrungsbericht präsentieren wir unter „weiterlesen“.

 

Olympus Unterwasser-Erfahrungsbericht:

Mit den Kameras von Olympus entstehen nicht nur an Land tolle Fotos und Videos. Auch unter der Meeresoberfläche sind sie mit einem entsprechenden Unterwassergehäuse ganz in ihrem Element. Ob Fotograf, Taucher oder Abenteurer, Olympus hat für jeden Bedarf das perfekte Equipment, um die Welt unter Wasser sicher zu entdecken: Ambitionierte Anwender tauchen mit der PEN oder der kompakten XZ-1 in bis 40 m dichten Unterwassergehäusen (PT-EP03 oder PT-050) ab. Abenteurer, die gern mit wenig Gepäck unterwegs sind, sollten sich die TG-810 ansehen. Diese Kamera ist auch ohne zusätzliches Gehäuse bis 10 m wasserdicht. Für alle, die tiefer tauchen, steht das ebenfalls bis 40 m wasserdichte PT-051 zur Verfügung. Unterwasserblitze, Halterungen, Makro-Konverter, schwimmende Schlaufen und vieles mehr runden das Angebot ab.

XZ-1 + PT-050: Ein Anwenderbericht von Herbert Frei

Die XZ-1 von Olympus ist eine Edel-Kompakte mit einem lichtstarken Zoom. Deshalb arbeitet der Autofokus auch bei mäßigen Sicht- und Lichtverhältnissen recht zuverlässig. Über die Bildqualität muss man nicht viel sagen. Sie kann durchaus mit einer Einsteiger-SLR mithalten. Der Autofokus bringt überdies eine Tracking-Funktion mit. Beste Voraussetzungen für tolle Bildergebnisse unter Wasser. Ob Taucher oder
Schnorchler, Olympus hat für jede Zielgruppe ein attraktives Angebot, um Bilder aus einem Element zu machen, das uns fotografisch  ansonsten verschlossen bleibt. Die Zahl 050 auf dem Unterwassergehäuse PT-050 steht für das 50. Gehäuse von Olympus. Damit gehört die Firma zu den Pionieren der digitalen Unterwasser-Fotografie, weit vor allen anderen. Um mit der XZ-1 abtauchen zu können und erfolgreiche Bilder nach oben zu bringen, sind einige grundsätzliche Dinge zu beachten.

Vorbereitung

Das Unterwassergehäuse PT-050 kann nur für die XZ-1 genutzt werden. Geöffnet wird es wie eine analoge SLR. Nur legt man nach dem Öffnen keinen Film ein, sondern die XZ-1. Einfach den Kamerablitz ausfahren, weil seine Aktivierung im Gehäuse nicht möglich ist, und die Kamera in das Unterwassergehäuse gleiten lassen. Eine separate Aussparung mit Fenster nimmt den ausgefahrenen Blitz auf. Die Kamera muss weder angeschraubt noch positioniert werden.

Positiv: Olympus hat im PT-050 einen elastischen schwarzen Kunststoff-Tubus für das Zoomobjektiv verbaut. Damit werden Reflexionen
unterbunden und Geisterbilder verhindert, wie sie unter Wasser bei diffizilen Lichtverhältnissen durchaus vorkommen können. Die dunkle
Farbe im Innern des Unterwassergehäuses unterbindet vagabundierendes Streulicht beim Lichteinfall. Der schwarze Monitorlichtschutz erleichtert die Begutachtung im Live View. Nur der Rückdeckel ist transparent und gibt den Blick auf die Bedienelemente frei. Wichtig: Abgedichtet wird das PT-050 mit einem roten Silikon-O-Ring. Er ist die Achillesferse des Unterwassergehäuses, wenn man ihn nicht richtig
behandelt. Nach jedem Einsatz im Wasser muss er akkurat gereinigt und mit dem beigelegten Fett aus der Tube eingerieben werden. Kein anderes Fett verwenden, sonst kann die Dichtung mit der Zeit länger werden und irgendwann beim Schließen des Rückdeckels aus der Nut quellen! Die Folge ist Wassereinbruch. Sollte der O-Ring stark verschmutzt sein, muss er mit lauwarmem Wasser und Seife bzw. Shampoo gereinigt werden. Nach dem Einfetten darf der O-Ring nicht mehr auf dem Tisch abgelegt werden. Sonst haften Schmutzpartikel am Fett und es kommt zu Undichtheiten. Der eigentliche Gehäuseverschluss funktioniert wie ein Exzenter. Die Nase des Rückdeckels muss in die Nut des Rades eingeführt und gedreht werden. Der Rückdeckel zieht sich dann von alleine in die Dichtposition.

