Jeder, der seine Bilder nicht nur auf seinem eigenen Rechner speichert, sondern auch in diversen Online-Bildarchiven präsentiert oder auf mobilen Speichermedien archiviert, kennt das Problem – ab einer gewissen Größe kann die Übersicht verloren gehen. Genau diesem Problem haben sich die Entwickler der kostenlosen Software picurl angenommen, die nun in der sehr frühen Version 0.0.3 vorliegt.

picurl soll dabei nicht nur lokal gespeicherte Bilder berücksichtigen, sondern auch Bilder auf lokalen Festplatten, USB-Sticks, Kamera-Speicherkarten, FTP-Server, Webserver (HTTP), ‚Flickr‘ Fotoalben, aber auch CD- oder DVD-ROMs verwalten können. Dennoch soll durch eine standardisierte Datenstruktur eine hohe Kompatibilität zu anderen Anwendungen geschaffen werden. Da die Software nicht installiert werden muss, kann sie auch auf USB-Sticks oder Digitalkameras (wenn diese den Massenspeichermodus unterstützen) betrieben werden. Laut den Entwicklern fallen für jedes gespeicherte Bild nur 25 kb Speicher an.

 

Bislang ist picurl auf Windows- und Linux-Systemen lauffähig, eine Version für Mac OS X ist aber in Arbeit.

Original Pressemeldung:

Digitale Bilder in verschiedenen Speicherorten schnell finden

Wien, 18.07.2008 – Wie behält man seine Fotosammlung im Überblick, wenn sich diese längst auf Online-Dienste und mobile Datenträger ausgebreitet hat? Mit dieser Frage beschäftigen sich drei österreichische Softwareentwickler seit einigen Monaten. Die Antwort: Sie veröffentlichen kurzerhand ihre selbst entwickelte Anwendung „picurl“. Der Name ist dabei Programm – mit ihrem Open Source Tool gelingt es, Bilder in verschiedensten Speicherorten effizient zu verwalten. Und zwar ohne kompliziert Daten verschieben oder doppelte Kopien anlegen zu müssen.

Bilder speicherübergreifend verwalten

„Selbst Gelegenheitsfotografen haben häufig Probleme, ihre Fotosammlung zu überblicken“, so Franz Buchinger, der Ideenbringer und Kopf des Entwicklerteams. Die Ursache hierfür seien Defizite existierender Software-Lösungen. „Meist beschränken sich Fotomanagement-Programme auf den Bildbestand des lokalen PC – im Internet publizierte Bilder werden beispielsweise nicht berücksichtigt“, meint Buchinger. picurl hingegen kann bereits jetzt Bilder auf lokalen Festplatten, USB-Sticks, Kamera-Speicherkarten, FTP-Server, Webserver (HTTP), ‚Flickr‘ Fotoalben, aber auch CD- oder DVD-ROMs verwalten. Mit seinem speicherübergreifenden Ansatz adressiert picurl nicht nur dieses Problem – durch den Einsatz standardisierter Datenstrukturen wird auch eine höchstmögliche Kompatibilität zu anderen Applikationen gewährleistet.

picurl beseitigt Kompatibilitätsprobleme

„Es ist ärgerlich, seine Bilder neu beschlagworten zu müssen, nur weil man die Fotoverwaltungssoftware gewechselt hat“, spricht das Entwicklerteam gängige Kompatibilitätsprobleme an. Besonders schlimm sei die Situation bei Online-Fotodiensten, die kaum Exportfunktionen bieten. Hier springt picurl in die Bresche: bei der Indizierung von Bildern auf flickr.com, der Photosharing-Plattform im Internet, werden Tags, Foto-Beschriftungen oder Copyright-Informationen automatisch in EXIF bzw. IPTC-Datensätze umgewandelt. Nahezu alle Bildverwaltungs-Applikationen können diese Informationen verwerten, womit eine „wasserfeste“ Übernahme der Bild-Metadaten gewährleistet ist.

Mobile Fotosammlung mit visuellen Bookmarks

picurl erfordert keine Installation und läuft daher auch direkt vom USB-Stick oder der Digitalkamera (falls diese den Massenspeichermodus unterstützt). Da für jedes verwaltete Bild nur ca. 25kb Speicherplatz anfallen, lässt sich selbst eine tausende Bilder umfassende Fotokollektion bequem auf einem USB-Stick transportieren. Die dabei erstellten Vorschaubilder bieten eine innovative Zusatzfunktion: in ihnen ist der Speicherpfad des Originalbildes hinterlegt, das sich mit einem Mausklick herunterladen lässt. „Dieses Feature könnte man auch als ‚visuelle Bookmarks‘ bezeichnen“, erläutern die picurl-Entwickler, „man kann jederzeit die Originalbilder herunterladen, ohne sich an ihre Internet-Adresse erinnern zu müssen.“

Projektstatus und Ausblick

Die soeben erschienene Version picurl 0.0.3 ist noch nicht für den Produktiveinsatz gedacht, sondern richtet sich an experimentierfreudige Power-User, die neue Digitalfotografie-Tools testen wollen. Das picurl-Team freut sich über diesbezügliches Feedback auf der Mailingliste von www.picurl.org.

picurl 0.0.3 ist unter Windows und Linux lauffähig, eine Version für Mac OS X ist in Vorbereitung. Zudem feilt das Entwicklerteam an einem picurl-Webservice. Dieses wird sich beispielsweise um eine zentrale Metadaten-Verwaltung kümmern, ohne dass der Benutzer befürchten müsste, wertvolle Informationen in seiner bevorzugten Bildbearbeitung oder Fotoarchivierung zu verlieren. Ähnlich wie bei anderen Web 2.0-Anwendungen soll picurl dann als optimiertes Werkzeug ohne aufwändige Installation im Internet zur Verfügung stehen, aber auch als lokal installiertes Programm seine Funktionen ausführen können. Dabei kann der Benutzer über alle einbezogenen Datenspeicher nach Bildinformationen suchen.

Die Initiatoren des Projektes erreichten im Oktober 2007 eine Förderung beim Österreichischen Internet-Ideenwettbewerb „Netidee“ der IPA (Internet Privatstiftung Austria). So können Teile der laufenden Entwicklungsarbeit an der Software mitfinanziert werden. Thomas Kraetschmer, zuständig für den Bereich Marketing und Grafik bei picurl, über die konkrete Arbeit am Projekt: „Als Entwickler in diesem Segment nutzen wir auch selbst sehr gerne Web 2.0- und Open-Source-Software. Dabei spannen wir den Bogen von gemütlichen Besprechungen im Wiener Kaffeehaus, über Entwicklermeetings via ‚Skype‘ und Zusammenarbeit mittels ‚Google Docs‘ und ‚Gmail‘, bis hin zur Aufgabenverwaltung in der Entwicklung mittels des Python-Tools ‚Trac‘. So macht die Arbeit an der Software wirklich Spaß.“

Alle Informationen zur Software und Details zur Entwicklung unter: www.picurl.org
 
 
picurl ist eines der Siegerprojekte beim nic.at-Wettbewerb „netidee 2007“ und wird seit Oktober 2007 aktiv entwickelt.

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