Nachdem Nikon in der letzten Woche seine neue D3s präsentierte, zieht heute Canon nach und stellt mit der EOS-1D Mark IV das neue Spitzenmodell der EOS-Range vor – anders als erwartet überspringt Canon die Version „IV“ nicht. Wie gehabt stehen dabei in erster Linie die Anforderungen von Sport-, Natur-, und Pressefotografen im Mittelpunkt der Entwicklungen. Wie es Gerüchte bereits vermuteten, kommt ein mit 16,1 MPix auflösender APS-H-CMOS-Sensor zum Einsatz, der wie gehabt einen Crop-Faktor von 1,3 besitzt.

Wenig überraschend ist es auch, dass Canon nachzieht, wenn es um das Rauschverhalten geht. So reicht der ISO-Wert nun auch bei Canon bis zu exorbitanten 102.400. Zudem hält nun auch die Auto-ISO-Lösung Einzug in die High-End-Klasse. Laut Canon stellt das AF-System, das von einem eigenen Prozessor gesteuert wird, eine völlige Neuentwicklung dar. Insgesamt kann das System auf 45 Punkte und 39 Kreuzsensoren zurückgreifen, die gleichmäßig über die gesamte Fokusfläche verteilt sind. Das AI-Servo-II-Fokussystem soll darüber hinaus 10 Bilder/Sekunde ermöglichen. Hier ist man ursprünglich davon ausgegangen, dass die Zahl sogar noch etwas höher liegen könnte, um die 1D Mk IV klarer von der 7D abzugrenzen. Der Spot-AF, der bei Objektiven mit einer Stopp-AF-Taste Verwendung findet ist ebenfalls mit dabei.

Um eine möglichst hohe Qualität zu ermöglichen wird der Sensor mit einem Dual-Digic-4-Prozessor gekoppelt. Der Sensor wird mit acht Kanälen angebunden und erlaubt so auch bei voller Auflösung trotzt einer Analog-Digital-Wandlung von 14 bit Serien mit 10 Bildern/Sekunde. Der Puffer wurde von Canon groß genug gewählt, um 121 JPEG-Aufnahmen in Folge zu ermöglichen (bei der Verwendung einer UDMA-6-Karte). Bei RAW sollen zumindest noch 28 Bilder in Folge möglich sein.

Laut Canon soll die EOS-1D Mark IV ab Mitte Dezember zu einem Preis von 4699 Euro verfügbar sein.

 

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Original Pressemeldung:

Bei Canon geht heute ein neues Modell in die Pole-Position: Die EOS-1D Mark IV ist da. Sie löst die EOS-1D Mark III ab und ist das Werkzeug, auf das professionelle Sport-, Natur- und Pressefotografen gewartet haben. Gleich zwei DIGIC 4-Prozessoren sorgen unter anderem dafür, dass mit voller Auflösung von 16,1 Megapixeln zehn Bilder pro Sekunde mit Schärfenachführung gemacht werden können. Der Pufferspeicher schafft mit dieser vollen Auflösung 121 JPEG-Bilder in Folge. Das sind Leistungsmerkmale, die es in dieser Kombination kein zweites Mal gibt.

Damit wird die EOS-1D Mark IV mit APS-H-CMOS-Sensor nicht nur zum idealen Werkzeug für die Sportfotografie, wo es buchstäblich auf Sekundenbruchteile ankommt, sie bewährt sich mit der hohen Auflösung auch für Hochzeits- oder Eventfotografie. Hinzu kommt ein ISO-Bereich bis zu 102.400 ISO und ein 45-Punkt-Autofokussystem, das mit 39 Kreuzsensoren arbeitet. Ein weiteres Produktmerkmal, das nach wie vor nur Canon in Spiegelreflexkameras anbietet, ist die Full-HD-Movie-Funktion. Dem Berufsfotografen eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, seine Angebotspalette zu erweitern. Unverbindliche Preisempfehlung von Canon: 4.699* Euro. Die Auslieferung an den Handel startet voraussichtlich Mitte Dezember.