Tipp: Sollte tatsächlich einmal etwas Salzwasser eingedrungen sein, kann das PT-050 mit Süßwasser ausgespült werden. Es passiert nichts, weil keine elektronischen Bauteile installiert sind. Nach einem solchen Vorfall muss das Frontglas innen sorgfältig abgetrocknet und gesäubert werden. Belassen Sie die Schutzkappe im Zubehörschuh. Sie schützt die Kontakte, falls mal ein Wassertopfen beim Öffnen des Rückdeckels heruntertropfen sollte. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass Sie das Unterwassergehäuse, die Hände und die Haare immer trocknen, bevor der Rückdeckel geöffnet wird.

Kameraeinstellungen

Nicht alles, was an Land machbar ist und Spaß macht, kann auch unter Wasser umgesetzt werden. Bei den Belichtungseinstellungen sollte die Blendenautomatik (S) nur bei Aufnahmen ohne Blitzlicht verwendet werden. Mit der Programmautomatik (P) enthebt einen die Kamera zwar von fast allen Einstellungen, aber man kann auch nicht eingreifen, wenn beispielsweise eine schnellere Verschlusszeit oder eine kleinere Blende angebracht wären. Wenn schon Programmautomatik, dann sollten Einsteiger im Unterwasserprogramm für Nahaufnahmen fotografieren. Es ist bei den Szene-Programmen SCN zu finden und mit dem rötlichen Anemonenfisch gekennzeichnet. Bei Unterwasser-Landschaftsaufnahmen kann man das Szene-Programm mit dem Barrakudaschwarm vorwählen. Relativ sorglos und doch sehr hochwertig fotografiert man mit der Zeitautomatik (A). Hier pendelt die Synchronzeit zwischen 1/30 s und 1/2000 s je nach Umgebungslicht. Man muss sich also nur noch um die Blende kümmern, die sich zwischen 1,8 und 8 manuell vorwählen lässt.

Dieses Belichtungsprogramm kann unter Wasser uneingeschränkt empfohlen werden. Erfahrene Unterwasser-Fotografen bevorzugen indes
immer die manuelle Einstellung von Zeit und Blende. Auch wenn das nicht immer so schnell geht, wie erforderlich. Grund sind  Mischlichtaufnahmen, also Blitzen mit blauem oder grünem Wasser im Hintergrund. Dazu muss man oft die Verschlusszeit auf Werte öffnen, die von der Zeitautomatik mit zugeschaltetem Blitz nicht immer angewählt wird. Beispielsweise 1/20 s mit Blende 8. Deshalb sollte der Bildstabilisator immer aktiviert sein.

Die Empfindlichkeitseinstellung kann mit der XZ-1 unter Wasser ISO 200 betragen. Bei diesem Wert ist noch kein Rauschen erkennbar und es bleiben Reserven beim Blitzen, denn der kleine Kamerablitz ist nur auf den Nahbereich ausgelegt, bis etwa 50 cm Motivdistanz. Aber Vorsicht: Wenn Sie zu nah herangehen, kommt es zu Schlagschatten. Zu empfehlen ist eine Mindestobjektentfernung von 10 bis 15 cm ab Gehäusefrontglas. Die ISO-Automatik ist weniger zu empfehlen, weil sie bei geringem Umgebungslicht (Überhänge, Höhlen, Grotten) im Nahbereich die Empfindlichkeit nach oben ziehen kann. Aber auch, weil man nach oben hin keine Begrenzung festlegen kann. Um die Farben zu intensivieren, sollte man den Bildmodus auf „vivid“ einstellen. Eine interessante Variante ist der zuschaltbare Popfilter. Zwar kann man auch ihn nur mit einer Programmautomatik verwenden, aber dieses Programm steht für farbliche Überraschungen ungeahnten Ausmaßes, zumal hier sowohl der interne Kamerablitz als auch ein externes Amphibienblitzgerät zündet. Man sollte diese Belichtungsvariante einmal ausprobieren.

