Dass die deutsche Fotoindustrie jahrzehntelang einen ausgezeichneten Ruf hatte, lag an vielen Firmen, die Top-Produkte anboten. Namen wie Contax, Leica und Rolleiflex (und viele viele mehr) brachten die Augen von Fotofans weltweit zum Leuchten. Contax  gibt es schon einige Jahre nicht mehr, Leica versucht gerade mit der S2 gut betuchten (und vermutlich nicht sehr vielen) Käufern zu beweisen, dass man immer noch top ist … und mit dem Namen Rollei ist es auch so eine Sache.

Rollei – das sind heute zum einen Digital-Kompaktkamera, die mit Rollei, wie wir Älteren es kennen, nicht mehr viel zu tun haben. Und gibt es verschiedene Rolleiflex-Modelle,  nach wie vor aus Braunschweig, wo sie von Franke & Heidecke gefertigt …. nein, nicht werden, sondern wurden, wie wir eben erfahren mussten. Und damit ist, wenn kein Wunder geschieht, und die sind sehr selten heute, wieder ein Stück deutsche Fotogeschichte zu Ende.

Hier die Pressemitteilung

Die Franke & Heidecke GmbH, Feinmechanik & Optik, mit Sitz in Braunschweig hat Insolvenz angemeldet.

Die Hans R. Schmid Beteiligungs GmbH, Offenburg, hatte sich im September 2008 mehrheitlich an der Gesellschaft beteiligt. Für den Mehrheitsgesellschafter Hans R. Schmid, einen bekennenden Anhänger der Produkte des Hauses, der sein Engagement als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet hatte, gab es zuletzt keine Alternative mehr zur
Insolvenz.

Obwohl bereits zum Zeitpunkt der Übernahme klar war, dass eine erfolgreiche Sanierung mit erheblichem Aufwand verbunden sein würde, nahm Schmid die Aufgabe an und handelte entschlossen: Zusätzliche Spezialisten wurden eingestellt, die Schwachstellen im Unternehmen durchleuchtet und Millionen u. a. in Fertigung und Qualitätssicherung investiert.

Durch diese Maßnahmen gelang es zwar, schnell Fortschritte zu erzielen, jedoch waren die massiven Versäumnisse der Vergangenheit nicht in der erforderlichen Zeit zu beseitigen. Als zuletzt noch – dem neuen Gesellschafter zum Zeitpunkt der Übernahme nicht bekannte – finanzielle und andere Altlasten zutage traten, wurde klar, dass eine Sanierung selbst unter Einsatz weiterer Millionenbeträge nicht zu schaffen sein würde. Dies umso mehr, als hinzu kam, dass Verhandlungen mit wichtigen Geschäftspartnern, Banken und der Versuch, öffentliche Mittel zu erhalten, ebenfalls gescheitert waren.

Der neue Gesellschafter hatte bis zuletzt mehrfach und trotz erheblichen Verlustrisikos zusätzliche finanzielle Mittel ins Unternehmen investiert und hielt die Gesellschaft und die Hoffnung auf Erhalt der 131 Arbeitsplätze damit lange am Leben. Nun war die Insolvenz nicht mehr zu vermeiden. Insgesamt investierte Schmid einen 2-stelligen Millionenbetrag.

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