Raus aus dem Alltag und irgendwohin fahren oder fliegen, wo der tägliche Kleinkram weit weg ist. Für Hobby-fotografen undenkbar ohne Kamera. Und damit der Urlaub mit Kamera nicht nur erholungstechnisch ein Erfolg wird, sondern auch den Bilderordner auf dem heimischen Rechner füllt, präsentieren wir hier einen ersten Schwung an Tipps + Tricks. Gute Reise.


Tipp 1

Dieser Tipp hat nicht unbedingt etwas mit Bildern zu tun, ist aber wichtig und steht daher ganz vorn. Nehmen Sie sich im Urlaub Zeit für Ihren Partner, Ihre Kinder und auch für sich. Nehmen Sie den Strandkorb (den Sonnenschirm, den Liegestuhl oder die Badematte) nicht nur als Motiv, sondern auch für den eigentlichen Zweck.

Tipp 2

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Im Urlaub wollten Sie sich sowieso ein bisschen mehr bewegen. Das kommt den Bildern nur zugute. Den richtigen Blickwinkel finden Sie, indem Sie das Motiv umkreisen. Den richtigen Bildausschnitt legen Sie dann mit dem Zoom fest.

Tipp 3

Wenn am Meer oder an einem größeren See zwar schönes Wetter herrscht, es aber wegen des vielen verdunstenden Wassers eben doch ein bisschen diesig ist, nutzen Sie den Dunst als „natürliches Bokeh“. Vor dem weichgezeichneten und blassen Hintergrund kommen Motive mit knackigen Farben sehr gut.

Tipp 4

Am Sandstrand das Objektiv zu wechseln kann problematisch sein, vor allem, wenn es windig ist. Eine zweites Gehäuse ist zwar optimal, aber leider nicht billig. (Andererseits gibt es bei eBay manchmal echte Schnäppchen.) Ein große Plastik-einkaufstüte tut es aber auch. Für ein paar Eurocent, nur für diesen Zweck gekauft und daher sauber, dient sie als „Wechselsack“. Zusammengeknuddelt findet sie noch ein Plätzchen in der Fototasche oder im Fotorucksack.

Tipp 5

Ein Fotorucksack kann auf Reisen die bessere Transport-lösung sein. Das Gewicht wird besser auf den Schultern verteilt und man hat abends im Hotel, Wohnwagen oder Zelt nicht mit Verspannungen zu kämpfen. Besonders empfehlenswert sind Rucksäcke, bei denen der Zugang zum Hauptfach so liegt, dass er beim Tragen dem Rücken des Trägers zugewandt ist. Praktisch: ein Regenüberzug.

Tipp 6

Weil gerade vom Tragen die Rede ist. Eine Stativtasche (mit breitem Tragegurt) ist eine gute Anschaffung. Denn auch ein sehr leichtes Stativ – das Angebot an Carbonstativen wird immer umfassender – bleibt nur dann nicht im Hotelzimmer oder im Kofferraum, wenn man es bequem tragen kann.

Tipp 7

Muss das Stativ wirklich mit in den Urlaub? Nach einer langen Wanderung sind mit Stativ eher unverwackelte Telebilder möglich. Viele Motive wirken am besten, wenn das Licht schon am Schwinden ist. Und auch der beste Bildstabilisator kommt irgendwann an seine Grenzen.

Tipp 8

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Ein (kleines) Stativ ist auch sinnvoll, wenn eine Bildserie denselben Bildausschnitt einfangen soll – oder wenn ein kleines Filmchen von einem Motiv aufgenomen werden soll, das sich bewegt. Solche „Schnipselfilmchen“ mit Ton sind mit fast allen Kompaktkameras möglich und lassen sich mit einer Multimedia-Software gut in eine Bilderschau einfügen. Staunende Verwandte sind Ihnen sicher.

Tipp 9

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Bildserien müssen nicht unbedingt vom selben Standort aus geschossen werden. Wenn Sie ohnehin den Urlaub nutzen wollen, um ein bisschen mehr spazieren zu gehen, können Sie dabei gleich ein Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven einfangen.

Tipp 10

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Wenn Sie Ihr Urlaubsziel per Flugzeug erreichen, versuchen Sie einen Platz auf der Seite zu bekommen, die der Sonne abgewandt ist. Sonst kann es passieren, dass das Bild einer fotogenen Wolke viele glitzernde Eiskristalle zeigt.

Tipp 11

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Das Urlaubsgepäck ist auch ohne UW-Ausrüstung schon schwer genug? Eine kleine, leichte wasserdichte Kamera-
hülle für die D-Kompakte passt bestimmt noch und ermöglicht Bilder vom Schnorcheln. Da der Blitz einer kleinen Kamera nicht reicht um die Farben der Unterwasserwelt ins Bild zu bringen, wirken die Bilder zunächst einmal blaustichig und flau. Nicht gleich löschen! Zu Hause können ein paar Mausklicks das Bild deutlich verbessern, wie das kombinierte  Nachher/Vorher-Bild zeigt.

Tipp 12

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In Gegenden, in denen man schnorcheln und tauchen kann, gibt es oft Sonnenuntergänge, die so was von kitschig sind … Machen Sie die Bilder trotzdem, Sie würden es sonst jahrelang bereuen. (Wer bei der Bilderschau meckert, wird durch Entzug der Salznüsschen bestraft!)

Tipp 13

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Vergessen Sie im Urlaub Ihre Bildersammlung zu einem Thema / mehreren Themen nicht, und wenn Sie noch keine haben, fangen Sie eine an. Die Farbe Grün. Sehenswerte Fenster. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 14

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Wenn jemand genau von dort fotografiert, von wo aus Sie auch Bilder machen möchten – machen Sie einfach die Fotografin / den Fotografen zum Motiv. Sie oder er sollte natürlich nicht zu erkennen oder nur „Staffage“ sein.

Tipp 15

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Halten Sie die Augen offen – „Motive sind immer und überall“ – und vergessen Sie den guten alten Schnappschuss nicht. Auch wenn Sie sonst lieber gestaltete Aufnahmen machen.

Tipp 16

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Apropos gestaltete Aufnahmen. Wenn Sie sich ohnehin die Zeit nehmen, die Dose am Strand zu fotografieren (was Sie ins Interesse anderer Strandläufer rückt), nehmen Sie sich gleich soviel Zeit um sie (oder ein anderes Objektiv) in den goldenen Schnitt zu legen. Die Drittel-Teilung der Raster, die in machne Sucher oder Monitore eingeblendet werden kann, entspricht nicht dem goldenen Schnitt, ist aber besser als nichts (e d-pixx 1/2007, Seite 75).

Tipp 17

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Natürlich passiert es anderen nie im  Urlaub – aber einem selbst schon. Graue Wolken. Regen. Warum nicht trotzdem einige Bilder machen? Die fehlende Sonne bringt es mit sich, dass man höhere ISO-Werte oder längere Verschlusszeiten einstellen muss. Letztere machen es möglich, ein paar Wischeffekte ins Bild zu bringen.

Tipp 18

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Vergessen Sie diese Tipps und machen Sie die Bilder, die Ihnen gefallen so, wie Sie es möchten. Fotografieren soll auch im Urlaub Spaß machen. Ob es Ihnen Spaß macht, dort zu fotografieren, wo es alle tun, weiß ich nicht. Aber so ein Schild als Motiv ist auch nicht schlecht.

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