Schärfe auf den Punkt
Das Auftofokus-System, das von einem separaten Prozessor gesteuert wird, ist eine komplette Neuentwicklung. Das Ergebnis ist ein 45-Punkt- Autofokus mit 39 Kreuzsensoren. Die 45 Felder sind allesamt einzeln adressierbar, die 39 Kreuzsensoren konzentrieren sich nicht in der Bildmitte, sondern verteilen sich gleichmäßig über die gesamte Fokus-Fläche. Das sorgt für größere Treffsicherheit und Präzision in der Bildschärfe.

Das neue AI-Servo-II-Autofokus-System liefert auch bei der maximalen  Bildrate  von zehn Bildern pro Sekunde zuverlässig scharfe Ergebnisse. Es sorgt darüber hinaus für mehr Präzision bei der Schärfenachführung von sich schnell bewegenden Objekten selbst unter unterschiedlichsten Lichtverhältnissen. Die Autofokus-Arbeitsweise kann – wie in Canons Profi-Klasse üblich – über die Individualfunktionen der jeweiligen Aufnahmesituation entsprechend angepasst werden.

Neu ist der Spot-AF, der sich nach Bedarf und bei Verwendung von Objektiven mit AF-Stopptaste aktivieren lässt. Das ist ideal für Fotografen, die buchstäblich auf die Nadelspitze fokussieren möchten.

Das Autofokus-System zeigt sich übrigens unempfindlich gegen Temperaturschwankungen.

Das 63-Zonen-Belichtungsmesssystem ist an die 45 Autofokus-Messpunkte gekoppelt und ermöglicht den Einsatz unterschiedlicher Messmethoden.

Aufgepasst und mitgedacht
Äußerst praktisch ist die Möglichkeit, einen Fokuspunkt in Abhängigkeit von der Kameraausrichtung festzulegen. Ein Beispiel: im Hochformat Fokus im oberen Drittel festgelegt, im Querformat Fokus in der Mitte aktiviert – Nach dem Drehen der Kamera von Quer- auf Hochformat muss der Autofokuspunkt nicht neu ausgewählt werden – er liegt dann, wie voreingestellt, im oberen Drittel. Zurückgedreht ins Querformat ist dann wieder der in diesem Fall festgelegte, mittige Fokuspunkt aktiv. Im Hochformat kann sowohl für die Ausrichtung mit Auslöser oben (Kamera nach links gedreht) wie auch für die Ausrichtung mit Auslöser unten (Kamera nach rechts gedreht) ein Fokuspunkt voreingestellt werden. Somit stehen also drei Voreinstellungen des Fokuspunktes in Abhängigkeit von der Kameraposition zur Verfügung.

Leistung für Qualität
Die Kombination des lichtstarken 16,1 Megapixel APS-H-CMOS-Sensors mit dem Dual DIGIC 4-Prozessor sorgt für scharfe, rauscharme Bilder mit hoher Detailzeichnung bei gleichzeitig sehr hoher Serienbildrate von bis zu zehn Bildern pro Sekunde. Dual DIGIC 4 spielt speziell dann seine Stärke aus, wenn es gilt, eine 8-Kanal-Auslesung des Sensors möglich zu machen und zehn Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung mit 14-Bit-Analog-Digitalwandlung und hoher ISO-Empfindlichkeit zu verarbeiten.

Der Pufferspeicher der EOS-1D Mark IV fasst bei Verwendung einer UDMA-6-Karte bis zu 121 hochaufgelöste JPEG-komprimierte Bilder beziehungsweise 28 Bilder im RAW-Format – und das bei vollen 16,1 Megapixeln: Eine ideale Voraussetzung für Sport- und Reportage-Fotografie.  Insgesamt drei RAW-Formate unterschiedlicher Auflösung stehen zur Verfügung: RAW mit 16 Megapixeln, M-RAW mit neun Megapixeln und S-RAW mit vier Megapixeln.

Eine Überarbeitung des werkseitig aktivierten Picture Styles „Standard“ sorgt nun für schärfere, kontrastreichere Aufnahmen. Die Picture Styles „Natürlich“ und „Neutral“ bieten nach wie vor beste Ausgangsbedingungen für eine Nachbearbeitung der Bilddaten.  Darüber hinaus ist die EOS-1Mark IV die erste Canon Profi-EOS in der der Auto Lighting Optimizer zum Einsatz kommt. Dieser sorgt bereits während der Aufnahme für eine automatische Anpassung von Kontrast und Helligkeit. Beides – der Picture Style „Standard“ und die Bildoptimierung – helfen vielfach dabei, eine zeitaufwändige Nachbearbeitung des Bildmaterials – ein üblicher Bestandteil des PrePress Workflows – zu vermeiden.