Unter Wasser gelten eigene Regeln. So ist es aus Gründen der Brillanz und Auflösung erforderlich, dass grundsätzlich die höchste Pixelzahl und die geringste Kompression eingestellt werden. Vom Digitalzoom sollten Sie unter Wasser die Finger lassen.

Praxis kommt vor Theorie

Unter Wasser sollte fotografiert und nicht gespielt werden. Auch am großen Monitor der XZ-1 lassen sich Bilder mit der Tauchmaske nur bedingt auf Schärfe kontrollieren. Die Belichtung kann man hingegen sehr gut beurteilen. Sie sollten deshalb unter Wasser niemals Bilder löschen, die nicht eindeutig als Ausschuss erkennbar sind. Es macht wenig Sinn, beim Tauchen oder Schnorcheln Bilder-Shows ablaufen zu lassen. Dazu ist die Zeit unter Wasser zu kostbar. Legen Sie eine hochkapazitive SD-Karte ein, dann können Sie nach Herzenslust fotografieren, ohne knausern zu müssen, eventuell so lange, bis der Akku leer ist. Beim Blitzen mit dem Kamerablitz ist zu beachten, dass immer das Symbol des erzwungenen Blitzes vorgewählt wird. Es kann Ihnen sonst passieren, dass Sie mit ungeblitzten Bildern nach oben kommen, weil die Blitzautomatik wegen reflektierender Korallen nicht aktiviert wird. Wer Wert auf hochwertige Bilder legt, sollte im Modus RAW + JPEG fotografieren. Damit kann man schnell kontrollieren, was und wie man fotografiert hat. Die unter Wasser etwas problematische Blitzbelichtung kann bei der Umwandlung von RAW in JPEG innerhalb von +/- 2 Blenden weitgehend ausgeglichen werden. Bevor man abtaucht, ist es zwingend notwendig, den zum Unterwassergehäuse mitgelieferten Diffusor (eine Art Milchglas) auf den Gehäuseport zu stecken und ihn mit der kleinen Kunststoffschnur zu sichern. Der Diffusor verteilt das Licht des Kamerablitzes auf eine größere Fläche rund um das Frontglas. Die Ausleuchtung wird harmonischer und reduziert auch die Trübstoffreflexionen, die beim frontalen Blitzen unvermeidlich auftreten. Montieren Sie unbedingt die mitgelieferte Handschlaufe, insbesondere Schnorchler sollten das Unterwassergehäuse
immer am Handgelenk befestigen.

Übrigens: Die Bedienung der XZ-1 gelingt mit dem Unterwassergehäuse hervorragend, weil die Übertragungselemente auch für Handschuhe
 ausgelegt sind. Jeder Eingriff funktioniert ohne Störung. Die Knöpfe sind zudem mit eindeutigen Icons belegt.

Zubehör

Mit dem erhältlichen Zubehör strebt die XZ-1 im PT-050 stetig in Richtung ambitionierte Unterwasser-Fotografie. Da wäre zum einen die sehr
empfehlenswerte Nahlinse PTMC-01, von Olympus Makro-Konverter genannt. Mit ihr dringt man weit in den Nahbereich, kratzt an Abbildungsmaßstäben, die man unter Wasser bereits als Makroaufnahmen bezeichnen kann. Die Nahlinse muss unter Wasser nochmals
abgenommen werden, damit die im Zwischenraum anhaftenden Luftbläschen abgewischt werden können.