Auch die Funktion Auto ISO hält erstmals Einzug in eine Profi-Spiegelreflexkamera.  Sie steht auch im manuellen Modus zur Verfügung und regelt die Belichtung – bei vorgewählter Blende und Belichtungszeit – über die Anpassung der ISO-Empfindlichkeit: Entweder über den gesamten Standardbereich von 100-12.800 ISO, oder in einem individuell festgelegten Bereich.

Diese Funktionen bieten dem Fotografen die Möglichkeit, sich wieder stärker mit seiner ursprünglichen Aufgabe auseinanderzusetzen: dem entscheidenden Moment der Aufnahme.

Mit Kompatibilität zum schnellen UDMA-6-Standard erfolgt ein schneller Datentransfer auf die CF-Speicherkarte. Darüber hinaus kann auch auf SD/SDHC-Speicherkarte gespeichert werden – beispielsweise können die RAW-Daten auf einer, die JPEG-Daten auf der anderen Speicherkarte gespeichert werden, oder die zweite Speicherkarte dient als Zusatzspeicher für eine erweiterte Einsatzdauer.

Die kürzeste Blitzsynchronzeit für Canon Speedlite EX-Blitzgeräte beträgt 1/300s, für die externe Synchronisation steht eine 1/250 Sekunde zur Verfügung.

ISO bis zu 102.400
Die EOS-1D Mark IV spielt ihre Stärke auch bei weniger als wenig Licht aus. Der normale Arbeitsbereich reicht von ISO 100 bis 12.800, kann aber bei Bedarf auf ISO 50 (L) reduziert oder auf bis zu ISO 102.400 (H3) erweitert werden. Es liegt auf der Hand, dass sich die EOS-1D Mark IV damit für Aufgaben qualifiziert, bei denen man eine andere Kamera zur Seite legt. Als Fokussierhilfe bei Dunkelheit bietet sich der Einsatz eines Speedlite Blitzgeräts oder der des Speedlite Transmitters ST-E2 an.

Ein intelligentes Rauschunterdrückungsverfahren sorgt dafür, dass das störende Farb- und Helligkeitsrauschen weitestgehend eliminiert wird – und dabei trotzdem die Kontrolle über die Bildqualität in der Hand des Fotografen bleibt.

Um diese hohe Lichtempfindlichkeit realisieren zu können, wurde der Aufbau des neuen 16,1 Megapixel APS-H-CMOS-Sensors grundsätzlich überarbeitet. So sorgen unter anderem nahtlos angeordnete Mikrolinsen, ein dünnerer Sensor und eine nochmals reduzierte Schaltkreis-Architektur für eine optimale Lichtausbeute.

Full-HD – Videofunktion der Spitzenklasse
Die Videofunktion der EOS-1D Mark IV liefert Leistung satt. Full-HD-Filmsequenzen werden mit 1080p aufgezeichnet, wahlweise mit den Bildraten 24p, 25p und 30p. In HD-Ready, mit 720p, stehen wahlweise 50p oder 60p zur Verfügung. Die Mark IV ist so zu vielen gängigen Aufzeichnungs- und Wiedergabeverfahren kompatibel – und das Material ist somit weltweit verwendbar. Durch manuelle Einstellung der Belichtungsparameter – speziell Zeit und Blende – ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für engagierte Cineasten.  Zumal die Funktion Auto ISO auch im Movie-Modus zur Verfügung steht.

Der Ton zum Film kann entweder über das eingebaute Mono-Mikrofon auf der Vorderseite der EOS aufgenommen werden, alternativ ist auch der Einsatz eines externen Stereomikrofons möglich.

Auf Wunsch lässt sich die FEL-Taste als Videotaste belegen für den direkten Wechsel in die Videofunktion: ein Knopfdruck genügt dann und die EOS-1D Mark IV wird zur hochwertigen Filmkamera. Über die Mini-HDMI™-Schnittstelle lassen sich Bilder und Filme auf hierzu kompatiblen Displays abspielen.