Als wertvolle Ergänzung zur Nahlinse in Richtung großer Bildwinkel bietet sich der Weitwinkel-Konverter PTWC-01 an, mit dem Taucherbilder, Unterwasser-Landschaften und Wrackaufnahmen möglich sind. Auch er muss unter Wasser nochmals vom Gehäuseport entfernt werden, damit anhaftende Luftbläschen ihren Weg ins Freie finden. Sie können unter Wasser auch mit blanken Fingern die Frontgläser abwischen. Fingerflecken gibt es im nassen Element nicht. Obwohl das Feingewinde im Gehäuseport Luftablasslöcher besitzt, sollten Sie sich nicht auf deren Reinigungskraft verlassen. Nicht alle Luftblasen zieht es beim Abtauchen nach draußen.

Die Adhäsion am Frontglas bindet hin und wieder feinste Luftperlen, die zu partiellen Unschärfen führen können.
Hinweis: Beim Anbringen oder Abnehmen eines der Vorsätze ist äußerste Vorsicht geboten, damit sie nicht aus der Hand gleiten.  Insbesondere Schnorchler sollten das niemals über tiefem Wasser oder an einem Steilriff versuchen. Die Konverter sinken so schnell, dass man nicht mehr hinterhertauchen kann.

Ohne externe Kunstlichtquelle ist es leider nicht möglich, große Flächen auszuleuchten. Deshalb gehört zur ultimativen PT-050-Gerätschaft auch ein Olympus Blitzgerät der Modellreihe UFL-1 oder UFL-2. Für Nah- und Makroaufnahmen genügt das UFL-1. Ausgelöst wird es über ein fiberoptisches Kabel, das am PT-050 den Lichtimpuls des Kamerablitzes zum UFL-1 hochleitet und diesen auslöst. Das funktioniert automatisch mit Vorblitz und ist im Ergebnis sehr genau. Wer es sich leisten kann oder will, sollte den größeren und stärkeren UFL-2 wählen, der mehr Reserven bietet. Mit dem Weitwinkelkonverter harmoniert er etwas besser. Um vagabundierendes Kamerablitzlicht zu unterbinden, muss die Blitzfenster-Abdeckung PFC-050 angebracht werden.

Video
Die XZ-1 ist mit einem Video-Modus ausgestattet, der mittels Knopfdruck auch am PT-050 gestartet werden kann. Die Bildgröße beläuft sich auf 1280 x 720 Pixel. Während des Filmens arbeiten Autofokus und bei Bedarf das optische Zoom. Farbige Videos unter Wasser sind nur möglich, wenn eine Beleuchtungsanlage montiert ist. Zu empfehlen sind ein oder zwei LED-Pads, die auf einer Kameraschiene befestigt werden. Sie sind leicht, handlich und die zugehörigen Akkus sind so klein, dass sie das Handling nicht beeinflussen. Für Videos mit der Nahlinse bietet sich eine LEDRingleuchte an, die ausreichend Licht in kompakter Form auf das Bildfeld wirft. Mit LED-Licht lässt sich unter Wasser ebenso vortrefflich fotografieren, denn der Kamera ist es egal, woher das Licht kommt. Auch die Kombination LED-Licht + Kamerablitz ist kein Widerspruch. Die XZ-1 verarbeitet die unterschiedlichen Lichtquellen problemlos. Sie bekommen speziell an das PT-050 angepasste LED-Pads und Ringleuchten bei www.werner-led.de.

Olympus Unterwassergehäuse sind für folgende Modelle erhältlich:
Kompaktkameras:

  • XZ-1 (479,00 EUR bzw. 699,00 CHF): PT-050 (349,00 EUR bzw. 449,00 CHF)
  • TG-810: PT-051 PEN
  • E-PL2: PT-EP03
  • E-PL1: PT-EP01

 

Unterwasserzubehör

  • Unterwasserblitz UFL-2
  • Unterwasserblitz UFL-1
  • Fiberoptisches Kabel (PTCB-E02) für Blitzanschluss
  • Unterwasser-Makro-Konverter (PTMC-01)
  • Makroobjektiv-Adapter (PMLA-EP-01)
  • Unterwasser-Weitwinkel-Konverter (PTWC-01)
  • Blitzarme
  • Schwimmende Schlaufen

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