Automatische Vignettierungskorrektur
Erstmals in einem Gerät der Profi-Serie steht die bereits bekannte Vignettierungskorrektur schon in der Kamera zur Verfügung. Maximal 40 verschiedene Canon-Objektive können dafür in der Kamera registriert werden. Das sorgt für weniger Aufwand in der Nachbearbeitung und überzeugende Ergebnisse. Das Beste daran: Diese Funktion beeinträchtigt – Dual DIGIC 4 sei Dank –  die Performance der Kamera in keinster Weise.

Die Kamera für überall
Das robuste Gehäuse aus Magnesium schützt die EOS-1D Mark IV vor den typischen Einflüssen, die der oftmals raue Einsatz im professionellen Umfeld mit sich bringt. Bei der Gehäusekonstruktion wurde Wert darauf gelegt, die Anzahl der Bauteile  zu reduzieren, um die notwendigen Dichtungen auf ein Mindestmass beschränken zu können. Insgesamt 76 Dichtungselemente sorgen für bestmöglichen Schutz vor Feuchtigkeit und Staub auch in Verbindung mit den entsprechenden Objektiven der professionellen L-Serie und den EX-Speedlite-Blitzgeräten.

Der Clear-View-II-LC-Monitor hat 920.000 Bildpunkte (VGA-Auflösung) – auch unter schwierigen Bedingungen ist damit eine Kontrolle und Sichtung des Materials möglich. Durch Einsatz eines speziellen Kunststoffs zwischen Display und Schutzglas konnte die Reflexwirkung noch weiter minimiert und die Wiedergabequalität dadurch deutlich verbessert werden. Die Oberfläche aus speziell gehärtetem Glas ist robust und pflegeleicht zugleich.

Im Live-View Modus verfügt die EOS-1D Mark IV nun auch über Autofokus. Die Optionen Live-AF, Quick-AF und Face Detection stehen zur Verfügung. Dank Dual DIGIC 4 auch deutlich schneller als bei vorherigen Modellen.

Mechanisch belastbar zeigt sich die EOS-1 D Mark IV mit 300.000 möglichen Auslösungen. Ein 100% Sucher mit 0,76facher Vergrößerung sorgt für ermüdungsfreies und komfortables Arbeiten.

Die EOS-1D Mark IV nutzt das bewährte EOS-Integrated-Cleaning-System zur automatischen Reduzierung und Entfernung von Staubpartikeln auf dem Sensor.  Hier kommt die wirkungsvolle Fluor-Beschichtung zum Einsatz, die auch klebrige Staubpartikel gut fernhält.

Für jede Gelegenheit passend
Die Canon EOS-1D Mark IV lässt sich individuell konfigurieren und kann somit auf die jeweilige Arbeitsweise oder Aufgabenstellung des Fotografen angepasst werden. Belichtungs- (AE) und Blitzbelichtungs-Feineinstellungen (FE) ermöglichen eine perfekte Anpassung auf den individuellen Geschmack oder eine Angleichung beim Einsatz mehrerer Kameras. Alle individuellen Einstellungen lassen sich auf einer Speicherkarte ablegen und auf eine andere EOS-1D Mark IV übertragen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, urheberrechtlich relevante Informationen in der Kamera zu hinterlegen. Mit jeder Aufnahme werden diese Informationen in das Datenmaterial des Bildes implementiert. Eine nachträgliche Bearbeitung ist dann nicht mehr erforderlich. Über das integrierte Mikrofon auf der Rückseite der Kamera können Bildkommentare aufgezeichnet werden, was die nachträgliche Zuordnung des Materials erleichtert.

Mehr ist mehr: Zubehör
Angefangen bei der umfangreichen EF-Objektiv-Palette über Blitzgeräte der EX-Speedlite-Serie bis hin zu Spezialzubehör wie Wireless File Transmitter WFT-E2 II und Speedlite Transmitter ST-E2 und diversen Wechselmattscheiben kann der Fotograf auf umfangreiches Zubehör zugreifen.

Die im Lieferumfang kostenlos enthaltene Software DPP – Digital Photo Professional – bietet professionellen Workflow und einen schnellen und qualitativ hochwertigen RAW-Converter. Zahlreiche Tutorials, die die umfangreichen Möglichkeiten der Software-Lösung anschaulich darstellen, finden Sie auf der DPP-Webseite.

Verfügbar im Handel ab Mitte Dezember:
EOS-1D Mark IV für 4.699* Euro.

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